Seltener Fund

Sensation in der Lohe: Erstes Vorkommen einer gefährdeten Wildpflanze entdeckt

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Die bisher in der Allacher Lohe als Wildapfel identifizierten Bäume wurden gelb markiert. Katharina Spannraft vom LBV und Martin Holzäpfel vom Forstamt zeigen eines der acht Exemplare.

Er ist klein und nicht sonderlich schmackhaft. Die Rede ist vom äußerst seltenen Wildapfel. Wie das Vorkommen geschützt wird und der Artenvielfalt in Bayern dienen soll ..

Allach – Kleiner Apfel, große Bedeutung: In der Allacher Lohe wurde ein bisher unbekannter Bestand des extrem seltenen und als gefährdet eingestuften Wildapfels (Malus sylvestris) entdeckt. Dies ist mit bisher acht genetisch untersuchten Bäumen der erste Bestand in Oberbayern und das vierte Wildapfelvorkommen vergleichbarer Größe in ganz Bayern. 

Dieses Biotop an der Allacher Heide liegt gegenüber des Waldrandes mit dem Wildapfelvorkommen. Mitarbeiter des LBV entdeckten bei der Pflege dieses Biotops das seltene Vorkommen.

Martin Holzäpfel (32) vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ist begeistert: „Eine Nachzucht aus der Allacher Population könnte die heimische Artenvielfalt in Mischwäldern im gesamten Vor­alpenland stärken.“ 

Michael Holzäpfel zeigt Knospen eines Wildapfel-Baums, die im Frühjahr erblühen werden. Während die Knospen des heute gängigen Kulturapfels pelzig sind, haben die des Wildapfels kaum oder gar keine Härchen.

Für den Erhalt der Allacher Wild­äpfel und die Weitergabe ihrer Gene wird deshalb jetzt einiges unternommen: Los geht’s damit, dass bis Ende Februar einige Bäume und Gehölze, die die acht Nachkommen des auch Holzapfel genannten Wildapfels einengen, ausgeschnitten werden. „Das geschieht sehr behutsam“, betont Katharina Spannraft (34) vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Dessen Biotop-Pflegeteam ist die Entdeckung übrigens zu verdanken. Bei der Pflege der Allacher Heide sei LBV-Mitarbeitern aufgefallen, dass am nahen Waldrand ein paar ungewöhliche Bäume stehen, berichtet Spannraft. 

Ganz unscheinbar zwischen anderen Bäumen steht der Allacher Wildapfel hier am Rand des Lohwalds

Inzwischen haben Forstamt, LBV, die Grundstückseigentümerin Deutsche Bahn und die Untere Naturschutzbehörde der Stadt eine Allianz für den Allacher Apfel gebildet. Auf das Auslichten folgt laut Holzäpfel die Kartierung des Bestands. Rund um den Münchner Rangierbahnhof werden etwa 15 Hektar Lohwald nach weiteren Wildapfelbäumen durchkämmt. 

Die jungen Zweige des Wildapfels sehen anfangs wie Dornen aus, erklärt Fachmann Holzäpfel.

Dann soll in Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan ein langfristiges Schutzkonzept erarbeitet und zertifiziertes Pflanzenmaterial zur Nachzucht gewonnen werden. Erhalt und Verbreitung dieser gefährdeten heimischen Art stehen dabei im Vordergrund. Zur Bereicherung der regionalen Küche habe der Apfel wenig beizutragen. „Er ist genießbar, wenn man ihn trocknet oder mit viel Zucker einkocht“, weiß Holz­äpfel. Bei Wildtieren seien die Früchte aber beliebt und auch deshalb ökologisch wertvoll.

ul

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