Gemeinsam für weniger Plastik

In Pasing: Münchens erster genossenschaftlich organisierter Unverpackt-Laden wird eröffnet

An der Willibaldstraße 18 eröffnen zahlreiche Mitstreiter einen genossenschaftlich organisierten Laden ohne Verpackungen.
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An der Willibaldstraße 18 eröffnen zahlreiche Mitstreiter einen genossenschaftlich organisierten Laden ohne Verpackungen.

In Pasing eröffnet im Juni Münchens erster genossenschaftlich organisierter Unverpackt-Laden – mit breiter Produktpalette und Nachbarschaftstreff-Café.

  • Laimerin möchte etwas gegen Klimawandel und Plastik unternehmen
  • In Pasing eröffnet sie am Dienstag, 2. Juni, den ersten genossenschaftlich organisierten Unverpackt-Laden in München
  • Jeder kann der Genossenschaft beitreten

Pasing - Regelmäßig bekommt die Laimerin Sabina Pötzsch in den Nachrichten die Folgen des Klimawandels mit: Brände zerstören den australischen Busch, Jahrhunderthochwasser überfluten deutsche Städte. „Ständig hört man Horrormeldungen und denkt, man kann nichts dagegen machen.“

Erster genossenschaftlich organisierter Unverpackt-Laden öffnet im Juni in Pasing

Doch Pötzsch will vor Ort etwas Konkretes tun. Das Ergebnis: Im Juni eröffnet sie in Pasing mit zahlreichen Mitstreitern Münchens ersten genossenschaftlich organisierten Unverpackt-Laden.

„Ich hatte den Wunsch, Plastik zu vermeiden, aber beim Einkaufen im Supermarkt ist das schwer“, sagt sie. Zwar gibt es auch in München Läden, die Produkte ohne Verpackungen anbieten, aber nicht in ihrer näheren Umgebung.

Pötzsch stellte ihre Idee im Nachbarschaftsforum „nebenan.de“ vor und erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen. Sie und ihre Mitstreiter gründeten daraufhin eine Genossenschaft, die den Laden betreiben soll, und erarbeiteten ein Konzept.

Schließlich mieteten sie einen ehemaligen Getränkemarkt an der Willibaldstraße 18 an. Die Umbau- und Renovierungsarbeiten wollten sie selbst erledigen, doch wegen der Corona-Krise war das nicht möglich. „Wir haben Handwerker beauftragt. Dadurch wurde es deutlich teurer.“

Eröffnung am 2. Juni - mit breiter Produktpalette und Café

Doch nun steht der Eröffnung nichts mehr im Weg. Am Dienstag, 2. Juni, soll es losgehen. „Man wird dort fast alles bekommen, was man für den täglichen Bedarf braucht: Brot, Getreide, Reis, Nudeln, Nüsse, Mehl, Eier, Gewürze, Obst, Gemüse, Milchprodukte, Kaffee, Tee, Putzmittel, Kosmetikprodukte und Haushaltswaren“, sagt Pötzsch.

Sabina Pötzsch (re.) hatte die Idee zum Unverpackt-Laden.

Die Produkte kämen aus der Region, seien bio und unverpackt. Kunden können entweder im Laden Gläser und Baumwollbeutel kaufen oder eigene Behälter mitbringen. Außerdem wird es ein kleines Café mit 20 Sitzplätzen als Nachbarschaftstreff geben.

Marktleiter und ehrenamtliche Genossen führen Laden

Die Genossenschaft ist inzwischen auf 337 Mitglieder angewachsen. Ein hauptamtlicher Marktleiter wird sich um den Laden kümmern und von ehrenamtlichen Genossen unterstützt. So kann montags bis freitags von 10 bis 20 und samstags von 10 bis 15.30 Uhr geöffnet werden.

Abwerfen wird der Laden nichts, aber wir können zeigen, dass jeder vor Ort etwas tun kann“, sagt Pötzsch.

So funktioniert der Laden

Jeder kann Mitglied in der Genossenschaft werden. Er muss mindestens einen Anteil für 150 Euro kaufen. Die Genossen wählen einen Aufsichtsrat und treffen auf der Mitgliederversammlung die grundlegenden Entscheidungen.

Sie haften nicht für den Laden, so dass sie im schlimmsten Fall nur die 150 Euro verlieren. Weitere Infos gibt es auf der Website.

andy

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