Pasinger klagen jetzt in Karlsruhe

Anwohner ziehen vor Bundesverfassungsgericht –Wegen mangelnder Verkehrserschließung eines Neubaugebiets

Zahlreiche Anwohner glauben nicht, dass die Paul-Gerhardt-Allee den Verkehr aus dem Neubaugebiet bewältigen kann – trotz des neu gebauten Kreisels am Eingang des Quartiers.
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Zahlreiche Anwohner glauben nicht, dass die Paul-Gerhardt-Allee den Verkehr aus dem Neubaugebiet bewältigen kann – trotz des neu gebauten Kreisels am Eingang des Quartiers.

Wegen der Erschließung des Baugebiets nördlich der Bahn, gehen nun Anwohner vors Bundesverfassungsgericht. Alle Einzelheiten und was die Stadt dazu sagt...

  • Pasinger klagen jetzt in Karlsruhe.
  • Was die Anwohner nicht hinnehmen wollen.
  • Was die Stadt München dazu sagt.

Pasing – Eine Gruppe von Pasingern und Obermenzingern verklagt die Stadt vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Grund: die mangelnde Verkehrs­erschließung des Neubaugebiets an der Paul-Gerhardt- Allee. 

„Wir befürchten, dass die Verkehrsbelastung in den Wohnstraßen in der Umgebung zu hoch wird und wir hier nicht mehr ohne gesundheitliche Einschränkungen durch den Lärm wohnen können“, sagt Maria Ecke-Bünger. 

Der Autoverkehr aus dem neuen Quartier mit voraussichtlich 5000 Bewohnern soll über die Paul-Gerhardt-Allee und die Nusselstraße in das übergeordnete Hauptstraßennetz fließen. Die Anwohner glauben nicht, dass die beiden Straßen dies bewältigen können. „Die Belastung ist schon jetzt zu hoch. 

In der Nusselstraße dürfte der Verkehrslärm auf rund 71 Dezibel steigen. Ab 65 Dezibel ist er gesundheitsgefährdend“, so Ecke-Bünger. Außerdem würden sich die Autos bei Stau Schleichwege über die angrenzenden Wohnstraßen suchen. Die Stadt geht dagegen davon aus, dass die Verkehrsbelastung gleich bleibt. 

Das sagt der Sprecher des Planungsreferats:

„Durch den Wegfall gewerblicher Nutzungen und Handelseinrichtungen im Planungsgebiet wird vor allem der Schwerlastverkehr deutlich reduziert“, sagt der Sprecher des Planungsreferats, Ingo Trömer. „Der vom Planungsgebiet im Mittel circa 1,6 Kilometer entfernte Bahnhof Pasing-Nordausgang wird künftig zu Fuß und mit dem Fahrrad deutlich besser und attraktiver zu erreichen sein.“ 

Ein Baustein dafür sei ein neuer Fuß- und Radweg nördlich der Bahnlinie, zu dem auch die Brücke über die Offenbachstraße gehört. Zudem werde es eine Fuß- und Radwegbrücke zum Knie und damit zur Straßenbahn sowie dem neuen Halt der U5 geben. Ein Shuttlebus verkehrt bereits jetzt von der Paul-Gerhardt-Allee zum Bahnhof. 

Nur eine Zufahrt für 5500 Bürger? – Die Erschließung des Neubaugebiets sei völlig unzureichend

Die Anwohner wollten das nicht hinnehmen

Für die Anwohner ist dies nicht ausreichend. Sie fordern einen Autotunnel oder eine Autobrücke zur Landsberger Straße. Eine Brücke lehnt die Stadt aus „verkehrsplanerischen, stadtgestalterischen, lärmtechnischen und Kostengründen“ komplett ab, eine Tunnelplanung werde nur optional offengehalten, so Trömer. 

Die Anwohner wollten das nicht hinnehmen. „Bei der Bürgerbeteiligung gab es mehr als 600 Zuschriften wegen der Verkehrserschließung, wir waren in der Bürgersprechstunde des OB und bei den Bürgerversammlungen. Aber die Stadt hat alle Einwände übergangen. Es tut weh, dass man den Eindruck hat, dass die Bürgerinteressen nichts zählen“, sagt Heinz Schirdewahn. 

Die Anwohner sahen nur noch die Möglichkeit, wegen Miss­achtung des Gesundheitsschutzes zu klagen. Doch das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab. „Das Gericht hat sich unserer Ansicht nach der Sache nicht so angenommen, wie es seine Aufgabe gewesen wäre. Deshalb legte unser Rechtsanwalt Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein“, so Ecke-Bünger. 

Münchens neue Quartiere:Die Paul-Gerhardt-Allee in Pasing – Vielfältige Architektur und grüne Höfe

A. Schwarzbauer

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