Diese Brille macht das Unsichtbare sichtbar

Werfen wir Münchner bald 3D-Blicke in die Zukunft?

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Die Augmented-Reality-Brille visualisiert die zukünftige Bebauung in Freiham.

München – Zahlreiche Visionen und massenhaft Baustellen: München wächst – aber wie soll es in einigen Jahren aussehen? Die Stadt hat hierfür jetzt eine Innovation vorgestellt

Blaue Quadrate schweben über der Aubinger Allee in Freiham. Sie zeigen, welche Bebauung dort möglich ist. Zu sehen sind sie bei einem Blick durch eine Augmented-Reality-Brille, die das Münchner Unternehmen „Holo-Light“ für die Stadt entwickelt hat. Augmented Reality bedeutet, die reale Welt um zusätzliche digitale Informationen zu erweitern.

„Man kann das gut nutzen, um die Bürger mitzunehmen und ihnen zu zeigen, wie ein Neubaugebiet wird“, sagt Kommunalreferentin Kristina Frank. Allerdings sind bisher nur die Umrisse der Gebäude in die Brille eingespeist. Fassaden oder Fenster sind nicht zu sehen. Es sei jedoch kein Problem auch diese Informationen sichtbar zu machen, sobald die Daten vorliegen, versichert Luis Bollinger von „Holo-Light“. Ebenso könnte die Brille U-Bahn-Stationen anzeigen und freie Wohnungen oder die Feinstaubstaubbelastung farblich hervorheben. „Man kann sie unglaublich anreichern.“

Zum Einsatz kommen könnten die Brillen bei Veranstaltungen und Workshops. „Bei einem 3D-Modell, das in der Innenstadt im Rathaus steht, ist die Hemmschwelle für Bürger größer, sich einzubringen. Die Brillen können Mitarbeiter der Stadt in den Rucksack packen und zu den Bürgern vor Ort kommen“, sagt Markus Mohl vom Kommunalreferat. Er kann sich auch vorstellen, dass bei Architekten-Wettbewerben die Entscheidung mit Hilfe der Augmented Reality fällt.

Bisher gibt es die Brillen nur mit Daten für Freiham. Aber: „Grundsätzlich ist es für alle Planungsthemen interessant“, so Mohl. So könnte die Brille auch bei der Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Nordosten zum Einsatz kommen.

Andreas Schwarzbauer

Kommentar: Ein interessantes aber ausbaufähiges Projekt

Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, zu sehen, wie Freiham in einigen Jahren aussehen wird. Dann tauchten bei einem Blick durch die Augmented-Reality-Brille nur blaue Quader auf, die nicht wie auf der Visualisierung oben an der Straße standen, sondern in der Luft hingen. Scheinbar lag das an der Perspektive, denn wir testeten die Brillen auf einem Aussichtsturm. So konnte ich mir kaum vorstellen, wie Freiham aussehen soll. Wenn die Brille bald allerdings die Gebäude mit Fenstern und Fassaden zeigt, ist es eine gute Möglichkeit, den Bürger das Neubaugebiet vorzustellen und Ängste abzubauen.

Andreas Schwarzbauer

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