Dachauer Straße 46

Märchenfabrik wird 50: Theater für Kinder feiert Jubiläum

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München: Zum Jubiläum erzählt der Gründer, warum es so erfolgreich ist.

6,5 Millionen Besucher, 100 Premieren, 30 000 Vorstellungen: Das ist das „Theater für Kinder“, Dachauer Straße 46, in Zahlen. Jetzt feiert die Bühne 50-jähriges Bestehen. Hinter allem steckt Heinz Redmann (Foto re.), der sich selbst als „verrückter Theatermann mit Herz, der nie aufgibt“ bezeichnet. Er hat das Theater 1967 gegründet – „in München gab es nichts vergleichbares.“ Und auch heute sei das Theater, in dem das ganze Jahr über Kinder-Stücke zu sehen sind, einzigartig in Deutschland.

50 Jahre Kindertheater. Blickt Redmann zurück, fallen ihm nicht nur positive Momente ein: „Oft fehlte das Geld.“ Aber er hat nie aufgegeben und auch die Zuschauer standen an seiner Seite: „Als es hieß, das Theater muss schließen, haben Kinder einen Flohmarkt veranstaltet und den Erlös hergebracht.“ Dann sprang die Stadt ein und unterstützte das Theater – heute trägt das Theater 60 Prozent der Kosten, 40 Prozent kommen von der Stadt, aus Spenden und von Fördermitgliedern.

Die Kinder lieben ihre Bühne. Unzählige Dankesbriefe hängen an den Wänden: „Ich komme bald wieder“ und „Mir hat die Aufführung sehr gut gefallen“. Das Theater entführt in die alte Zeit: Die Einrichtung hat Patina, die Klassiker Pippi, Hotzenplotz und kleine Hexe sind die Zugpferde. Redmann und sein rund 50-köpfiges Team wollen die Fantasie anregen und die Sprachentwicklung fördern – „ohne erhobenen Zeigefinger“. Wann Redmann aufhören will? „Nie“, sagt er und kümmert sich jetzt schon um die Stücke der neuen Saison.

Ines Weinzierl

Sondervorstellungen „Kleines Gespenst“ zum Jubiläum am 20. und 21. Mai ab 15 Uhr – mit Preisen wie vor 50 Jahren: 2,50 Euro!

Geschichten rund um die Bühne

Welche Geschichten sich neben der Bühne zugetragen haben lesen Sie hier:

Feueralarm! Einmal stürmten Feuerwehrleute den Zuschauerraum während einer Probe zur „Zauberflöte“. Prinz Tamino hatte die Anfangsszene „zu Hilfe, zu Hilfe, sonst bin ich verloren“ so intensiv und oft geprobt, dass ein neu zugezogener Nachbar besorgt die Rettung alarmierte.

Schnarcher! Ein Schauspieler wartete hinter Bühne auf seinen Eisnatz, allerdings war er so müde, dass er einschlief. Als er dran war, war es totenstill – nur er schnarchte laut. Der schlafende Schauspieler wurde geweckt, schrie erschrocken auf und stolperte auf die Bühne.

Bedrohung! Morgens klingelt beim Theaterdirektor das Telefon. Es war seine Bürodame. Panisch und atemlos flüsterte sie: „Kommen Sie schnell, ich werde bedroht, es geht um Leben und Tod.“ Redmann raste ins Theater und stellte den Eindringling. Er war der Darsteller des Mondmannes, der im Flur saß und seinen Text sprach: „Ich hasse alle Menschen, am liebsten würde ich alle auffressen.“

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