Deutschlandweit einzigartig

Halbzeitbilanz beim Pop-Up-Store der Bundeswehr in Pasing

+
Brigadegeneral Frank Reiland, Abteilungsleiter für Personalgewinnung bei der Bundeswehr.

Besucher nehmen die neue Karriere-Lounge in den Pasing Arcaden gut an.  Die Bundeswehr hat mit dem Kurzzeit-Laden vor allem ein Ziel. 

Update: 20. Dezember

3700 Gespräche und mehr als 100 Bewerbungen in vier Wochen – das ist die Halbzeitbilanz des Pop-Up-Stores der Bundeswehr in den Pasing Arcaden. Mit der Resonanz sei man sehr zufrieden, teilten die Verantwortlichen mit. Inzwischen kämen vermehrt Menschen gezielt in die die Karriere-Lounge, um sich zu informieren. Anfangs hätten fast ausschließlich zufällig vorbeikommende Passanten das Angebot wahrgenommen. Kritische Stimmen gebe es zwar auch, jedoch sei der Großteil dem Projekt gegenüber aufgeschlossen. 

„Viele sind neugierig, was es mit diesem Stand auf sich hat. Es ist eine wachsende Unvoreingenommenheit junger Leute gegenüber dem Militär zu spüren“, sagt Brigadegeneral Frank Reiland. Auch wenn sich die Bundeswehr vor allem auf die Zielgruppe im wehrfähigen Alter von 17 bis 25 konzentriert, interessierten sich auch ältere Menschen für den Laden. Jede Woche präsentieren die Mitarbeiter einen anderen Schwerpunkt. 

Derzeit stellen sich die Gebirgsjäger vor. Nach den Feiertagen steht das Thema Gesundheit im Mittelpunkt. Am beliebtesten sei jedoch das Thema Luftwaffe. Konkrete Daten, wie viele neue Rekruten die Bundeswehr durch den Laden gewinnen konnte, gibt es noch nicht. Damit müsse man bis zum Abschluss des Projekts warten, so Reiland. Noch bis zum 13. Januar hat der Bundeswehr-Stand in den Pasing Arcaden geöffnet. 

Tim Graser

Erstmeldung: 21. November

Für die Bundeswehr scheint ihre Karriere-Lounge in den Pasing Arcaden ein voller Erfolg zu werden. Gleich am ersten Tag, Samstag, 16. November, seien 350 Leute da gewesen, sagt Karriereberater Alexander Esser. Und auch unter der Woche herrscht ein reges Kommen und Gehen. Zwar gebe es auch kritische Nachfragen, aber 98 Prozent der Besucher seien interessiert und positiv. 

Direkt am Eingang des zweiten Teils der Pasing Arcaden befindet sich der Bundeswehr-Laden. 

Keine Nachwuchsprobleme beim Bund

„Unser Ziel ist es auf die Bundeswehr aufmerksam zu machen und über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren“, so Esser. Durch den Wegfall der Wehrpflicht sei man nicht mehr so präsent. Mit rund 125 000 Bewerbern für 25 000 Stellen gebe es zwar keine Nachwuchsprobleme, aber auch bei der Bundeswehr fehlten Fachkräfte, wie IT-Spezialisten oder Techniker, so Sprecher Sebastian Moldan. Deshalb hat die Bundeswehr im Erdgeschoss der Pasing Arcaden einen sogenannten Pop-up-Store, also einen kurzzeitigen Laden, eröffnet. Es ist deutschlandweit das erste Projekt dieser Art der Bundeswehr.

Flugsimulator und Sportgerät in einem - Besucher können in der Karriere-Lounge der Bundeswehr nachempfinden, wie man sich in einem Eurofighter fühlt.

Bis 13. Januar können sich Interessierte dort informieren und den Karriereberatern, aber auch aktiven Soldaten ihre Fragen stellen. „In einem persönlichen Gespräch können wir Zweifel aber auch falsche Vorstellungen beseitigen.“ Darüber hinaus können sie mit einer Virtual-Reality-Brille den Flug mit einem Eurofighter simulieren oder die Kleidung der Bundeswehr begutachten. Verpflichten kann sich in den Pasing Arcaden niemand. „Wer sich konkreter informieren will, kann einen Termin im Karrierecenter vereinbaren“, so Esser.

Ärger um öffentliches Gelöbnis im Hofgarten

Pasing Arcaden: Ärger um Winterbar

Andreas Schwarzbauer

So kommt der neue Laden bei den Passanten an

Tim Weiler (33), Pasing: „Ich finde es prima, dass es hier die Möglichkeit gibt, Gespräche zu führen. Die Bundeswehr ist ein wichtiger Teil Deutschlands und muss mehr Präsenz zeigen, um Personalproblemen entgegenzuwirken. Allerdings muss man kritisch fragen, was das Soldatendasein mit einem 17- oder 18-Jährigen macht.“

Christian Naumann(51), Bogenhausen: „Ich finde den Laden der Bundeswehr in Ordnung. Seit die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, braucht der Bund Nachwuchs. Ich glaube, dass so ein Laden eine bessere Gelegenheit ist, sich kennenzulernen und Gespräche zu führen als bei einer Musterung.“

Jörg Dahl (51), Obermenzing: „Was mich richtig stört, ist, dass der Laden der Bundeswehr wie ein Kleidungsladen wirkt. Sie verkaufen das Soldatenleben als Hipster-Lifestyle. Das stimmt aber nicht. Denselben Fehleindruck vermittelt das Heer auch im Internet.“

Tim Graser

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Aufmerksame Nachbarn bemerken Küchenbrand – und starten Rettungsaktion
Aufmerksame Nachbarn bemerken Küchenbrand – und starten Rettungsaktion
Anwohner klagen, dass Stadt Zusage nicht umsetzt – KVR und MVG widersprechen dem
Anwohner klagen, dass Stadt Zusage nicht umsetzt – KVR und MVG widersprechen dem
Für das „Wir-Gefühl“ – Wie Realschüler die Zukunft im kommenden Campus mitgestalten
Für das „Wir-Gefühl“ – Wie Realschüler die Zukunft im kommenden Campus mitgestalten
Inflagranti erwischt: Mann will Dieb zur Rede stellen – plötzlich zieht der ein Messer
Inflagranti erwischt: Mann will Dieb zur Rede stellen – plötzlich zieht der ein Messer

Kommentare