Neuer Standort für Obermenzinger Kloster in Sicht: Was in München bleiben soll

Russisch-orthodoxes Kloster plant Umzug in Günzburger Schloss

Schloss Seyfriedsberg im Landkreis Günzburg bei Augsburg
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Schloss Seyfriedsberg im Landkreis Günzburg bei Augsburg soll der neue Klostersitz werden - wenn die Finanzierung klappt.

Die russisch-orthodoxe Bruderschaft in Obermenzing braucht mehr Platz, kann dort aber nicht bauen. Deshalb wurden andere Standorte gesucht - und ein Schloss gefunden.

  • Neuer Kloster-Standort könnte ein Schloss bei Augsburg sein
  • Spendenaktion muss mindestens zwei Millionen Euro bringen
  • Kirchliche Nutzung in Obermenzing soll erhalten bleiben

OBERMENZING Im russisch-­orthodoxen Kloster des heiligen Hiob von Pocaev an der Hofbauernstraße stehen zukunftsweisende Entscheidungen an. Sobald die Finanzierung abgesichert ist, will die Bruderschaft das Schloss Seyfriedsberg bei Augsburg (Kreis Günzburg) kaufen und dort die Erweiterungspläne für das Kloster umsetzen, für die es am jetzigen Standort kein Baurecht. Allerdings soll die kirchliche Nutzung in Obermenzing auch nach Umzug des Bischofssitzes nicht aufgegeben werden.

Das russisch-orthodoxe Kloster Hiob an der Hofbauernstraße soll auch nach einem Umzug weiter kirchlich genutzt werden.

Schloss böte Platz für weitere Tätigkeitsfelder

Besagtes Schloss ist in Privatbesitz. Die Eigentümer suchen nach Informationen von Priester­mönch Hiob seit sieben Jahren einen Käufer. „Das Schloss mit Park und Waldstück böte uns Ruhe, Abgeschiedenheit, Nähe zur Natur, mehr Platz für unsere Werkstätten, für Gäste und Brüder“, fasst der Sprecher des Klosters die Vorzüge zusammen. Sogar neue Tätigkeitsfelder werden schon angedacht, zum Beispiel eine Schnapsbrennerei und Aquaponik (eine Kombination aus Fischzucht in Aquakultur und der Anbau von Nutzpflanzen mittels Hydrokultur).

Priestermönch Hiob im Garten des Obermenzinger Klosters.

Einen Bauvorbescheid des Landkreises Günzburg gibt es laut Kloster-Sprecher auch schon. Demnach seien der Umbau der Gebäude sowie die Errichtung einer Kappelle, eines Friedhofs und eines Parkplatzes auf dem Gelände möglich und vereinbar mit dem Denkmal- und Naturschutz. „Alles Dinge, die uns hier in München faktisch verwehrt wurden und tatsächlich auf dem kleinen Grundstück sehr begrenzt realisierbar wären“, erinnert Pater Hiob an die Probleme vor Ort.

Bruderschaft sammelt Spenden: Erstes Ziel zwei Millionen Euro

Jetzt geht es ums Geld. Die Bruderschaft hat einen Spendenaufruf gestartet und will sich damit „für die letzte Phase der Verhandlungen“ absichern. „Sobald wir zwei Millionen Euro beisammen haben, hätten wir zusammen mit unseren Ersparnissen, denke ich, genug ‚Verhandlungsmasse‘“, so Pater Hiob. Das Spendenziel insgesamt sind vier Millionen Euro für den Kauf und die Basis-Sanierung, so dass die Mönche in die bestehenden Gebäude einziehen können. Über den genauen Kaufpreis wird laut Pater Hiob noch verhandelt. 

Klar sei, dass der jetzige Standort erhalten bleibe. Es gebe diverse Nutzungsmöglichkeiten wie Kloster-Filiale, Priesterseminar, Gemeindearbeit, Diözesanverwaltung und -Archiv. „Noch sind wir uns da nicht einig.“

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