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Kindergarten an der Schäferwiese muss schließen ‒ Eltern kämpfen um die Kinderbetreuung und suchen Erzieher

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Von: Ursula Löschau

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Der Kindergarten an der Schäferwiese in Obermenzing muss aufgrund von Personalmangel geschlossen werden.
Der Kindergarten an der Schäferwiese in Obermenzing muss aufgrund von Personalmangel geschlossen werden. © Ursula Löschau

Ein Schock für die Eltern von 29 Kindern: der Kindergarten an der Schäferwiese muss aufgrund von Personalmangel schließen - und das schon in wenigen Wochen.

Update: 01. Februar

Der Elternbeirat des Kindergartens an der Schäferwiese und der Kreisjugendring (KJR) München-Stadt als Träger haben jetzt bei einem Treffen die Möglichkeiten ausgelotet, wie eine monatelange Schließung der Einrichtung unter Umständen noch verhindert werden könnte. Alles steht und fällt damit, dass so schnell wie möglich qualifiziertes Fachpersonal wie Erzieher und Kinderpfleger gefunden wird.

Gemeinsame Personalsuche soll Engpass überwinden

„Die vorläufige Schließung zum 1. März ist aus Gründen des Personalmangels unumgänglich. Unser Ziel bleibt aber die schnellstmögliche Wiedereröffnung“, fasst KJR-Sprecher Gecko Wagner zusammen. „Der Träger und wir wollen versuchen, dass der Kindergarten vielleicht sogar im April wieder eröffnen kann“, bestätigt die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Lipic. Dazu beteiligen sich die Eltern jetzt auch mit Aushängen im Viertel und Mundpropaganda aktiv an der Personalsuche.

Der KJR-Sprecher erklärt Hallo gegenüber: „Darüber hinaus haben auch wir unsere Bemühungen weiter intensiviert. Neben bereits erfolgten und künftigen Ausschreibungen sprechen wir derzeit gezielt mögliche Fachkräfte an und haben die Kolleginnen und Kollegen unserer anderen Kindertageseinrichtungen gebeten, ihrerseits mögliche Fach- und Ergänzungskräfte im Bekanntenkreis auf die Stellen in der Schäferweise hinzuweisen.“

Für alle Bewerber gelte: „Wir sind an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert, die eine gesicherte und qualifizierte Betreuung aller Kinder ermöglicht. Im besten Fall können wir in der Schäferwiese alle drei vorgesehenen Gruppen öffnen.“

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Erstmeldung: 26. Januar 2022

Obermenzing - Helle Aufregung bei vielen Familien in Obermenzing: Erst vor wenigen Tagen haben die Eltern von 29 Drei- bis Sechsjährigen erfahren, dass ihr Kindergarten an der Schäferwiese bereits zum 1. März schließen wird. Der Kreisjugendring (KJR) München-Stadt als Träger begründet den Schritt mit fehlendem Personal und bietet Alternativen unter anderem in Milbertshofen-Am Hart, Feldmoching-Hasenbergl und Hadern an.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Schock für Eltern in Obermenzing: Kindergarten an der Schäferwiese schließt

„Diese Wege wären eine Zumutung“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Lipic. „Für viele der betroffenen Familien bedeutet das theoretisch, dass ein Elternteil ab 1. März nicht mehr arbeiten kann“, ergänzt Mutter Sonja Lang und sagt: „Wir apellieren an die Menschlichkeit des KJR, dass er den Betrieb bis Sommer noch mit Anstand zu Ende bringt.“ Mit dieser Forderung hat sich der Elternbeirat jetzt nicht nur an den Träger gewandt, sondern sucht auch Hilfe beim örtlichen BA, dem Referat für Bildung und Sport (s. Kasten) und OB Dieter Reiter.

Kindergarten an der Schäferwiese muss schließen: Eltern bieten Hilfe an

Der Elternbeirat will alles versuchen, um die Schließung um einige Monate hinauszuzögern. „Damit zumindest die Vorschulkinder nicht wegen fünf Monaten bis zum Schulbeginn noch in eine andere Einrichtung wechseln müssen“, betont die Elternbeiratsvorsitzende.

Die Eltern von 29 Mädchen und Buben aus Obermenzing wollen alles unternehmen, damit der 
Kindergarten an der Schäferwiese zumindest noch bis Sommer in Betrieb bleibt.
Die Eltern von 29 Mädchen und Buben aus Obermenzing wollen alles unternehmen, damit der Kindergarten an der Schäferwiese zumindest noch bis Sommer in Betrieb bleibt. © Ursula Löschau

Mütter und Väter bieten für eine Weiterführung im „Krisenmodus“ auch aktive Hilfe an. „Wir haben vorgeschlagen, Elterndienste einzusetzen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass die Kinder nur noch zwei statt fünf Tage die Woche in den Kiga kommen, um die Anzahl der betreuten Kinder zu reduzieren. Dann würden zwei Kräfte vor Ort ausreichen“, sagt Lipic.

Schließung des Kindergartens an der Schäferwiese: das sagen KJR und Stadt

Auf Hallo-Anfrage erklärt der Träger die Vorschläge für nicht umsetzbar oder zielführend. „Um eine Förderung über das Bayerische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz zu erhalten, ist eine Mindestbuchungszeit von 20 Wochenstunden Voraussetzung. Damit ist also eine Betreuungszeit von mindestens drei Tagen je Kind notwendig, was die Möglichkeit zur Kürzung limitiert. Gleichzeitig könnte auch dieser eingeschränkte Betrieb nur mit zusätzlichem Fachpersonal erfolgen“, erläutert KJR-Pressereferent Gecko Wagner.

Trotz intensiver – aber erfolgloser – Personalsuche und des Einsatzes von Springern sei es jedoch ab März nicht möglich, „den Kindergarten entsprechend des nötigen Betreuungsschlüssels und unserer Qualitätsstandards weiter zu betreiben“. Laut Wagner soll die Einrichtung wieder eröffnet werden, „sobald das benötigte Fachpersonal gefunden ist“. Genehmigt sind 75 Plätze in drei Gruppen. Eine schnelle Besetzung der offenen Stellen sei aber „nicht realistisch“.

Die Stadt zum Kindergarten-Aus

Andreas Haas vom Referat für Bildung und Sport bestätigt auf Hallo-Anfrage die Entscheidung des KJR: „Aufgrund des sich verschärfenden Personalengpasses gibt es vorerst keine Möglichkeit, den Kindergarten entsprechend des nötigen Betreuungsschlüssels und Qualitätsstandards weiter zu betreiben.“ Die 2011 eröffneten Räume im Eigentum der Stadt sollen jetzt renoviert werden.

Der BA Pasing-Obermenzing befasst sich am Dienstag, 1. Februar, ab 19 Uhr in der Grundschule an der Grandlstraße 5 mit dem Thema.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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