Obermenzinger Eltern sind verzweifelt

Stehen hier bald 50 Kinder auf der Straße?

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Vor dem Aus? In der Frauendorferstraße 67a werden seit 40 Jahren Kinder betreut.

Obermenzing – Der Kindergarten an der Frauendorferstraße steht vor dem Aus. Die Schließung ist bereits für September angekündigt – zur großen Sorge der Elternschaft 

Stehen schon bald 50 kleine Kinder Obermenzings ohne Kindergarten-Betreuung auf der Straße? Denn dem Haus an der Frauendorferstraße 67a, aus dem seit 40 Jahren das fröhliche Lachen der Knirpse zu hören ist, droht die Schließung. Die betroffenen Eltern der privaten Einrichtung bekamen vor zwei Wochen die Hiobsbotschaft: „Am 18. März hieß es: Der Kindergarten schließt zum September“, berichtet Julia Kloss, Obermenzinger Mutter von fünf Kindern, bei der Bürgerversammlung. Ihre Angst und Sorge ist groß: „Das Aus kommt für uns überraschend. Wo sollen wir unsere Kinder denn dann betreuen lassen?“

Auch Florian Schubert wurde schon in der Einrichtung betreut. Die drohende Schließung betrifft nun seine beiden Kinder.

Auch Florian Schubert ist Vater und Sprecher der Elternschaft der Einrichtung. Er bestätigt: „Das ist leider wahr. Der private Trägerverein ,Kindergarten Solln und Obermenzing‘ hat uns mitgeteilt, dass eine Fortführung ab September 2019 nicht mehr möglich sei.“ Dabei hat er selbst schon als Bub die Einrichtung besucht. Doch ob seine Tochter und sein kleiner Sohn weiter dort betreut werden können, steht in den Sternen.

Der scheidende Trägerverein wollte sich auf Hallo-Anfrage zu den Vorgängen nicht äußern.

Ulrich Lobinger vom städtischen Referat für Bildung und Sport (RBS) bestätigt den Trägerwandel, doch liege „der Fachaufsicht bis jetzt kein schriftlicher Antrag der Trägerin zur Schließung der Einrichtung vor.“ Auch das RBS will den Erhalt des Kindergartens: „Alle Möglichkeiten seitens der Behörde werden ausgeschöpft. Selbstverständlich ist das RBS sehr an einem Erhalt der Plätze interessiert. Die zuständige Abteilung berät und unterstützt den Trägerverein.“ – gerade weil in Obermenzing Kindergartenplätze rar sind.

Schubert bleibt trotz hohem Druck zuversichtlich: „Die Eltern versuchen, kurzfristige Varianten zur Lösung der Situation zu finden: Verhandlungen mit weiteren Trägern zur Übernahme laufen, eine Prüfung der Übernahme des Vereins durch die Elternschaft und gegebenenfalls die Gründung einer Eltern-Kind-Initiative.“ 

Fünffach-Mutter Kloss appelliert derweil an alle Menzinger: „Helfen Sie uns, diesen Platz zu erhalten!“ Auch Schubert kämpft, dass die Einrichtung bleibt: „Wir wollen den Kindergarten retten. In München darf kein Kindergarten sterben.“

Marie-Julie Hlawica

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