Nie mehr Konzepte schreiben

Abschied nach 43 Jahren im Schuldienst: Rektorin Gabriele Kerler verlässt Grandlschule

Als Nachfolgerin von Rektorin Gabriele Kerler (Foto) kommt Beate Hüttemann. Sie hat bisher die Grundschule Esting geleitet.
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Als Nachfolgerin von Rektorin Gabriele Kerler (Foto) kommt Beate Hüttemann. Sie hat bisher die Grundschule Esting geleitet.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Nach 43 Arbeitsjahren im Schuldienst verabschiedet sich Gabriele Kerler. Sie war seit vielen Jahren die Rektorin der Obermenzinger Grundschule an der Grandlstraße. In Hallo blickt sie zurück.

Obermenzing - Rund 530 Kinder in der Grundschule an der Grandl­straße freuen sich diese Woche – wie alle bayerischen Schüler – auf den Start der Sommerferien.

Für Gabriele Kerler, ihre langjährige Rektorin, fängt heuer mit dem ersten Ferientag ein neuer Lebensabschnitt an. Sie geht nach 43 Jahren Schuldienst in Pension. Davon waren die letzten zehn Jahre in Obermenzing ganz besonders bewegt: „In diesem Wirkungsfeld habe ich so viel erlebt, wie andere nicht in ihrer ganzen Schullaufbahn“, blickt Kerler zurück.

Allein die Genehmigung der Baupläne für den neuen Schulcampus mit Grund- und Realschule sowie Sporthalle sei ein „großer Kraftakt“ gewesen. Gefolgt vom „Riesenumzug mit 500 Kindern“ in eine Container­anlage im Durchblick, in der wenig später das gesundheitsgefährdende Gas Formaldehyd festgestellt wurde.

Als es nach drei Jahren Bauzeit und Auslagerung an den Einzug in den Neubau ging, mischten sich Freude und Sorgen, denn: „Das neue Schulhaus war zu klein. Wir hatten 20 Klassen, das Gebäude war aber nur für 16 Klassen konzipiert.“ Doch auch dieses Problem wurde gelöst.

Räume, die ursprünglich für die Nachmittagsbetreuung gedacht waren, wurden zu Klassenzimmern umgerüstet. Dennoch sind heute sieben Mittagsbetreuungen im Haus. Das angeschlossene Tagesheim betreut 150 Kinder.

Stolz ist Gabriele Kerler da­rauf, dass trotz dieser „schwierigen Phasen“ nicht nur die unterrichtlichen Ziele erreicht werden konnten, sondern stets auch soziale Projekte das Schulleben mitprägten. Dazu gehörten Benefizaktionen für die Klinik-Clowns, für Jutta Speidels Verein „Horizont“ oder auch für den Bau einer Schulkantine in Afrika.

„Das ist und war schon immer mein Steckenpferd“, sagt sie und schließt hier auch ihre davorliegende Dienstzeit in der Grundschule am Schererplatz mit ein, davon ebenfalls zehn Jahre als Rektorin. Dort brachte sie von der Schulhof-Umgestaltung bis zur Einrichtung eines Horts vieles auf den Weg.

Ihr soziales Engagement will Kerler auch künftig fortsetzen, außerdem reisen, in Chören mitsingen und viel Zeit mit Enkeltochter Carla verbringen. „Was ich nicht mehr machen will, ist Konzepte schreiben. Davon habe ich in der Pandemie während der letzten eineinhalb Jahre mehr als genug gemacht.“

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