Kriemhildenstraße: Schleichwegfahrer nutzen Firmenzufahrt – Anwohner fordern Abhilfe

Wieder Streit um ein Schlupfloch an Nymphenburger Tankstelle

Junior-Chef Andreas Minneken in der Zufahrt: Sperrpfosten wurden von Fremden schon mehrfach abgesägt.
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Junior-Chef Andreas Minneken in der Zufahrt: Sperrpfosten wurden von Fremden schon mehrfach abgesägt.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Ärger in der Kriemhildenstraße: Anwohner wollen Durchfahrt über eine Tankstelle stoppen, um Schleichverkehr vorzubeugen. Die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf.

  • Wieder Ärger um Tankstellenzufahrt in der Kriemhildenstraße
  • Eigentümer berichtet von Vandalismus und Bittschreiben
  • Stadt hält Verkehrsbelastung durch Schleichwegfahrer für zumutbar
  • Thema im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg am Dienstag, 18. Mai

Nymphenburg - Ein Streit zwischen Anwohnern der Kriemhildenstraße, dem Eigentümer der Esso-Tankstelle an der Arnulfstraße und der Stadt kommt nicht zur Ruhe. Es geht um die rückwärtige Zufahrt der Tankstelle an der Kriemhildenstraße. Schleichwegfahrer nutzen diese regelmäßig, um über das Firmengelände auf schnellstem Weg auf die Arnulfstraße zu kommen. Das soll auf Antrag der Linken jetzt per Beschluss des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg unterbunden werden. Anwohner haben sich über den Durchgangsverkehr in der Kriemhildenstraße, die auf Höhe der Tankstelle als Sackgasse endet, beschwert.

Bürgerinitiative kämpft seit über 15 Jahren für Sperrung der Zufahrt

Und das nicht zum ersten Mal. Florian Ehm von der „Bürgerinitiative Lebenswerte Kriemhildenstraße“ kämpft seit über 15 Jahren gegen das Schlupf­loch. Die Straße sei der Hauptschulweg zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium, erklärt er und sagt: „Die Situation ist untragbar. Der Schulweg der Kinder ist extrem gefährlich hierdurch, vom Lärm durch das Kopfsteinpflaster ganz zu schweigen.“ Doch schon 2006 teilte ihm der Neuhauser Bezirksausschuss mit: „Der BA 9 hat sich mehrfach mit dem Thema befasst und versucht, eine Durchfahrt zu verhindern. Dies ist jedoch aus planungsrechtlichen Gründen nicht möglich, unter anderem, da die Tankstelle ein Anrecht auf Zufahrten hat.“

Die Kriemhildenstraße endet auf Höhe der Tankstellenzufahrt (links) als Sackgasse. Ab dort führt ein Fuß- und Radweg zur Arnulfstraße.

Dauerstau im Viertel während des Umbaus des Romanplatzes führte zur Eskalation

Deren Inhaber Jörg Minneken sagt auch: „Es ist alles genehmigt.“ Die Zufahrt sei für den Betriebsablauf nötig und laut eindeutiger Beschilderung nur für Kunden da. Die Anzahl derer, die seinen Grund nur als Abkürzung nutzten, sei gering. „Morgens ist es mehr, den Rest vom Tag nicht. Wenn im Schnitt jede Stunde ein paar Autos durchfahren, hab ich kein Problem damit.“ Umgekehrt hätten Anwohner Probleme mit einer Sperrung. Das hat Minneken 2019 erlebt, als das Viertel während des Umbaus des Romanplatzes im Stau erstickte. Damals war die Zufahrt dicht und er bekam Bittschreiben, die Durchfahrt doch wieder zu ermöglichen. Mehrfach hätten Unbekannte sogar Absperrpfosten abgesägt, wenn er die Zufahrt zwischendurch immer wieder geschlossen hat.

Was die Stadt dazu sagt und Debatte in der nächsten BA-Sitzung

Laut Ingo Trömer, Sprecher der Lokalbaukommission (LBK), habe eine Prüfung Mitte 2020 ergeben, „dass die Ausfahrt lediglich von sechs bis sieben Fahrzeugen pro Stunde, insbesondere von Kunden der Tankstelle“ genutzt werde. „Daher ist es aus Sicht der LBK unverhältnismäßig, dem Tankstellenbetreiber die Baugenehmigung zu entziehen“, sagt er.

Der Antrag der Linken auf Sperrung der Durchfahrt steht auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen BA-Sitzung am Dienstag, 18. Mai, ab 19.30 Uhr. Diese findet im Backstage an der Reitknechtstraße 6 statt und kann unter www.ba09-live.de im Internet verfolgt werden.

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