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Hirschgarten: Pilotprojekt mit nummerierten Bänken soll schnelle Hilfe in Münchens Parks garantieren

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Von: Ursula Löschau

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Ingrid Heuer-Schwirz hat die Idee, Parkbänke mit Lokalisierungsnummern für den Notfall zu versehen, nach München gebracht. Im Hirschgarten ist die Neuerung schon umgesetzt. Aktuell werden die gelb-schwarzen Schilder dort erprobt.
Ingrid Heuer-Schwirz hat die Idee, Parkbänke mit Lokalisierungsnummern für den Notfall zu versehen, nach München gebracht. Im Hirschgarten ist die Neuerung schon umgesetzt. Aktuell werden die gelb-schwarzen Schilder dort erprobt. © Ursula Löschau

Antrag einer Neuhauser Seniorenvertreterin: Die Bänke im Hirschgarten werden mit Nummern ausgestattet, um im Notfall die Orientierung im Park zu erleichtern.

Nymphenburg - So einfach – und gleichzeitig so effektiv: 163 Sitzbänke im Hirschgarten sind jetzt mit Lokalisierungsnummern gekennzeichnet. Diese helfen in einem Notfall den Rettungskräften bei der Orientierung in dem weitläufigen Park. Denn die Nummern sind bei der Rettungsleitstelle und der Polizei hinterlegt. Meldet ein Anrufer ein Problem und die Standortnummer der nächsten Parkbank, wissen die Helfer gleich, wo Not am Mann ist.

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Einfach und gleichzeitig effektiv: Nummerierte Bänke sollen Orientierung im Park im Notfall erleichtern

Zu verdanken ist diese Innovation der Neuhauser Seniorenvertreterin Ingrid Heuer-Schwirz (65), die etwas Ähnliches 2019 bei einem Besuch in Bad Wörishofen entdeckt hatte. Und nicht nur die Hirschgarten-Besucher sollen von der Idee profitieren, sondern die Nutzer vieler großer städtischer Parks.

„Es freut mich sehr“, so Heuer-Schwirz, „dass diese einfache aber sinnvolle Idee von der Stadt München umgesetzt wird.“ Um ihrem Vorschlag eine möglichst breite Basis zu verschaffen, hatte sie den Antrag zunächst in der Seniorenvertretung und dann im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg eingebracht. Beide Gremien unterstützten die Initiative der Neuhauserin. Zudem griffen mehrere CSU-Stadträte die Idee per Antrag auf.

Stadt setzt Idee um: Bänke in Münchens Parks sollen nummeriert werden

Ein Jahr später folgte die positive Antwort der Stadt. Darin heißt es: „Um im Rettungsfall durch die exakte Bestimmung des Einsatzortes einen schnellen Einsatz der Rettungskräfte zu ermöglichen, ist grundsätzlich die Anbringung von Notfallschildern dort sinnvoll, wo eine Orientierung an Hausnummern nicht möglich ist.“ In den meisten der über 1300 Grünanlagen der Stadt könne „die nächstgelegene öffentliche Straße unmittelbar erreicht werden“. Dorthin könne ein Einsatzfahrzeug unter Angabe von Straßenname und gegebenenfalls einer Hausnummer angefordert und zur betroffenen Person gelotst werden.

Bei großen Parks und Erholungsgeländen sei dies jedoch anders. „Dort ist es gerade für ortsunkundige Besucher schwierig, sich zu orientieren. Aufgrund der Weitläufigkeit fehlt der Bezug zu öffentlich gewidmeten Straßen oder Plätzen“, bestätigt das Baureferat in einem Schreiben an die Antragstellerin.

Nach Pilotprojekt im Hirschgarten: Stadt will Münchner Parks ab 2023 mit nummerierten Bänken ausstatten

Gestartet wurde das Projekt im Hirschgarten, wo 163 Bänke gekennzeichnet wurden. „Derzeit wird diese Art der Beschilderung auf beispielsweise Witterungsbeständigkeit, Vandalismus-Anfälligkeit und Effizienz erprobt. Die Kosten für die Herstellung und die Montage je Schild lagen bei rund 35 Euro“, teilt das Baureferat auf Hallo-Anfrage mit.

Ab 2023 will die Stadt sukzessive weitere Parks und Erholungsgelände (s. Kasten) entsprechend ausstatten. Auf den gelb-schwarzen Plaketten ist neben der Notfallnummer 112 jeweils eine Lokalisierungsnummer angegeben. Auf Anregung des Behindertenbeirates ist deren Oberfläche erhaben und kann auch von sehbehinderten oder blinden Menschen ertastet werden. Die Standorte werden in Form von digitalen Plänen der Polizei und der Rettungsleitstelle zur Verfügung gestellt.

Und: Ingrid Heuer-Schwirz hätte noch mehr Ideen, wie die neuen Nummern genutzt werden könnten. „Es muss ja gar kein Notfall sein. Man kann sich künftig anhand der Nummerierung an einer bestimmten Bank verabreden. Mütter können ihren Kindern einbläuen, dass sie sich dort treffen sollen. Also ein Gewinn für alle Generationen“, sagt sie.

Hier werden Bänke beschildert

In diesen Parks und Grünanlagen werden nach Abstimmung mit den Rettungsdiensten und der Polizei die Bänke entsprechend nummeriert und beschildert: Westpark, Ostpark, Olympiapark, Riemer Park, Sendlinger Wald/Südpark, Luitpoldpark, Pasinger Stadtpark, Aubinger Lohe, Langwieder Seenplatte, Fasaneriesee, Lerchenauer See, Feldmochinger See, Regattaparksee. Im Hirschgarten ist die Maßnahme bereits umgesetzt. Ob der Freistaat dem Beispiel folgt und das Konzept auch in seinen Parkanlagen umsetzt, ist noch offen. Die Schlösser- und Seenverwaltung wurde von der Stadt jedenfalls informiert.

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