Stadtgestaltungskommission zu Wohn- und Bürokomplex sowie SWM-Umspannwerk

So entwickelt sich Neuhausen: Lob und Tadel für zwei Bauprojekte - jetzt Start an der Landshuter Allee

Eine Visualisierung des Entwurfs für das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Gabrielen-/Rupprechtstraße in Neuhausen.
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Mit farbiger Holzfassade, Dachgauben und Begrünung soll sich der Neubau an der Ecke Gabrielen-/Rupprechtstraße gut ins Viertel einfügen.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Ein Wohn- und Bürokomplex an der Ecke Gabrielen-/Rupprechtstraße und ein Umspannwerk der SWM stoßen auf unterschiedliche Resonanz in der Kommission für Stadtgestaltung.

  • An der Gabrielenstraße 3 sollen 56 Wohnungen und Büroflächen entstehen
  • Stadtgestaltungskommission lehnt Architekturkonzept für SWM-Umspannwerk ab
  • Erst vage Vorstellungen zur Nachnutzung von SWM-Fläche an der Landshuter Allee
  • Trotzdem starten SWM mit Aushubarbeiten: Landshuter Allee ab 29. März verengt

Update vom 26. März 2021:

Neuhausen - Trotz der Kritik der Stadtgestaltungskommission beginnen die Stadtwerke planmäßig mit dem Bau eines neuen Umspannwerks an der Landshuter Allee 48 in Neuhausen. Von Montag, 29. März, bis Ende März 2022 verbleiben in der Landshuter Allee zwischen Nymphenburger Straße und der Leonrodstraße in Fahrtrichtung Nord deshalb nur noch zwei Fahrspuren neben der Baustelle.

SWM-Sprecher Michael Silva erklärt dazu auf Hallo-Anfrage: „Die nun beginnenden Vorarbeiten sind unabhängig von der finalen Außengestaltung und werden daher jetzt umgesetzt. Hinsichtlich der architektonischen Gestaltung ab 2023 sind die SWM derzeit in Gesprächen.“ Es bleibt also vorerst bei folgendem Zeitplan: „Der Aushub der Baugrube soll im April beginnen, der Rohbau dann ab Juli 2021 erstellt werden, voraussichtlich bis Anfang 2023.“ Im Anschluss erfolge die Gebäudeausstattung und das Einbringen der Anlagentechnik (Transformatoren, Schaltanlagen). Die Inbetriebnahme sowie der Umschluss der Kabelstrecken vom alten auf das neue Umspannwerk soll laut SWM-Sprecher nach wie vor bis 2026 abgeschlossen sein.

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Erstmeldung vom 20. März 2021:

Neuhausen - Zwei große Bauprojekte in Neuhausen waren jetzt Thema in der Stadtgestaltungskommission. Während die Pläne für einen Wohn- und Bürobau an der Gabrielenstraße, Ecke Rupprechtstraße gelobt wurden, fiel der geplante Neubau für ein Umspannwerk der Stadtwerke (SWM) an der Landshuter Allee 48 durch.

Dieser Entwurf für ein neues Umspannwerk der Stadtwerke an der Landshuter Allee 48 ist in der Stadtgestaltungskommission durchgefallen.

Das 46 Meter lange und 13 Meter hohe technische Gebäude mit vier sogenannten Transformatorenkammern soll das bisherige Umspannwerk auf demselben Grundstück bis 2026 ersetzen. Die alte Anlage hat laut SWM „das Ende ihrer Betriebsdauer erreicht“ und müsse erneuert werden, um die Versorgung des Viertels auch in Zukunft zu gewährleisten. Für die Fassade wählte Architekt Andreas Wurmer eine Kombination aus Metall- und Lochblechverkleidungen sowie Putz­oberflächen. Zur Begrünung sollten wilder Wein und zusätzlich noch florale Motive auf den großen Zu- und Abluftöffnungen beitragen.

Kritik: Charakter und Bedeutung des Gebäudes wird „kaschiert“

Den Mitgliedern der Kommission, darunter freie Architekten und Vertreter der Stadt, gefiel das nicht. Die einen kritisierten, dass nicht noch weitere Stockwerke für andere Nutzungen angedacht würden, die andern störte, dass der Entwurf versuche, das Gebäude zu „kaschieren“. Zudem wurde gefordert, die freiwerdende Fläche der alten Anlage in die Überlegungen mit einzubeziehen. Dies und mehr soll der Bauherr nun prüfen und seine Pläne in zwei Monaten erneut vorstellen.

Der Zeitplan der Stadtwerke dürfte damit etwas durcheinander kommen. Auf Hallo-Anfrage erklärt SWM-Sprecher Michael Silva: „Der Aushub der Baugrube soll im April beginnen, der Rohbau dann ab Juli 2021 erstellt werden, voraussichtlich bis Anfang 2023. Im Anschluss erfolgt die Gebäudeausstattung, das Einbringen der Anlagentechnik (Transformatoren, Schaltanlagen etc.).“ Ziel sei, den sogenannten Umschluss der Kabelstrecken vom alten auf das neue Umspannwerk bis 2026 abzuschließen. So lange bleibe das alte Umspannwerk in Betrieb. Danach werde es nicht mehr benötigt. „Es gibt bereits erste Ideen für die Nachnutzung der freiwerdenden Fläche, unter anderem Werkswohnungsbau für die SWM, aber noch keine konkreten Pläne“, so Silva.

Lob für Pläne an Gabrielen-/Rupprechtstraße: „Beispiel für gelungene Stadtreparatur“

Einhellige Begeisterung erntete dagegen das Konzept der Architekten Allmann Sattler Wappner für einen Komplex aus 56 Wohnungen an der Gabrielenstraße 3 (mit Hofbebauung) und einem Bürohaus an der Rupprechtstraße 22-24, inklusive dreigeschossiger Tiefgarage mit 200 Plätzen. Geplant ist ein sogenanntes Hybridgebäude mit Holz- und Putzfassade samt Pflanztrögen und begrünten Balkonen. Verglichen mit dem Parkhaus, das jetzt unter anderem dort steht, ist das für die Fachleute ein „Beispiel für gelungene Stadtreparatur“. Bauherr ist die Bauwerk GmbH München.

Diese hat die Immobilie übernommen und neu überplant, nachdem es bereits 2018 Pläne gab, an dieser Stelle eine Wohnanlage mit rund 100 Wohnungen zu errichten. Auch dieses Konzept hatte in der Stadtgestaltungskommission Zustimmung gefunden, wurde dann aber nicht realisiert. Der neue Eigentümer setzt nun auf die Kombination aus Wohn- und Geschäftshaus mit Vorder- und Hofgebäude. In den vergangenen Monaten stellte er Teile der Bestandsbauten für eine sozio-kulturelle Zwischennutzung zur Verfügung. Die Mitwirkenden des Projekts „Gabriele“ sind jetzt auf der Suche nach anderen Räumen, um ihre entstandene Kooperation fortzusetzen.

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