Stadtteilkulturverein Neuhausen-Nymphenburg sieht Start 2020 in Gefahr

Neuhauser Trafo: Lange Mängelliste - Eröffnung des neuen Kultur- und Bürgerzentrums ungewiss

Der Eingang zum neuen Kultur- und Bürgerzentrum Neuhauser Trafo an der Nymphenburger Straße
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Noch ist unklar, wann sich die Türen zum neuen Kultur- und Bürgerzentrum Neuhauser Trafo öffnen werden.

Ingeborg Staudenmeyer sagt: „Solange vieles nicht funktioniert, können wir den Trafo nicht aufmachen.“ Die Stadt geht dagegen von einer baldigen Eröffnung aus.

  • Wann öffnen sich die Türen zum neuen Kultur- und Bürgerzentrum Neuhauser Trafo?
  • Stadtteilkulturverein berichtet über zahlreiche Baumängel
  • Kulturreferat für baldigen Start in den neuen Räumen an der Nymphenburger Straße

Neuhausen - „Bürgerhaus“ steht auf dem Briefkasten vor dem Eingang zum neuen Neuhauser Trafo an der Nymphenburger Straße. „Das ist falsch. ‚Kultur im Trafo‘ muss es heißen. Aber das wird noch geändert“, sagt Ingeborg Staudenmeyer, Vorsitzende des 2007 gegründeten Stadtteilkulturvereins Neuhausen-Nymphenburg, der die Trägerschaft für die Einrichtung übernimmt.

Wäre dies das einzige Problem, das nach der inzwischen jahrelangen Bau- und Wartezeit noch zu lösen ist, könnte sie einfach darüber lachen. Doch ihre Mängelliste ist lang. So lang, dass sie an eine Eröffnung in diesem Jahr nicht mehr glaubt. Das Kulturreferat dagegen sagt: „Nun gilt es, die neuen Räume zu bespielen. Sie sind betriebsfertig und bespielbar. Voraussichtlich im Oktober soll es losgehen.“

Technische Schwierigkeiten und Mängel

Staudenmeyer jedoch ist skeptisch. „Über ein halbes Jahr tun sie jetzt schon mit der Technik rum. Solange das nicht geht, können wir nicht aufmachen“, nennt sie ein Beispiel. Weitere Mängel reichen von fehlenden Türstoppern über den noch zu prüfenden Schallschutz im Band­übungsraum im Untergeschoss bis hin zu einer fehlenden Künstlergarderobe. Ganz zu schweigen von Türverriegelungen und Heizungsreglern, die so hoch angebracht sind, dass man auf eine Leiter steigen muss, um sie zu erreichen. „Der Teufel steckt im Detail. Ich weiß noch nicht, wann wir starten können“, fasst Staudenmeyer zusammen.

Ingeborg Staudenmeyer und Wolfgang Schwirz vom Stadtteilkulturverein im großen Trafo-Saal im Erdgeschoss.

Das wirkt sich auch auf die Programmplanung und Raumbelegung aus. „Wenn ich keinen Eröffnungstermin habe, kann ich auch niemanden buchen“, so die Vereinsvorsitzende. Offen ist außerdem noch, wer die Gastronomie im angeschlossenen Bistro mit rund 30 Plätzen plus Freischankfläche sowie die Arbeit eines Geschäftsführers übernimmt.

Vereine und Künstler im Stadtteil warten auf die Räume

Mit dem Kulturreferat sei man zwar in stetem Kontakt. „Aber was hilft das, wenn die Handwerker nicht hergehen“, ärgert sich Staudenmeyer. Denn: „Alle im Stadtteil warten darauf, dass sie hier etwas machen können.“ Darunter auch die im Stadtteilkulturverein engagierten Künstler und Vereine wie die Geschichtswerkstatt Neuhausen, der Faschingsclub Neuhausen, der örtliche Seniorentreff und der Verein der Freunde Neuhausens. Insgesamt hat der Kulturverein aktuell rund 70 Mitglieder.

Das hat der neue Trafo zu bieten

Im Erdgeschoss gibt es einen Saal mit bis zu 199 Plätzen und einer mobilen Bühne für die unterschiedlichsten Nutzungen. Dazu kommt ein Foyer, das auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Außerdem lädt ein Bistro mit etwa 30 Plätzen plus Freischankfläche zum Verweilen ein. Wer die Bewirtung übernimmt, ist noch nicht entschieden. Im ersten Stock finden Vereine und Gruppen zwei Multifunktionsräume vor - einen mit Platz für 20 Personen und einen mit bis zu 50 Plätzen. Beide Räume sind mit mobilen Wänden nochmals in je zwei Bereiche aufzuteilen. Die Sanitärräume befinden sich im Untergeschoss, ebenso ist dort ein Übungsraum für Bands und Musikgruppen sowie verschiedene Lager-, Personal- und Technikräume. Die Stockwerke sind barrierefrei mit einem Aufzug verbunden.

Neuhauser Trafo - Eröffnung ungewiss

Trafo in Neuhausen
Der Eingang zum Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Die Feuertreppe beim Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Das Foyer im Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Der Multiraum im Trafo  © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Der Trafo-Saal  © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Der Brandraum im Trafo in Neuhausen © Ursula Löschau
Trafo in Neuhausen
Das Trafo-Bistro  © Ursula Löschau

Geht es nach dem Kulturreferat, sollen die im Trafo auch bald loslegen können – selbst wenn noch nicht alles perfekt ist. „In den ersten Monaten des Betriebs wird sicherlich noch die eine oder andere bauliche Anpassung nötig sein. Aber alles im Rahmen des Üblichen bei einem Neubau“, so Sprecherin ­Jennifer Becker auf Hallo-Anfrage. Sie betont: „Schließlich sollen sich alle Besucher von Anfang an wohlfühlen. Dazu trägt auch der Gesamteindruck der Räumlichkeiten bei.“

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