Bürger aus allen Stadtteilen

Paketposthallen-Areal: Zufällig ausgewählte Münchner sollen an einem Bürgergutachten arbeiten

Für das Paketpost-Areal wird derzeit ein Bürgergutachten vorbereitet. Dort sollen 1100 Wohnungen, Gewerbeflächen, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie zwei 155-Meter-Türme entstehen.
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Für das Paketpost-Areal wird derzeit ein Bürgergutachten vorbereitet. Dort sollen 1100 Wohnungen, Gewerbeflächen, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie zwei 155-Meter-Türme entstehen.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Die Pläne für ein Bürgergutachten für das Paketpost-Areal konkretisieren sich. Der BA befürchtet, dass Anwohner zu kurz kommen, und fordert deren Extra-Beteiligung.

Update vom 29. April 2021:

Der BA Neuhausen-Nymphenburg will im Bebauungsplanverfahren für das Paketpost-Areal zusätzliche Beteiligungsangebote für Anwohner schaffen und damit das geplante Bürgergutachten flankieren. Wie berichtet, sollen 100 zufällig ausgewählte Bürger aus der ganzen Stadt ein Gutachten zur Entwicklung des neuen Wohngebiets in Neuhausen erarbeiten. Laut BA-Mitglied Martin Züchner (Grüne) werden mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit „wenige bis gar keine Anwohner“ darunter sein.

Für die Mehrheit des BA Neuhausen-Nymphenburg ist diese Aussicht unbefriedigend. Deshalb wird jetzt die Einbeziehung aller Anwohner des Planungsgebiets auch „außerhalb der formalen Beteiligungsmöglichkeiten im Bebauungsplanverfahren“ gefordert. Der BA will sich dazu mit dem Planungsreferat über geeignete Formate verständigen und im Mai über ein Budget für die Extra-Beteiligung abstimmen. Die CSU-Fraktion lehnte den Grünen-Antrag in der jüngsten Sitzung ab. Das normale Bebauungsplanverfahren biete der Öffentlichkeit genügend Beteiligungsmöglichkeiten, so deren Ansicht.

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Erstmeldung vom 17. April 2021:

Neuhausen - Ein Bürgergutachten soll zeigen, was die Münchner von der Entwicklung des Paketpost-Areals an der Wilhelm-Hale-Straße erwarten (Hallo berichtete).

Diese Woche hat die Verwaltung dem Planungsausschuss des Stadtrats die Details des Verfahrens erläutert. Erster Schritt: Über eine Ausschreibung wird gerade eine unabhängige Agentur ermittelt, welche den weiteren Prozess organisieren und leiten wird.

„Bis Ende Mai soll feststehen, wer den Zuschlag erhält“, erklärt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, auf Hallo-Anfrage. Erst dann könne damit begonnen werden, die Bürger, die aktiv am Gutachten mitwirken sollen, zu akquirieren. „Dies muss aus Gründen der Neutralität die Agentur übernehmen.“

Die Auswahl der Bürger erfolgt durch eine „computerunterstützte Zufallsauswahl aus dem kommunalen Melderegister“, heißt es in der Bekanntgabe im Stadtrat. Nach aktuellem Stand werden vier sogenannte Planungszellen mit jeweils 25 Teilnehmern gebildet.

Um ausreichend Rücklauf zu bekommen, sollen etwa 1000 Bürger angeschrieben werden. Und zwar im gesamten Stadtgebiet, „da das Paketpost-Areal für die gesamte Bürgerschaft Münchens von besonderer Bedeutung ist“, so die Stadtverwaltung.

Paketposthalle: Die Pläne für ein neues Stadtquartier nehmen Gestalt an

Los geht’s mit einer Öffentlichkeitsveranstaltung zur Information der Bürger

In Aktion treten die Planungszellen nach Vogels Einschätzung im Herbst. Angesetzt sind vier aufeinanderfolgende Tage mit einem vordefinierten Arbeitsprogramm nach bestimmten Themenschwerpunkten.

Dazu können Bereiche wie Freiraumplanung, Mobilität, Stadtbildverträglichkeit, Höhenentwicklung, Wirtschaftlichkeit, Kultur und soziales Miteinander gehören.

Um die richtigen Fragestellungen herauszuarbeiten, steht zunächst eine aufwändige Vorbereitungsphase an. Los geht’s laut Vogel mit einer Öffentlichkeitsveranstaltung zur Information der Bürger sowie einer Anwohnerbeteiligung (nach jetziger Pandemie-Lage in digitalem Format).

„Voraussichtlich im Juni 2021 will das Planungsreferat den aktuellen Sachstand dem Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg präsentieren. Zudem kommt das Thema in die Stadtgestaltungskommission“, fasst der Referats-Sprecher die nächsten Schritte zusammen.

Bisher gab es in München zwei vergleichbare Bürgergutachten

Während ihrer Gruppenarbeit bekommen die Teilnehmer der Planungszellen durch Fachvorträge und Ortsbesichtigungen Einblicke und Informationen von verschiedenen Seiten. Ihre Erkenntnisse münden in ein Bürgergutachten.

Dieses wird sowohl online als auch als Druckwerk veröffentlicht und den Beteiligten, die für die Entwicklung des Areals verantwortlich sind, an die Hand gegeben.

In München gab es bisher zwei vergleichbare Bürgergutachten: 2013 zum Kunstareal und 2018 zum Viktualienmarkt. In Bayern fand das erste Bürgergutachten 2001 zum Thema Verbraucherschutz statt. Auftraggeber war der Freistaat.

ul

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