Münchner Modellprojekt mit neuer Regelgeschwindigkeit beantragt

BA Neuhausen-Nymphenburg will Tempo 30 für (fast) alle Straßen im Viertel

In der Waisenhausstraße wechseln sich aktuell Tempo 30 und 50 ab.
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In der Waisenhausstraße wechseln sich aktuell Tempo 30 und 50 ab.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Der BA Neuhausen-Nymphenburg beantragt auf Initiative der Grünen, dass München zur Modellstadt für Tempo 30 wird. Was das für den Stadtteil bedeuten könnte.

Neuhausen Geht es nach der Mehrheit im BA Neuhausen-Nymphenburg, soll Tempo 50 nur noch auf folgenden Straßen erlaubt sein: Landshuter Allee und Wintrichring sowie Arnulf-, Menzinger, Dachauer, Schwere-Reiter-, Mars- und Leonrodstraße (innerhalb des Mittleren Rings). Überall sonst im Stadtbezirk soll die Regelgeschwindigkeit im Rahmen eines Modellversuchs für ganz München auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt werden. Der BA fordert die Stadt auf Antrag der Grünen jetzt dazu auf, dies beim Bundesverkehrsministerium zu beantragen.

CSU und FDP: Kein Stadtteilbezug und schlecht für den ÖPNV

Die Festlegung von Höchstgeschwindigkeiten ist nämlich Bundessache. Unter anderem deshalb lehnten CSU und FDP den Antrag in der jüngsten BA-Sitzung auch ab. CSU-Sprecherin Gudrun Piesczek fehlt bei einem Antrag auf ein Modellprojekt für München der Stadtteilbezug. Felix Meyer (FDP) ergänzte: „Wir sind auch dagegen, weil die Busse der MVG ausgebremst werden würden.“ Zudem würde mehr Verkehr durch die kleinen Straßen im Viertel fahren, wenn Hauptadern wie die Nymphenburger Straße oder die Romanstraße ihre bündelnde Funktion verlieren würden. Dort würde nach dem Vorschlag der Grünen dann nämlich auch Tempo 30 gelten.

Grüne: Tempo 30 bringt viele Vorteile

Nikolai Lipkowitsch (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im BA Neuhausen-Nymphenburg, verspricht sich von einer generellen Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern im Stadtgebiet dagegen viele Vorteile: Die Verkehrssicherheit werde erhört, der Verkehrsfluss verbessert und der Lärm durch den Straßenverkehr verringert. Zudem sei eine durchgängige Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 verständlicher und werde besser akzeptiert als der derzeitige „Flickenteppich“. Nicht zuletzt könnte dann auch auf viele Einzelbeschilderungen verzichtet werden.

Keine Ausnahme für die Dante- und Waisenhausstraße

Beispiel Dante- und Waisenhausstraße: Dort wechselt das Tempolimit mehrfach zwischen 30 (im Bereich eines Kindergartens und einem Übergang einer Radlhauptroute) und dem Regeltempo 50. In diesem Fall hat der BA einhellig eine durchgängige Tempo-30-Regelung für den ganzen Straßenzug gefordert. Es scheint jedoch nicht möglich zu sein, in den betreffenden kurzen Abschnitten Ausnahmen vom Regeltempo zu erreichen. Die Stadt lehnt das bisher mit Hinweis auf den Gesetzgeber und dessen Vorgaben ab.

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