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Anwohner des Quartiers an der Clara-Schumann-Straße in Neuaubing fühlen sich isoliert

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Anwohner der Clara-Schumann-Straße fühlen sich isoliert.
Die Anwohner der Clara-Schumann-Straße fühlen sich isoliert. © Andreas Schwarzbauer

Neuaubinger fühlen sich zunehmend isoliert aufgrund der schlechten Anbindung und wollen weiter für eine Buslinie kämpfen. Die Wünsche und Aussichten:

Neuaubing ‒ Sie wollen das Nein der Stadt nicht hinnehmen: Die Anwohner des Quartiers westlich der Metro in Neuaubing fordern weiterhin eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Bereits zwei Mal haben sich die Neuaubinger deshalb mit Unterstützung des Bezirksausschusses an die Stadt gewandt – und erhielten Absagen. Zwar hat die MVG seit September an der Trimburgstraße eine zusätzliche Haltestelle des 267ers eingerichtet, aber den Anwohnern reicht das nicht.

Die Linie fährt wochentags nur bis 19 Uhr. „Du bist aufgeschmissen, wenn du abends später nach Hause kommst. Und am Wochenende fährt er gar nicht. Das ist eine Zumutung“, sagt Dönsel Kayihan. Eine Alternative ist der etwa einen Kilometer entfernte Halt des 162ers am Überlinger Weg. Um dorthin zu gelangen, müssen die Anwohner allerdings durch das benachbarte Gewerbegebiet laufen.

Mangelnde Busanbindung in Neuaubing: Weg zu dunkel für Kinder

„Die Strecke ist kaum beleuchtet und dunkel“, sagt Ines Sahel. Das sei für die vielen Kinder und Jugendliche der Siedlung keine Option. Ohne eine bessere Anbindung sei daher ihre Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben extrem eingeschränkt, kritisiert Sury Naranjo. Denn es gebe weder Sportvereine noch Tanz- oder Musikschulen in der Umgebung. „Sie können auch nicht unabhängig von ihren Eltern am Abend ihre Freunde besuchen.“

Ein weiteres Problem sei die fehlende Direktverbindung zum Bildungscampus. Dort befindet sich die Grundschule des Neubaugebiets. Zwar gibt es derzeit einen Schulbus. Ob dieser nächstes Schuljahr noch fährt, sei allerdings offen, wie das Bildungsreferat mitteilt. Sollte die Stadt das Angebot einstellen, müssten die Sechs- bis Zehnjährigen künftig an der Altenburgstraße umsteigen. „Sie sind dann 45 Minuten unterwegs“, sagt Ines Sahel. Zudem hätten der Kita im Quartier schon mehrere Fachkräfte wegen der schlechten Anbindung abgesagt.

Mangelnde Busanbindung in Neuaubing: Buslinie nach Freiham erst frühestens 2026 möglich

Wunschlösung der Neuaubinger wäre eine neue Buslinie, die über die Bodenseestraße von Pasing nach Freiham fährt und dabei auch einen Abstecher zu dem Neubaugebiet macht. Alternativ könnte auch der 267er über die Bodenseestraße direkt nach Freiham fahren. Dadurch hätte das Viertel eine direkte Verbindung zu zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und dem Bildungscampus. Allerdings müsse die MVG dann die Betriebszeiten des Busses ausweiten.

Stadt und MVG sehen dafür keine Möglichkeiten. Für eine neue Buslinie fehle aufgrund der angespannten Haushaltslage das Geld. „Eine Erweiterung des Angebots ist leider nicht mehr möglich“, teilt das Mobilitätsreferat mit. Zudem könne ein Bus nicht in das Neubaugebiet hineinfahren, da die Straßen nicht breit genug seien, es keine Wendeschleife und keine Durchgangsstraße gebe, teilt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner mit. Eine andere Linienführung des 267ers sei wegen einer notwendigen Ausschreibung frühestens 2026 möglich.

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