Frauenfußball

„Löwinnen“ des TSV 1860 brüllen in Freiham

Mannschaftsbild der neuen Sparte Frauenfußball beim TSV 1860 München
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30 Mitglieder hat die neue Sparte Frauenfußball beim TSV 1860 München, 27 davon sind aktive Spielerinnen.

Fans gründen Frauenabteilung des TSV 1860 München. Das Team trainiert auf dem Sportcampus in Freiham und in Giesing. Gründerinnen werden von Entwicklung überrollt

  • Fans gründen Frauenabteilung des TSV 1860
  • Wegen durchgehend belegten Trainingsgelände in Giesing müssen die Damen nach Freiham
  • Hoher Erwartungsdruck durch den prominenten Namen

Freiham/Giesing Eigentlich wollten Silke Dehling (28), Vroni Seemann (32) und Hannah Conrad (22) nur zur Gaudi mit anderen Anhängerinnen des TSV 1860 kicken. „Wir sind eine Gruppe von Mädels, die alle Löwen-­Fans sind und sich aus dem Stadion kennen. Wir hatten die Idee, für den Verein, für den wir leben, Fußball zu spielen“ erzählt Seemann. Relativ schnell hatten sie 25 Interessierte beisammen. „Deshalb haben wir einfach bei 1860 angefragt, ob wir eine Frauenabteilung gründen können.“

Frauen des TSV 1860 müssen sich selbst um Tainingsmöglichkeiten kümmern

Bei den Verantwortlichen rannten sie offene Türen ein. Allerdings müssen sich die Mädels selbst finanzieren, organisieren und einen eigenen Platz finden, denn das Trainingsgelände an der Grünwalder Straße ist durchgehend belegt. Der Verein habe sie dabei aber unterstützt. So fanden die Mädels den Platz der Spvgg 1906 Haidhausen und den Sportcampus in Freiham als neue Spielstätten. Und nun rollt dort seit kurzem der Ball.

Profis sind die Mädels, die zu dritt die neue 60er-Sparte leiten keine: Seemann bezeichnet sich als typische Freizeitkickerin, Dehling hat seit 2014 nicht mehr im Verein gespielt und auch Conrad hat vor allem auf dem Pausenhof gebolzt. „Uns ist anfangs eigentlich nur wichtig gewesen, die Mannschaft zu etablieren, damit in zwei Jahren nicht alles wieder im Sande verläuft. Wir waren einfach begeistert, mit dem Löwen auf der Brust spielen zu können“, so Conrad.

Gründerinnen von Rückmeldungen überwältigt

Aber die Gründung der Frauenmannschaft habe schnell hohe Wellen geschlagen: „Wir sind überwältigt, wie viele Rückmeldungen wir bekommen haben: Es gab zahlreiche Anfragen für Freundschaftsspiele. Höherklassige Spielerinnen haben sich bei uns beworben. Und durch den Namen TSV 1860 kamen auch schon Angebote von Sponsoren rein“, sagt Seemann.

Wir haben gemerkt, dass es durch den Löwen auf der Brust gewisse Erwartungen gibt

Silke Dehling

Deshalb entschieden die „Löwinnen“ zwei Mannschaften aufzubauen: ein Breitensport- und ein leistungsorientiertes Team. „Jeder soll zu uns kommen können. Aber wir haben auch gemerkt, dass es durch den Löwen auf der Brust gewisse Erwartungen gibt“, sagt Dehling.

Zur Saison 2021/22 wollen sie mit beiden Teams in der A-Klasse in den Ligabetrieb einsteigen. Vorher ist wegen Corona sowieso kein Spielbetrieb möglich. Den Mädels kommt das entgegen. So können sie in Ruhe einen Trainer suchen, Spielerinnen verpflichten, sich gegenseitig kennen lernen. „Wir wollen uns erst einmal von Grund auf aufstellen. Wann wir Champions League spielen, kann ich noch nicht sagen“, meint Dehling lachend.

Andreas Schwarzbauer

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