KVR skeptisch

Schein-Sicherheit? –Grundschüler stellen Warnhinweise für Autofahrer auf

Mit bunt bemalten Schildern an alten Fahrrädern wollen die Grundschüler für mehr Aufmerksamkeit bei den Autofahrern sorgen.
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Mit bunt bemalten Schildern an alten Fahrrädern wollen die Grundschüler für mehr Aufmerksamkeit bei den Autofahrern sorgen.

Grundschüler stellen Schilder als Warnhinweise für Autofahrer an der Lochhausener Straße auf. Das KVR reagiert darauf eher skeptisch...

  • Kinder wollen mit Schildern auf stark befahrener Straße Autofahrer warnen.
  • Idee wurde beim Kinder- und Jugendfond „Lasst uns mal ran!“ vorgestellt.
  • KVR sieht das Projekt eher kritisch.

Lochhausen – Zugeparkte Gehwege, rangierende Autos und rücksichtslose Radler – einige Eltern haben ein mulmiges Gefühl, wenn sie mit ihren Kindern jeden Morgen zur Lochhausener Grundschule radeln. 

Deshalb hatten sie eine Petition für eine Unterführung unter der Lochhausener Straße gestartet. Die Stadt will allerdings zunächst ein Verkehrskonzept erarbeiten. 

Weil dies dauern kann, hat sich der achtjährige Paul eine Alternative überlegt. Er will über den Krähen- und den Schubinweg zur Schule radeln. Die Route führt an Feldern vorbei und ist kaum befahren. 

Das Problem: Auch hier müssen die Kinder die stark befahrene Lochhausener Straße überqueren – und zwar ohne Ampel und Zebrastreifen. „Der Mehrwert der Strecke ist für uns trotzdem größer“, sagt Pauls Mutter, Kathrin Gobitz-Pfeifer, die ihren Sohn jeden Tag zur Schule begleitet. „Es ist einfach wesentlich entspannter.“

„Ich möchte gerne auf beiden Straßenseiten Hinweisschilder basteln“

Auch Paul sagt: „Wir kommen alle aus der Kolonie II und III und fahren lieber über die Felder als an der lauten und unsicheren Lochhausener Straße entlang.“ 

Um aber die Überquerung der Hauptverkehrsachse zu entschärfen, hatte Paul eine Idee: „Ich möchte gerne auf beiden Straßenseiten Hinweisschilder basteln, um die Autofahrer auf uns radelnde Kinder aufmerksam zu machen.“ 

Mit diese Idee bewarb er sich mit einigen Freunden beim Kinder- und Jugendfonds „Lasst uns mal ran!“. Dessen Jury genehmigte 120 Euro für das Projekt. 

Mit dem Geld kauften die Kinder zwei alte Fahrräder, bastelten wetterfeste Schilder, montierten sie an den Drahteseln und stellten sie vor der Einmündung des Krähenwegs in die Lochhausener Straße auf. 

Weitere Artikel: BA Aubing-Lochhausen-Langwied setzt auf das Mitspracherecht der Jugend

Das ist eines der Fahrräder, das die Kinder mit selbst gebastelten Warnhinweisen für Autofahrer versehen haben.

Die ersten Erfahrungen waren positiv: Die Autofahrer hätten die Radler besser erkannt und auch mal über die Straße gelassen, sagt Gobitz-Pfeifer. Inzwischen stehen die Fahrräder allerdings nicht mehr direkt am Straßenrand, sondern in der angrenzenden Wiese. 

Das Straßenbauamt habe die Schilder weggestellt, weil sie die Autofahrer ablenkten, sagt Gobitz-Pfeifer. Das Straßenbauamt verweist auf die Stadt München. Das Kreisverwaltungsreferat sei zuständig. 

Schilder verstärken eher Risiko?

Dort weiß man von nichts. Allerdings sei die Route über den Krähenweg nicht empfehlenswert, so Sprecher Johannes Mayer: Es herrsche viel Verkehr und gebe keine Querungshilfe. 

Zudem fehle teilweise eine Straßenbeleuchtung. „Beschilderungen an dieser Örtlichkeit würden aus unserer Sicht am Ende eher ein Risiko für Kinder darstellen, da sie eine Scheinsicherheit erzeugen können.“ 

Gobitz-Pfeifer hofft, dass die Hinweisschilder trotzdem irgendwie wieder an den ursprünglichen Standort stehen können, denn im hohen Gras hätten sie keinen Effekt. 

Eigene Ideen umsetzen

Kinder und Jugendliche aus dem 22. Stadtbezirk, die eine Idee zur Verbesserung ihres Lebens im Stadtteil haben, können sich zweimal im Jahr um Fördergelder bewerben. 

Eine Jury entscheidet, welche Ideen umgesetzt werden. Der Bezirksausschuss stellt für den Fonds 4000 Euro zur Verfügung. Wer eine Idee hat, kann noch bis Samstag, 4. Juli, auf der Internetseite www. lasstunsmalran.de einen Antrag stellen.

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andy

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