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Ärger über Kunstprojekt an Schwere-Reiter-Straße: Nutzer des Kreativlabors und die Viertelpolitiker fühlen sich übergangen.

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Von: Ursula Löschau

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Die Mieter und Nutzer des Kreativlabors wurden von dem Kunstprojekt überrascht.
Die Mieter und Nutzer des Kreativlabors wurden von dem Kunstprojekt überrascht. © Ursula Löschau

Es gibt Ärger um das Kunstprojekt an der Schweren-Reiter-Straße: Ein 200 Meter langer Abschnitt wurde ohne Einverständnis der Nutzer und Politiker gestaltet.

Neuhausen Positive Begriffe wie Frieden, Toleranz und Vielfalt in kräftigen, bunten Farben und die Botschaft „Schön, dass es dich gibt!“ zieren seit kurzem einen über 200 Meter langen Abschnitt der Außenmauer des Kreativ­labors entlang der Schwere-Reiter-Straße. Gegen das Kunstprojekt der gemeinnützigen Organisation „Dein München“ als solches hat niemand etwas, dennoch sorgt es bei den Mietern des Kreativlabors und beim Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg für Ärger. Der Knackpunkt: Die Aktion wurde weder mit den Nutzern noch mit den Viertelpolitikern abgestimmt.

Für Tom Biburger vom Vorstand des Laborvereins ist das ein klarer Verstoß des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) gegen einen Vertrag zur Nutzung der Frei- und Wandflächen des Areals. Dieser wurde mit dem Kulturreferat und dem Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum (MGH) geschlossen. „Für die kreative Gestaltung sind wir Nutzer zuständig. Das gilt besonders für solche Flächen mit Außenwirkung“, sagt Biburger.

Ärger um Kunstprojekt am Kreativlabor: Kulturreferat widerspricht

Jennifer Becker, Sprecherin des Kulturreferats, widerspricht: „Die gewählte Mauer ist nicht Teil der Flächen, für die eine Vereinbarung geschlossen wurde. Insofern wurde der Laborverein im Vorfeld nicht eingebunden.“ Außerdem handle es sich dabei um einen „soziokulturell ausgerichteten Workshop“ mit Jugendlichen, nicht um eine dauerhafte Wandgestaltung.

„Es geht nicht um die Gruppe, die dort etwas gemacht hat, sondern um die Entscheidungsprozesse“, betont Biburger. Dies sei nur „ein weiterer Baustein in einer Vielzahl von Aktionen, die eher ein Gegeneinander etablieren statt ein Miteinander aufzubauen“, klagt der Verein aus aktuellem Anlass in einem Schreiben an die Verwaltung.

Ärger um Kunstprojekt am Kreativlabor: KuK will Stadtrat Beschlussvorlage liefern

KuK-Leiter Olaf Kranz zeigt Verständnis für „die sich aus ungeklärten Erwartungen ergebenden Irritationen“ seitens des Vereins. Er kündigt eine Beschlussvorlage namens „Kreativquartier stärken“ für den Stadtrat an. „Gemäß einiger dort aufgegriffener Stadtratsanträge wird auch das Thema Defizite bei der Kommunikation mit dem Akteursfeld des Kreativlabors und dessen Partizipation an der Gestaltung des Kreativlabors in der Vorlage adressiert.“

Zudem habe bereits ein Gespräch mit BA-Vertretern stattgefunden. Auch das Gremium hätte erwartet, dass die Aktion „mit einer derart gesellschaftpolitischen Aussage und der farblichen Gestaltung über 200 Meter in seinem Stadtbezirk“ vorher mit ihm abgestimmt worden wäre. Das betont der BA in einer einstimmigen Erklärung.

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