330 Arbeitsplätze fallen weg

KraussMaffei streicht 510 Stellen – Konzern zieht schon bis 2023 komplett von Allach nach Parsdorf

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KraussMaffei verlässt den bisherigen Hauptsitz in Allach bis 2023.

Das Hauptwerk und die Firmenzentrale KraussMaffei Gruppe werden bis 2023 komplett von Allach nach Parsdorf verlagert. In diesem Jahr werden 330 Stellen deutschlandweit gestrichen, die meisten davon in Allach. Die Gründe dafür und Infos zum Umzug...

Allach – Die KraussMaffei Gruppe (s. unten) will bis 2022 weltweit insgesamt 510 Stellen abbauen, davon 430 in Deutschland. Los geht’s in diesem Jahr mit der Streichung von 330 Arbeitsplätzen, „den Großteil davon am Standort München-Allach“, wie Unternehmenssprecher Uli Pecher auf Hallo-Anfrage erklärt. 

Als Gründe nennt er: „die Investitionszurückhaltung in der Automobilindustrie, den Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Unsicherheiten rund um den Brexit sowie die Diskussion um Kunststoff als Rohstoff und Werkstoff.“ 

Mit der geplanten Verlagerung des KraussMaffei-Hauptwerks und der Firmenzentrale von Allach nach Parsdorf (Gemeinde Vaterstetten) im Osten von München hat der Stellenabbau laut Pecher nichts zu tun. 

Uli Pecher, Leiter Unternehmenskommunikation, KraussMaffei Group

Der Umzug soll nach seinen Informationen 2022 starten und 2023 abgeschlossen sein. Er gilt als eines der größten Umzugsprojekte im Großraum München seit der Verlegung des Flughafens von Riem nach Erding im Jahr 1992. 

Frank Stieler, Vorsitzender der KraussMaffei-Geschäftsführung, erklärt: „Nach einem knappen Jahrhundert erfolgreicher Arbeit am Standort Allach stoßen wir hier inzwischen deutlich spürbar an unsere Grenzen. 

Für das nächste Kapitel unserer Geschichte brauchen wir einen zukunftsfähigen, modernen Standort.“ In Parsdorf entsteht ein Neubau für bis zu 2500 Arbeitsplätze. In Allach sind aktuell noch rund 1800 Mitarbeiter beschäftigt. 

Visualisierunge vom Neubau in Parsdorf

Für den anstehenden Stellenabbau wurden nach Pechers Auskunft in Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG Metall verschiedene Regelungen getroffen. 

Dazu gehören ein „Freiwilligenprogramm“, das Abfindungen und Prämien vorsieht, sowie ein Sozialplan und Alters­teilzeitangebote.

KraussMaffei Gruppe: 5500 Mitarbeiter weltweit

KraussMaffei ist einer der weltweit führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Kautschuk. Das Leistungsspektrum umfasst sämtliche Technologien in der Spritzgieß-, Extrusions- und Reaktionstechnik. 

Kunden dafür kommen aus der Automobil-, Verpackungs-, Medizin- und Bauindustrie. Auch Hersteller von Elektrik- und Elektronikprodukten sowie Haushaltsgeräten zählen dazu. Die KraussMaffei Gruppe beschäftigt weltweit rund 5500 Mitarbeiter. 

Der Hauptsitz ist seit 1838 in München. Seit April 2016 ist der Konzern im Besitz eines Konsortiums, das unter anderem aus dem staatlichen chinesischen Chemiekonzern ChemChina sowie dem Staatsfonds Guoxin International besteht. 

Das Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann hat mit der Gruppe nichts zu tun.

ul

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