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Von der Hausaufgabe zum BA-Antrag: Neunjährige aus Untermenzing startet Initiative für Filmangebote

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Von: Ursula Löschau

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Kinofan Livia (vorne) mit ihrem Brief an den BA. Rückendeckung bekommt sie (von links) von ihren Eltern Sabine und Nils Markmann sowie ihrer 13-jährigen Schwester Kira.
Kinofan Livia (vorne) mit ihrem Brief an den BA. Rückendeckung bekommt sie (von links) von ihren Eltern Sabine und Nils Markmann sowie ihrer 13-jährigen Schwester Kira. © Ursula Löschau

Eine Grundschülerin aus Untermenzing wünscht sich für ihr Viertel ein eigenes Kino und hat ihren Wunsch beim BA präsentiert. Wie die Reaktionen ausgefallen sind:

Untermenzing Ein lustiger Film, dazu Popcorn und Cola: Fertig ist für Livia Markmann ein perfektes Kinoerlebnis. Nur schade, dass die Neunjährige aus Untermenzing so selten Gelegenheit dazu bekommt. Denn die nächsten Lichtspielhäuser sind in der Innenstadt, in Germering oder Dachau. Die Schülerin findet deshalb: „Ein Kino für Allach-Untermenzing wäre toll.“ Das hat sie jetzt auch dem örtlichen Bezirksausschuss vorgeschlagen und einhellige Zustimmung bekommen.

Auslöser für Livias Initiative waren verschiedene Faktoren: Sie besucht die vierte Klasse in der Pfarrer-Grimm-Schule. Im Deutschunterricht dort ging es darum, wie man einen förmlichen Brief schreibt. Gleichzeitig wurde im Fach Heimat- und Sachkunde durchgenommen, wie Städte und Gemeinden aufgebaut sind und dass es diverse politische Gremien gibt, zum Beispiel die Bezirksausschüsse in den 25 Münchner Stadtbezirken.

Schülerin fordert Kino fürs Viertel: Schulunterricht als Anstoß für Wunsch

Schließlich erwähnte Livias Mutter Sabine Markmann im Gespräch mit ihrer Tochter, wie schade es sei, dass es kein Kino im Stadtteil gebe – und schon waren die Puzzleteile komplett. „Wir sollten zur Probe einen Brief schreiben und ich fand die Idee mit dem Kino gut“, erzählt die Schülerin. So gut, dass sie daraus mehr machen wollte als eine Hausaufgabe. Also schickte sie ihren Brief auch ab und wählte als Adressat den BA.

Konkret regt die Neunjährige an, einige der leerstehenden Räume im Einkaufszentrum Evers umzunutzen. Sie bietet zudem an, eine Spendenaktion zu organisieren, um das Projekt finanziell anzuschieben. „Wir könnten zum Beispiel mit Kindern und Eltern einen Stand auf dem Oertelplatz machen“, schwebt ihr vor. Und das nicht nur im Interesse von Kindern und Jugendlichen. „Viele Senioren würden sich freuen, weil sie nicht so weit rausfahren müssen“, argumentiert die Schülerin im Brief an den BA.

Schülerin fordert Kino fürs Viertel: Antrag zur Prüfung geschickt

Viertel-Chef Pascal Fuckerieder (SPD) stimmte in der jüngsten Sitzung zu: „Ein Kino ist eine sehr schöne Idee.“ Allerdings, so räumte er ein, brauche es dafür einen Betreiber. Die besten Kontakte zu potenziellen Interessenten erhofft er sich vom Kulturreferat. Dorthin wird Livias Antrag mit der Bitte um Prüfung geschickt.

Zudem spricht der BA die Jugendzentren und die Bibliothek im Stadtbezirk an. „Dort hat es doch früher auch ab und zu Filmvorführungen gegeben. Wäre schön, wenn das wieder möglich wäre“, meinte Gabriele Hartdegen (CSU). Livia fände das ebenfalls gut und hat noch eine Idee: „In der Schule, zum Beispiel in der Turnhalle, könnte man auch Filme zeigen.“

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