Kein Bedarf an Jugendräumen?

Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg wirft Sozialreferat falsche Lageeinschätzung vor

Der Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftstreff Mosaik in Nymphenburg Süd ist eine von drei Jugendeinrichtungen für einen Stadtbezirk mit über 100 000 Einwohnern.
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Der Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftstreff Mosaik in Nymphenburg Süd ist eine von drei Jugendeinrichtungen für einen Stadtbezirk mit über 100 000 Einwohnern.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Der BA Neuhausen-Nymphenburg will mehr Jugendtreffs für seine Jugendlichen, um den steigenden Bedarf zu decken. Ein Vorschlag, der bei der Stadt München nicht so gut ankommt.

NEUHAUSEN Weit auseinander gehen die Ansichten des Sozialreferats und des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg, wenn es um ausreichend Räume und Angebote für Jugendliche im Stadtbezirk geht. Der BA betont seit geraumer Zeit, dass mehrere neue Jugendzentren und Aufenthaltsräume nötig seien, um den steigenden Bedarf zu decken.

Dieser sei nicht zuletzt während der Corona-Pandemie besonders spürbar geworden, so die einhellige Meinung im Gremium. Dem hat das Sozialreferat jetzt in einem Schreiben jedoch komplett widersprochen.

Neuen Jugendräume dringend benötigt - Die Stadt München sieht das nicht so

So erklärt Sozialreferentin Dorothee Schiwy mit Hinweis auf die vorhandenen Einrichtungen: „Das Sozialreferat/Stadtjugendamt sieht den Bedarf an Freizeitstätten gegenwärtig sowie auch zukünftig bedarfsgerecht ausgerichtet und rät aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen davon ab, an zusätzlichen Standorten im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg weitere Freizeitstätten zu bauen.“

Damit lehnt die Stadt quasi jede Forderung nach mehr räumlichen Kapazitäten für die Jugendbetreuung ab – sowohl nach kurzfristigen Angeboten, zum Beispiel einem Bauwagen als Außenstelle der Jugendeinrichtung Mosaik oder der Freizeitstätte Hirschgarten, als auch langfristige Planungen zur Versorgung des Mehrbedarfs in Erweiterungsgebieten wie dem Kreativquartier und dem Paketpostareal.

Klagen über Jugendliche - Diese haben kaum Orte sich zu treffen

Das können die Viertelpolitiker so nicht stehenlassen. „Diese Bewertung ist für den BA 9 weder nachvollziehbar noch akzeptabel“, heißt es in einer Stellungnahme, die in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen wurde. Die bestehenden Einrichtungen Mosaik, Hirschgarten und Haneberg­straße seien nach eigenen Angaben am Limit. Das Resultat: „schwierige Auseinandersetzungen mit einzelnen Gruppen Jugendlicher, die durch die Quartiere ziehen, weil sie keinen Ort für ihre Bedürfnisse finden“. Das weiß der BA sowohl aus Gesprächen mit genervten Bürgern, die über Störungen und Probleme berichten, als auch aus dem Austausch mit der örtlichen Polizei.

Zudem weist Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) in dem Antwortbrief an die Sozialreferentin auf die Größe des 9. Stadtbezirks hin. Diese entspreche Städten wie Trier oder Würzburg, die zwischen acht und 13 Treffs für Jugendliche bereitstellen würden. Neuhausen-Nymphenburg hat dagegen nur drei. Für den BA heißt das: „Es ist eindeutig, dass hier Einrichtungen fehlen oder zumindest Plätze, wo sich Jugendliche und Heranwachsende treffen können, ohne das Gefühl zu haben, unerwünscht zu sein.“

Anna Hanusch

Darüber will das Gremium nun mit Vertretern des Sozialreferats sprechen. Thema soll unter anderem auch ein „kurzfristiges, temporäres und kostengünstiges Angebot wie das Aufstellen eines Containers im Hirschgarten-West nahe der Skateanlage“ sein, kündigt der BA an.

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