Fehlendes Angebot für Kinder und Jugendliche

Ü18-Café im neuen Ladenzentrum?

Das Ladenzentrum an der Wiesentfelser Straße wird 2021 abgerissen und neu gebaut.
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Das Ladenzentrum an der Wiesentfelser Straße wird 2021 abgerissen und neu gebaut.

In Neuaubing fehlt es an einem Treff für Jugendliche über 18. Im neuen Ladenzentrum könnte man Platz dafür schaffen. Eine Entscheidung steht noch aus.

Ein Jugendcafé im neuen Ladenzentrum an der Wiesentfelser Straße – das kann sich Marija Filimon vom Stadtteilmanagement Neuaubing/Westkreuz gut vorstellen. Vor einigen Monaten hatten sich Anwohner im Westen Neuaubings massiv über laut feiernde Jugendliche und regelmäßig aufheulende Automotoren beschwert. Auch mit der Polizei gerieten die jungen Erwachsenen immer wieder aneinander. Der Bezirksausschuss schaltete deshalb das Allparteiliche Konfliktmanagement in München (Akim) ein.

Marija Filimon

Sven von Braunmüller versuchte, für Akim vor Ort zu vermitteln. Er stellte schnell fest: „In Neuaubing herrscht ein Vakuum bei den Angeboten für junge Erwachsene. Sie sind über 18 Jahre alt und aus dem Jugendtreff herausgewachsen.“ Sie hätten aber gerne einen Rückzugsort, an dem sie sich aufhalten könnten. Von Braunmüller schlägt deshalb ein selbst verwaltetes Jugendcafé vor. Dort könnten auch gemeinsame Kochabende stattfinden, die sich die Jugendlichen wünschen würden.

Jugendliche ohne Treff: Jugendtreff ist für Ältere nicht ausreichend

Die Leiterin des Jugendtreffs an der Wiesentfelser Straße, Züleyha Yilmaz-Dursun, sieht ebenfalls Bedarf dafür. Zwar steht ihre Einrichtung jeden Donnerstag auch für Über-18-Jährige offen und sie könnten jederzeit vorbeikommen, wenn Hilfe beispielsweise beim Schreiben von Bewerbungen benötigten. Aber: „Sie möchten sich ungezwungen und ohne pädagogische Begleitung treffen. Der Jugendtreff ist für sie Kinderkram“, sagt Yilmaz-Dursun.

Filimon vom Stadtteilmanagement arbeitet derzeit daran, dass die Jugendlichen den Kulturtreff West* im Ladenzentrum nutzen können und sich dort beispielsweise zum Computerspielen treffen können. Allerdings gebe es noch andere Nutzer, wie die Nachbarschaftshilfe, sodass sie den Raum nicht exklusiv haben könnten. Filimon hofft, dass die Jugendlichen eventuell beim Neubau des Ladenzentrums berücksichtigt werden. Das würde auch von Braunmüller begrüßen, denn: „Das Ladenzentrum ist ihr Bereich, mit dem sie sich identifizieren.“

Derzeit laufe noch der Wettbewerb für die Gestaltung des Gebäudekomplexes. Erst anschließend sei klar, welche Möglichkeiten es gibt, so Filimon. „Unser Ziel ist es, langfristig etwas zu schaffen, was den Jugendlichen zugutekommt.“ Zwar hätten sich die Konflikte etwas entspannt, seit die neuen Spielflächen an der Wiesentfelser Straße fertig sind. Aber: „Das Problem ist nicht aus der Welt. Die Jugendlichen brauchen immer noch einen Rückzugsort.“

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