„Es läuft etwas fundamental falsch“

Aubinger Mutter kritisiert mangelhaftes Homeschooling – es fehlen Laptops und Internet in den Klassenzimmern 

Weil sie sich beim Homeschooling alleingelassen fühlt, hat eine Aubinger Mutter einen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben.
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Weil sie sich beim Homeschooling alleingelassen fühlt, hat eine Aubinger Mutter einen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben.
  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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Homeschooling ist nicht nur für die Kinder eine Herausforderung. Vor allem, wenn es bei der Digitalisierung hackt - eine Mutter wendet sich nun mit einem Brief an die Stadt.

Für die Kinder der Grundschule an der Gotzmannstraße in Aubing funktioniert der Unterricht zuhause nicht vernünftig. „Die gesamte Betreuung und das Erklären des Lernstoffes bei Fragen obliegt uns Eltern“, kritisiert Mutter Elena Leitner. Der Grund: Die digitale Infrastruktur an der Schule sei völlig unzureichend. Es fehlten Dienstlaptops für die Lehrer, es gebe im Schulgebäude außerhalb des Lehrerzimmers keinen Internetanschluss und die Schule habe für ihre mehr als 400 Kinder nur fünf Tablets erhalten.

„Digital ist dort gar nichts“, moniert Leitner. Der Unterricht sehe im Moment so aus, dass die Eltern jede Woche von den Lehrern Arbeitsblätter erhalten, die sie mit ihren Kindern bearbeiten müssen. Zweimal wöchentlich finde eine halbe Stunde lang ein digitaler Morgenkreis mit der Lehrerin statt.

Homeschooling in Corona Zeiten: Mutter wendet sich mit Brief an Dieter Reiter

Sie und ihr Mann versuchten, ihre Tochter, die seit Herbst die erste Klasse besucht, zu unterstützen, müssten aber gleichzeitig im Homeoffice arbeiten und ihren dreijährigen Sohn betreuen. „Dass die schulische Bildung hier nicht auf dem Niveau erfolgen kann, wie es gerade beim Start ins Schulleben für unsere Kinder sein sollte, kann nicht infrage gestellt werden. Es läuft etwas fundamental falsch“, so Leitner. Sie hat daher einen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben.

Das Referat für Bildung und Sport räumt ein, dass nicht alles optimal laufe. Die Lehrer hätten derzeit keine Dienst-Laptops. Sie sollten eigentlich bis 2024 nach und nach damit ausgestattet werden. Wegen Corona beschleunige sich das nun. Auch beim mobilen Internet gebe es noch Nachholbedarf.

„Die Ausstattung der Schulen entspricht noch nicht in ausreichendem Maße den pädagogischen Anforderungen an mobiles Arbeiten und Lernen“, teilt Sprecher Andreas Haas mit. Die Stadt versuche dies derzeit zu optimieren. Allerdings habe der überwiegende Teil der Schulen – auch die Gotzmannschule – Breitbandanbindung und entsprechende Lan-Anschlüsse in den Klassenzimmern, die für Distanzunterricht genutzt werden können. Zudem habe die Stadt 8220 Tablets gekauft, die sich Schüler ohne eigenen Computer ausleihen könnten. Die Stadt hat sie gemäß dem Sozialindex an die Schulen verteilt.

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