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Aus der Hilblestraße in Neuhausen wird die Maria-Luiko-Straße ‒ Umbenennung im Sommer geplant

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Von: Ursula Löschau

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Die Umbenennung der Hilblestraße soll vor Ort gefeiert werden.
Die Umbenennung der Hilblestraße soll vor Ort gefeiert werden. © Ursula Löschau

Aus der Hilblestraße in München-Neuhausen wird die Maria-Luiko-Straße. Für die Umbenennung ist eine Übergangsfrist von einem halben Jahr vorgesehen.

NEUHAUSEN Friedrich Hilble (1881 bis 1937) hat als Leiter des Wohlfahrts- und zeitweise auch des Jugendamtes in München das NS-System und den damit verbundenen Antisemitismus unterstützt und stabilisiert. Dass nach ihm dennoch eine Straße in Neuhausen benannt wurde, ist ein historischer Fehler, der nach jahrelanger Diskussion und Prüfung nun wiedergutgemacht wird.

Bereits im Februar hat der Stadtrat beschlossen, dass der Abschnitt zwischen Dachauer und Schachenmeierstraße nach der Künstlerin Maria Luiko (s. Kasten) benannt wird. In Kürze soll das vor Ort umgesetzt werden.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Aus der Hilblestraße in Neuhausen wird die Maria-Luiko-Straße ‒ Umbenennung im Sommer geplant

„In Abstimmung mit dem Kommunalausschuss wurde beschlossen, die offizielle Einweihung in den Sommer zu verlegen“, sagt Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferats, auf Hallo-Anfrage.

Man habe möglichst sicherstellen wollen, dass die allgemeine Pandemielage eine gemeinsame Eröffnungsfeier zulassen würde. „Voraussichtlich wird diese Ende Juli/Anfang August stattfinden.“

Das Baureferat kümmert sich darum, dass sechs neue Schilder angefertigt und angebracht werden. Für eine Übergangsfrist von mindestens einem halben Jahr werden dann noch beide Namen hängen, die alten Schilder jeweils rot überklebt. Von der Umbenennung betroffen sind laut Stadt 1779 in der Hilblestraße gemeldete Privatpersonen und 153 Gewerbebetriebe.

Was mögliche Entschädigungen angeht, erklärt Kowitz: „Die Modalitäten des Verfahrens befinden sich in der rechtlichen Abstimmung.“

Maria Luiko – Opfer des Holocaust

Maria Luiko ist der Künstlername von Marie Luise Kohn (1904 bis 1941). Sie wuchs in München auf und besuchte ab 1924 die Kunstakademie. Luiko entfaltete eine reichhaltige künstlerische Tätigkeit, war Mitglied in mehreren Künstlervereinigungen und gründete ein Marionettentheater. Die Nationalsozialisten belegten sie nach ihrer Machtübernahme mit einem Ausstellungsverbot. Im November 1941 wurde Maria Luiko deportiert und in Kaunas (Litauen) ermordet.

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