Bis März schließen?

Wie Gaststätten in Neuhausen-Nymphenburg den Corona-Lockdown bewältigen und ihr Feiertags-Plan

Wenn sich Johann Eichmeiers Befürchtungen bestätigen, bleiben die Tore zum Hirschgarten bis März geschlossen.
+
Wenn sich Johann Eichmeiers Befürchtungen bestätigen, bleiben die Tore zum Hirschgarten bis März geschlossen.

Der Corona-Lockdown geht in die Verlängerung und trifft die Gastronomie besonders hart. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung. Hallo hat bei einigen Gaststättenchefs nachgefragt.

Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier stellt sich im Moment auf eine monatelange Zwangspause ein: „Ich rechne damit, dass die Gaststätten noch bis mindestens März geschlossen bleiben werden.“

Was ihn mit am meisten stört: „Entscheidungen werden von Tag zu Tag geschoben und wir wissen überhaupt nicht, woran wir sind.“

Von einer vorübergehenden Öffnung über die Feiertage hält Eichmeier jedenfalls nichts: „Die Vorbereitungen dauern schon vier Tage, und die Nachbereitung nochmal eine Woche. Da entstehen enorme Kosten, die niemand sieht.“

Auch Mitnahme-Angebote seien unwirtschaftlich. Von der Politik erwartet der Hirschgarten-Chef längerfristige Vorgaben „und dass es schnelle und ausreichende finanzielle Hilfen gibt“.

Denn er weiß: „Viele meiner Kollegen sind inzwischen in existenzieller Gefahr.“ Eichmeiers Strategie lautet: „Klagen bringt eh’ nichts. Wir müssen schauen, dass wir bis April durchhalten.“

Gaststätten in Neuhausen-Nymphenburg trifft der Corona-Lockdown hart

„Man muss sich durchkämpfen und darf einfach nicht aufgeben oder die Hoffnung verlieren“, sagt auch Dani Kuckuck, Geschäftsführerin im „Sappralott“ in Neuhausen.

Es sei eine schwierige Zeit für alle, „auch für die Privatleute“, betont sie und hofft, „dass jetzt alle zusammenhalten“. Ihre rund 20 Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Es gibt Speisen zum Abholen und per Lieferdienst. „Aber mehr, um mit den Gästen in Kontakt zu bleiben.“ Verdient sei daran nichts. Und das bei einem Umsatzeinbruch, den Kuckuck als „katastrophal“ bezeichnet.

Die November-Hilfe vom Staat sei daher dringend nötig. „Man muss ja alles vorstrecken.“

to go Geschäft in Corona-Lockdown und Hilfen die nicht ankommen

„Wir versuchen, zu überleben“, fasst Sabine Lenzer, Geschäftsführerin der „Neuhauser Wohnküche“, zusammen. Ihr Plan: „Wo es geht Kosten sparen und wenn möglich am 4. Januar wieder eröffnen.“ Das Restaurant ab dem 20. Dezember für die Feiertage zu betreiben, lohne sich nicht. An Hilfen hat Lenzer beantragt, was möglich ist, bislang aber kein Geld erhalten.

Sie offenbart: „Alle Reserven sind aufgebraucht.“ Vom „to go“-Geschäft erwartet sie nicht viel. Sollte aber der Lockdown auch im Januar noch gelten, zieht sie es zur „Aufbesserung“ des Kurzarbeitergeldes in Erwägung.

Auch in anderen Vierteln leiden Gastronomen unter dem verlängerten Corona-Lockdown. So geht es Restaurant und Gaststätten in München Mitte, Obermenzing-Untermenzing und im Westen.

Auch interessant:

Meistgelesen

Hallo-Rückschau: Das hat die Leser im Münchner Westen interessiert 
Hallo-Rückschau: Das hat die Leser im Münchner Westen interessiert 
München: Eislaufen auf Nymphenburger Kanal verboten
München: Eislaufen auf Nymphenburger Kanal verboten
Neuhausen: Wieder Ärger um neues Kulturzentrum Trafo - diesmal zögert Corona die Eröffnung hinaus
Neuhausen: Wieder Ärger um neues Kulturzentrum Trafo - diesmal zögert Corona die Eröffnung hinaus

Kommentare