Verunsicherung noch immer groß

Gastro in Corona-Zeiten: Hirschgarten-Wirt über Ängste und Anstrengungen

Im Hirschgarten gilt sowohl im Biergarten als auch im Restaurant: Registrierung ist vor Ort nötig, Reservierung nicht.
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Im Hirschgarten gilt sowohl im Biergarten als auch im Restaurant: Registrierung ist vor Ort nötig, Reservierung nicht.

Die Biergärten haben nun schon einen Monat geöffnet und trotzdem herrscht immer noch Verunsicherung. Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier berichtet von seinen Erfahrungen...

  • Immer noch herrscht viel Unsicherheit bei Gastro-Besuchern.
  • Hirschgarten Wirt Johann Eichmeier äußert sich zu den Hygiene-Maßnahmen.
  • Münchner Wirte rücken näher zusammen.

Nymphenburg – Registrierung, Maskenpflicht auf dem Weg zum Tisch oder zur Toilette sowie die üblichen Abstands- und Hygieneregeln

Wer in den vergangenen vier Wochen einen Biergarten oder seit dem 25. Mai ein Restaurant besucht hat, kennt diese coronabedingten Schutzvorgaben. Daran gewöhnt haben sich aber noch längst nicht alle Münchner. 

„Es gibt immer noch sehr viel Unsicherheit bei den Menschen, was sie wie machen dürfen“, stellt Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier (62) fest.

Seine Erfahrung nach einem Monat Betrieb unter Corona-Einschränkungen

„Die einen fürchten sich vor dem Sicherheitspersonal und der Registrierung, die anderen kommen immer noch mit viel Vorsicht und Angst. Vor allem scheuen viele davor zurück, in den Innenbereich zu gehen.“ 

Dabei sei für alle nötigen Schutzmaßnahmen gesorgt, bis hin zu einer modernen Lüftungsanlage, die regelmäßig für einen kompletten Luftaustausch in den Räumen sorgt. 

Stammtische haben Zwangspause

Im Zuge der Abstandsregeln wurde die Zahl der Innenplätze von normalerweise 500 auf etwa 170 reduziert. Draußen hat Münchens größter Biergarten derzeit rund 2700 anstelle von 8000 Sitzplätzen. 

Wobei aufgrund der Kontaktbeschränkungen auch die nutzbaren Plätze nicht alle ausgelastet sind. 

Draußen hat Münchens größter Biergarten derzeit rund 2700 anstelle von 8000 Sitzplätzen.

Eine Folge: Die rund 30 Stammtische, die sich sonst im Wochen- oder 14-Tages-Rhythmus dort treffen, hatten bisher Zwangspause. 

Unter anderem sie profitieren von der jüngsten Ankündigung der Staatsregierung, dass sich in Bayern jetzt wieder bis zu zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen dürfen und die Sperrstunde für Lokale und Biergärten auf 23 Uhr verschoben wird. Eichmeier begrüßt das sehr. 

„Wir tun wirklich alles zum Schutz der Gäste“

Die Entwicklung der Fallzahlen würde dies rechtfertigen, sagt er. „Seit Öffnung der Gastronomie gab es inMünchen keine Steigerungsraten. Wir tun wirklich alles zum Schutz der Gäste und der Mitarbeiter“, so der 62-Jährige. 

Dazu gehört auch ein reger Erfahrungsaustausch zwischen vielen Augustiner- und anderen Münchner Wirten. „Die Not lässt einen näher zusammenrücken. Wir haben alle einen enormen Wissensbedarf“, sagt der Hirschgarten-Chef und ergänzt: „Viele Dinge passieren förmlich über Nacht.“ 

Besucher machen Mut

So hätten die Betriebe vor der Wiederöffnung der Biergärten am 18. Mai erst am Abend des 14. Mai die schriftlichen Richtlinien bekommen. Mut machen Eichmeier vor allem die Besucher. 

Die allermeisten kämen mit den Regeln gut zurecht und würden sich daran halten. „Wir betreiben auch einen entsprechenden Aufwand. Aber weil sich die Leute so verantwortungs- und situationsbewusst verhalten, macht das keine so große Mühe.“ 

Gemeinsam werde alles getan, um eine neue Infektionswelle zu verhindern. Hier setzt der Gastronom auch auf die neue Corona-App. „Ich hoffe, dass diese App uns hilft, aus dieser misslichen Lage wieder herauszukommen.“

Lesen Sie auch: Tierpark Hellabrunn in München droht Pleite wegen Corona-Krise

ul

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