Automat statt Kiosk

Ärger im Forum Westkreuz: Kiosk darf keine Fahrkarten mehr verkaufen – ab November wieder möglich?

Das Ehepaar Dinh und Rosi Obst (rechts) hoffen, dass der Kiosk dauerhaft Tickets verkaufen darf.
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Das Ehepaar Dinh und Rosi Obst (rechts) hoffen, dass der Kiosk dauerhaft Tickets verkaufen darf.
  • Andreas Schwarzbauer
    VonAndreas Schwarzbauer
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Seit Jahren wurden in dem Laden im Forum am Westkreuz Fahrscheine verkauft. Als der Pächter wechselt, erhält dieser plötzlich keine Erlaubnis mehr. Das sorgt für Ärger im Viertel.

Pasing - Täglich kommen Kunden in den Kiosk von Familie Dinh im Forum am Westkreuz, um Fahrkarten zu kaufen. Immer wieder muss sie Vinzenz Dinh auf die Fahrkartenautomaten am Bahnsteig verweisen.

Jahrelang hat der Kiosk Tickets für Bahn oder Bus verkauft. Doch als Dinh den Laden zum 1. Oktober als Pächter übernahm, erhielt er dafür zunächst keine Erlaubnis mehr.

Im Stadtviertel sorgte das für Ärger. Vor allem für ältere Menschen sei es keine kundenfreundliche Entscheidung, sagt Johann Slezak, Seniorenvertreter vom Westkreuz. „Die Automaten sind sehr umständlich. Man tippt einmal mit dem Finger daneben und muss wieder von vorne anfangen“, kritisiert er.

Rosi Obst, die einen Laden neben dem Kiosk betreibt, hat ebenfalls beobachtet, dass viele Senioren ihre Fahrscheine lieber bei einem Menschen kaufen. „Sie kennen sich oft mit den Automaten nicht aus. Deshalb ist für sie der Kontakt zu jemandem wichtig, der sie auch ein bisschen beraten kann.“ Gerade in der näheren Umgebung des Forums wohnten viele Ältere.

Entscheidung nicht nachvollziehbar

Sie müssten nun für den Fahrkartenkauf auf den Bahnsteig, der nur auf einer Seite barrierefrei zugänglich ist – selbst wenn sie mit dem Bus fahren wollen. „Diesen langen Umweg könnten sie sich sparen, wenn sie ihre Tickets im Kiosk erhalten würden“, so Obst.

Zwar gebe es auch in den Bussen Automaten, aber nicht an allen seien Streifenkarten erhältlich. „Dort gibt es nur Einzelfahrscheine, die teurer sind. Viele Leute hier haben aber nicht viel Geld.“

Auch Dinh kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Aus wirtschaftlichen Gründen könne sie nicht erfolgt sein, denn vor Corona sei der Fahrkartenverkauf an dem Kiosk sehr gut gelaufen. Er hat 200 Unterschriften gesammelt, um wieder Fahrkarten anbieten zu dürfen. Auch der Bezirksausschuss unterstützt ihn.

Ab November darf Kiosk wieder Tickets verkaufen - aber nur bis Mai

BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU) sagt: „Wir alle wollen doch, dass möglichst viele Menschen den ÖPNV nutzen. Und nicht jeder besitzt eine Jahreskarte. Daher braucht es an möglichst vielen Orten Angebot für Fahrkarten. Diese Orte müssen attraktiv und zugänglich sein.“

Die Proteste zeigten Wirkung. Dinh darf ab November wieder Fahrscheine verkaufen – allerdings vorerst nur bis Mai. „Danach ist wieder alles offen und unsicher.“ Er hofft nun möglichst bald auf eine dauerhafte Lösung.

Warum der Fahrkartenverkauf zunächst gar nicht und nun nur bis Mai genehmigt wurde, konnten auf Hallo-Anfrage weder die S-Bahn München noch die MVG beantworten. Sie sehen den jeweils anderen in der Verantwortung.

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