Warten auf die Lärmschutzwand

Unverständnis bei Anwohnern: Trotz Zusage der Bahn passiert an der Marschnerstraße seit Jahren nichts

Nur wenige Meter von Alexander Dirr (links) und Max Faltlhauser rauschen die Züge vorbei.
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Nur wenige Meter von Alexander Dirr (links) und Max Faltlhauser rauschen die Züge vorbei.

Anwohner der Marschnerstraße vermissen eine Lärmschutzwand gegen den Zuglärm. Die Bahn hat den Bau schon vor Jahren angekündigt - passiert ist seitdem nichts.

Schon seit Jahren warten die Anwohner der Marschnerstraße auf eine Lärmschutzwand zwischen der Grundschule an der Schäferwiese und der Lortz­ingstraße. Die Bahnlinie läuft nur wenige Meter an ihren Häusern vorbei. „Die Lärmbelastung ist voll da, weil die Strecke zwischen München und Augsburg sehr stark genutzt wird. Insbesondere wenn Güterzüge vorbeifahren, müssen wir Unterhaltungen auf der Terrasse beenden, weil es so laut ist“, sagt Anwohner Max Faltlhauser.

Auch sein Nachbar Alexander Dirr klagt: „Wenn man ungestört durchschlafen möchte, ist gar nicht daran zu denken, das Fenster nachts geöffnet zu lassen. Besonders in heißen Sommernächten ist das schon sehr unangenehm.“

Fehlender Lärmschutz in Pasing: Anwohner leiden unter Zuglärm

Bereits 2004 hatte ein Gutachten ergeben, dass die Lärm-Grenz­werte an der Marschnerstraße überschritten werden und der Bund eine Schallschutzwand fördern würde. 2009 stellte Dirr einen Antrag auf der Bürgerversammlung. Die Bahn wollte daraufhin prüfen, ob Lärmschutzmaßnahmen möglich sind. Doch nichts geschah.

Auch ein Antrag des örtlichen Bezirksausschusses 2012 brachte keine Bewegung in die Sache. Und die Anwohner litten weiterhin unter dem Rattern der Züge. Eine Umfrage der Jungen Union Pasing zeigte, dass 80 Prozent der Anwohner stark oder sehr stark vom Bahnlärm belästigt werden, sogar 89 Prozent wünschen sich eine Lärmschutzwand.

Vor drei Jahren gab es für sie endlich Grund zur Hoffnung: Die Bahn sagte zu, eine Lärmschutzwand zu bauen. Es werde allerdings ein bis drei Jahre dauern. Spätestens dieses Jahr hätte das Bauwerk nach diesem Zeitplan fertig sein sollen. Doch an der Marschnerstraße fehlt davon bisher jede Spur. Faltlhauser kann das nicht nachvollziehen: „Es ist ein bisschen mehr als ein Kilometer und der Bau sollte einfach zu machen sein, weil dort ausreichend Platz ist.“

Ihn ärgert, dass inzwischen fast alle Häuser zwischen Pasing und Augsburg hinter Schallschutzwänden liegen. „Nur kurz vor dem Pasinger Bahnhof sieht man wieder Häuser. Und fast alle liegen an der Marschnerstraße. Anscheinend setzen sich die Bürgermeister der kleinen Gemeinden besser und vor allem effektiver bei der Bahn für den Lärmschutz ihrer Bürger ein als die Stadt München.“

Das Planfeststellungsverfahren laufe seit 2017, teilt ein Bahn-Sprecher mit. Es hätten noch Naturschutz­auflagen berücksichtigt werden müssen. 2022 könne der Bau voraussichtlich beginnen.

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