Schluss mit Kirchturm-Denken

Erstmals in München: Drei Gemeinden bilden eine neue Pfarrei

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Die drei Pfarrer der neuen Pfarrei (v.li.): Michael Hoffmann, Matthias Dörrich und Harald Knobloch.

Allach-Menzing wird die neue Pfarrei heißen – dafür schlossen sich die Gemeinden der Epiphanias-, der Bethlehems- und der Carolinenkirche zusammen. Der Grund? Hallo hat nachgefragt...

  • Neue Pfarrei Allach-Menzing
  • Warum dieser Zusammenschluss?
  • München-West: Diese Kooperation von drei evangelischen Kirchengemeinden ist in München bisher einmalig und wird an Christi Himmelfahrt, 21. Mai, mit einem Gottesdienst feierlich besiegelt: Von da an gibt es die neue Pfarrei Allach-Menzing mit rund 7100 Gemeindemitgliedern. Sie besteht aus den drei gleichberechtigten Gemeinden der Epiphanias-, der Bethlehems- und der Carolinenkirche und soll deren Zukunft dauerhaft absichern. 

    Warum dieser Zusammenschluss?

    Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen und fehlender Nachwuchs bei den Geistlichen. „Warum also nicht die Kräfte bündeln. So kann die Kooperation entlasten und zugleich die Qualität an allen drei Standorten erhalten oder sogar noch steigern“, fasst Pfarrer Harald Knobloch (42, seit 2016 in Epiphanias) zusammen. Wie das geht, macht die Jugend der drei Kirchengemeinden seit Jahren vor. Es gibt einen gemeinsamen Jugenddiakon, ein jährliches „Konfi-Camp“ für alle und auch sonst einen regen Austausch. „In der Jugend fragt niemand danach, wer aus welcher Gemeinde kommt, sondern alle ziehen an einem Strang, jeweils abgestimmt auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der einzelnen Gemeinden“, berichtet Matthias Dörrich (55, seit 2014 Pfarrer in der Carolinenkirche). 

    Bethlehemskirche, Carolinenkirche, Epiphaniaskirche (v:l).

    Dieses Prinzip, kombiniert mit einer effektiven Aufgabenteilung, soll künftig auf alle Bereiche angewandt werden und ist mit katholischen Pfarrverbänden vergleichbar. „Wir haben unsere Stärken und Schwächen analysiert und festgestellt, dass sie sich gut ergänzen“, sagt Michael Hoffmann (61, seit 1998 Pfarrer der Bethlehemskirche in Hartmannshofen). Er ist zum Beispiel künftig für einen gemeinsamen Gemeindebrief zuständig. In der Obermenzinger Carolinenkirche wird das zentrale Pfarramt angesiedelt, Dörrich wird sich auf die Geschäftsführung und die Konzeption der Seniorenarbeit konzentrieren. Die anderen Pfarrbüros bleiben als Anlaufstellen aber erhalten. Vorteil: „Die Mitarbeiter können sich gegenseitig vertreten“, so Dörrich. 

    Schwerpunkt in der Allacher Epiphaniaskirche mit dem Familienzentrum FAM bleibt die Arbeit mit Familien und Kindern. Zusammen erklären die drei Pfarrer, dass sie „jenseits vom Kirchturm-Denken lieber gestalten als verwalten“. 

    ul

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