Grund für Freude

Erasmus-Projekt in Neuhausen ‒ 26 Nationen stehen für Deutschland

Schüler und Lehrer der Winthirschule starten als „deutsche Botschafter“ in ein zweijähriges Erasmus-Projekt der EU.
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Schüler und Lehrer der Winthirschule starten als „deutsche Botschafter“ in ein zweijähriges Erasmus-Projekt der EU.

Die Mittelschule Winthirplatz beteiligt sich mit 280 Teilnehmern an europäischem Erasmus-Projekt und treten als „Botschafter“ Deutschlands auf.

Michael (13) freut sich darauf, ein anderes Land in Europa und dessen Sprache kennenzulernen. Keisha (14) ist gespannt auf die Zusammenarbeit mit Jugendlichen in anderen Ländern. Und Jean-Pierre (13) ist stolz darauf, „dass andere Nationen mehr über unsere Schule und uns erfahren“.

Grund für die Freude: Zusammen mit ihren 280 Mitschülern im Alter von elf bis 15 Jahren beteiligen sich die drei Jugendlichen in der Mittelschule am Winthirplatz an dem EU-Bildungsprogramm Erasmus.

Gegenüber ihren Projekt-Partnerschulen in Polen, Finnland, Schweden, Italien und Portugal treten die Kinder aus 26 Nationen damit gewissermaßen auch als „deutsche Botschafter“ auf, wie Projektleiterin Veronika Gonzalez sagt.

Eine Verantwortung, die Schüler wie Lehrer, die das eben gestartete Projekt unterrichtsübergreifend tragen, sehr ernst nehmen.

Erasmus-Projekt an der Mittelschule Winthirplatz in München

Los geht’s damit, dass sich auf einer Video-Plattform alle beteiligten Schulen vorstellen. Dann gibt es überall einen Malwettbewerb für ein gemeinsames Logo. Und als Höhepunkte des insgesamt zweijährigen Erasmus-Programms sind gegenseitige Besuche geplant.

Wenn nichts dazwischenkommt, sollen bereits im März Schülergruppen aus fünf Ländern für eine Woche nach Neuhausen kommen. Später reisen im Gegenzug dann Winthirschüler zu den Partnern. „Das ist für unsere Kinder und Jugendliche ein besonderer Anreiz. Ein normaler Schüleraustausch wäre für viele finanziell nicht möglich“, erläutert Lehrer Marco Piergallini.

Projektsprache ist stets Englisch

„So können die Schüler anwenden, was sie lernen, und wollen hoffentlich noch mehr lernen, weil sie es brauchen können“, erklärt Gonzalez.

Sprachförderung ist aber bei Weitem nicht das einzige Ziel des Erasmus-Projekts, für das die Winthirschule von der EU 30 000 Euro Fördermittel bekommt. Es geht um Demokratieerziehung, um Mitbestimmungsrechte der Schüler und, so Gonzalez, „um Erziehung zum mündigen Bürger in der Mitte von Europa, als Gegenpol zu Rechtsruck und Populismus“. Spannend sei in diesem Zusammenhang nicht nur der Vergleich der Staatssysteme, sondern auch der verschiedenen Schultypen in den jeweiligen Ländern, so die Projektleiterin.

Was alle im Moment gemeinsam haben, ist die Corona-bedingte Planungsunsicherheit und der Wille, sich nicht ausbremsen zu lassen. Gonzalez setzt auf Online-Formate und zur Not auf eine Projektverlängerung.

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