Senioren vernetzen

Neuhauserin bietet gratis Kurs zum Umgang mit digitalen Medien an – weitere Standorte geplant

Volle Konzentration: Anja Brecht (stehend li.) und Kollege Matthias Nestler gehen beim Kurs in St. Clemens ganz individuell auf die Fragen und Probleme der Teilnehmer ein.
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Volle Konzentration: Anja Brecht (stehend li.) und Kollege Matthias Nestler gehen beim Kurs in St. Clemens ganz individuell auf die Fragen und Probleme der Teilnehmer ein.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Senioren sind im Umgang mit moderner Technik besonders unsicher. Sie brauchen Unterstützung im Umgang mit Technik und diese bietet die Gruppe „Senioren digital“ an.

NEUHAUSEN Ab Januar 2022 sollen apothekenpflichtige Arzneimittel nur noch über ein elektronisches Rezept verschrieben werden. Teils erfolgt die Umstellung aufs „E-Rezept“ jetzt schon probeweise und verunsichert viele Patienten, vor allem Ältere ohne Erfahrung mit der digitalen Welt.

Veronika Legrand (70), Elke Pollak (67), Ruth Billes (69) und weitere Mitglieder der Gruppe „Senioren digital“ in der Pfarrei St. Clemens in Neuhausen sehen dem jedoch gelassen entgegen. „Bis Januar krieg’ ich Sie fit, so dass es Ihnen gefällt und Sie nicht belastet“, verspricht Anja Brecht (57), die die Gruppe ehrenamtlich leitet. Ihr Ziel: Sie will Senioren vernetzen – sowohl digital als auch in der realen Welt innerhalb des Stadtbezirks.

Deshalb sucht sie weitere Räume und Partner, um ihr Angebot für Senioren auszudehnen, beispielsweise in weiteren Pfarreien im Stadtteil. „Der Bedarf ist riesig“, weiß die Neuhauserin, die beruflich unter anderem als IT-Digitalisierungspädagogin sowie Expertin für Datenschutz und IT-Sicherheit tätig ist.

„Die Banken machen alle zu, Online-Banking wird immer wichtiger. Bald löst das E-Rezept das herkömmliche Kassenrezept ab. Ohne Smartphone wird es irgendwann nicht mehr gehen. Ich will, dass die Leute sich dann helfen und auch vor den Gefahren im Netz schützen können“, erklärt Brecht.

Digitale Kompetenz immer wichtiger - Treffen jeden zweiten Donnerstag

Mit ihrer St. Clemens-Gruppe, die sich jeden zweiten Donnerstag nachmittags an der Renatastraße 7 trifft, hat sie schon viele Themen durchgenommen: von der Kommunikation mit der Familie und Freunden über die Anwendung nützlicher Apps bis hin zu Datenschutz und Internet-Kriminalität. Sicherheit und Praxisnähe sind auch den Teilnehmern sehr wichtig. „Es ändert sich ja auch ständig etwas. Da ist es gut, dass man hier alles nachfragen kann“, sagt Veronika Legrand.

Ein herkömmlicher Computerkurs wäre ihr nicht nur zu teuer. Sie hätte auch Bedenken, ob sie mit dem Tempo dort mithalten könnte. „Wir sind Erstklässler. Man muss mit uns alles Schritt für Schritt durchgehen“, sagt Ruth Billes und ergänzt: „Aber wenn Du nicht dranbleibst, bist Du abgehängt.“ Das E-Rezept ist für sie das aktuellste Indiz dafür.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird daher eines der Schwerpunktthemen bei den kommenden Treffen der „Senioren digital“ sein. Das nächste ist am Donnerstag, 14. Oktober. Die Gruppe hat durchschnittlich zwölf Teilnehmer, die beiden ältesten sind 92 Jahre alt.

Weitere Interessierte – auch ohne Geräte und Vorkenntnisse – sind willkommen. Um Anmeldung wird gebeten unter Telefon (0162) 9022279. Dort gibt’s auch nähere Informationen.

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