Anwohner wünschen sich Lärmschutzwand

Wut über Lärm, Staub und Licht – Anwohner leiden unter DB-Ausbesserungswerk am Bahnhof Langwied

Die Anwohner des Lucia-Popp-Bogens protestieren gegen den Lärm des DB-Ausbesserungswerks.
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Die Anwohner des Lucia-Popp-Bogens protestieren gegen den Lärm des DB-Ausbesserungswerks.

Seit kurzem leiden die Anwohner noch mehr als sonst unter dem DB-Ausbesserungswerk am Bahnhof Langwied. Nun wird protestiert. Was die Bahn zu den Beschwerden sagt...

  • Anwohner protestieren gegen den Lärm des DB-Ausbesserungswerks.
  • Seit kurzem hat sich die Situation noch mehr zugespitzt.
  • Das sagt ein Bahn-Sprecher zu den Umständen...

Obermenzing/Aubing – Ständig hören die Anwohner des Lucia-Popp-Bogens in Obermenzing ein unangenehmes Quietschen, ein plötzliches Knallen oder ein lautes Schaben – teilweise bis tief in die Nacht. 

Grund ist das Ausbesserungswerk, das die Bahn vor rund fünf Jahren neben dem Langwieder Bahnhof und damit in unmittelbarer Nachbarschaft baute. Einen gewissen Schutz bot bisher ein bepflanzter Lärmschutzwall, der eigentlich noch verlängert werden sollte, wie die Anwohner einer Bautafel entnommen hatten. 

Doch stattdessen hat ihn die Bahn abgetragen, um Platz für den Bauschutt der Zweiten Stammstrecke zu schaffen. „Jetzt ist der Lärm so deutlich hörbar, dass selbst bei geschlossenen Fenstern mit Dreifachverglasung Telefonieren oder konzentriertes Arbeiten auf der Südseite unmöglich ist“, sagt Anwohnerin Christiane Espich. 

Der Krach habe sich vervielfacht. Lastwagen liefern werktags von 7 bis 20 Uhr das Material von der Zweiten Stammstrecke an. Mitarbeiter sortieren es und verteilen es mit Radladern in verschiedene Container. Von dort holen es die Lastwagen wieder ab.  

Die Anwohner leiden unter ständigen Kratzgeräuschen der Baggerschaufeln und dem lauten Krachen beim Ent- und Beladen der Lastwagen und Container. Ihre Gärten und Terrassen könnten die Obermenzinger tagsüber kaum noch nutzen. 

Nur wenige Meter von ihren Grundstücken entfernt wird Schutt in die Container verladen.

„Es ist eine Zumutung. Erst stellen sie uns ohne jede Vorwarnung so ein Industriemonster hin und jetzt kommt noch dieser Lärm dazu“, kritisiert Christiane Lehmann. Sie habe sogar eine zusätzliche Hecke gepflanzt, aber ohne Erfolg.

Ein weiteres Problem ist die hohe Staubbelastung durch das Umladen des Bauschutts. „Das ist deutlich spürbar. Ich bekomme schlecht Luft und kann mich nicht mehr draußen aufhalten“, sagt Robert Schüssler, für den Staub ein Gesundheitsrisiko darstellt. 

Ein drittes Ärgernis sind die Außenscheinwerfer am Ausbesserungswerk, die Tag und Nacht brennen. „Das Gebäude leuchtet die ganze Nacht wie ein Kreuzfahrtschiff. Das ist eine Energieverschwendung und schädlich für die Tierwelt“, kritisiert Lehmann. 

Die Bahn teilt mit, dass das Gelände Mitte der 2000er-Jahre als Logistikfläche für die Zweite Stammstrecke festgelegt worden sei. In diesem Rahmen hätten die Bürger ihre Einwände mitteilen können. 

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Anwohner wünschen sich kurzfristig eine Lärmschutzwand.

Aufgrund der aktuellen Beschwerden tausche sich die Bahn aber mit den Obermenzingern aus: „Wir nehmen die Anmerkungen und Wünsche der Anwohner sehr ernst und prüfen aktuell Maßnahmen zur Lärm- und Staub­reduzierung. 

Auch zum Thema Licht sind wir in Kontakt“, so eine Bahn-Sprecherin. Es seien bereits Wechselcontainer im Einsatz, um weniger Schutt umladen zu müssen. Gegen den Staub seien Kehrmaschinen unterwegs und die Straße werde befeuchtet. 

Den Anwohnern reicht das nicht. Sie wünschen sich kurzfristig eine Lärmschutzwand. Langfristig müsse wieder ein bepflanzter Wall angelegt werden. Sie fordern zudem einen runden Tisch. 

Die beiden örtlichen Bezirksausschüsse unterstützen sie dabei. Die Bahn will den Dialog zwar fortsetzen und den Lärmschutz weiter verbessern. Ob das durch einen Wall passiert, lässt ein Bahn-Sprecher aber offen: 

„Es gab am Lucia-Popp-Bogen nie einen offiziellen Lärmschutzwall. Vielmehr handelte es sich um einen Erdwall, der irgendwann im Zuge von Baumaßnahmen dort abgelagert worden war“, so der Sprecher.

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Andreas Schwarzbauer

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