Gastronomen kämpfen in der Krise

Der Corona-Lockdown trifft Restaurants im München-West hart

Das Aubinger Herzl bietet im Corona-Lockdown Gerichte zum Mitnehmen an.
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Das Aubinger Herzl bietet im Corona-Lockdown Gerichte zum Mitnehmen an.

Wegen dem Corona-Lockdown können Restaurants nicht öffnen. Viele Gastronomen aus dem Münchner Westen hoffen auf finanzielle Hilfen und bieten Essen to go an.

Die meisten Restaurants in München-West sind in der Vorweihnachtszeit gut besucht. Umso härter trifft es die Gastronomen, dass sie heuer mindestens bis 20. Dezember nicht öffnen dürfen.

„Der Dezember war mit dem Mai immer unser umsatzstärkster Monat“, sagt Inge Schmidtlein, Geschäftsführerin vom Jagdschloss Obermenzing. Sie hofft nun, dass die Novemberhilfen des Staates schneller kommen als die Unterstützung im Frühjahr. „Es hat ewig gedauert, bis wir das Geld bekamen.“

Schmidtlein geht zudem davon aus, 2020 gar nicht mehr zu öffnen. Selbst wenn es erlaubt werde, würde es sich nicht rechnen, meint sie. Derzeit bietet das Restaurant Freitag, Samstag und Sonntag Gerichte zum Mitnehmen an - wobei der Freitag eher schlecht laufe.

Essen to go als Lösung der Gastronomen im Corona-Lockdown

Das Hotel und Restaurant am Langwieder See will an den Feiertagen „Weihnachten to go“ anbieten. Gäste können Klassiker wie Gans oder Ente oder andere Gerichte abholen, sagt Stephanie Krause. Zudem verkauft das Restaurant an seinem Kiosk Kaffee, Glühwein, Currywurst oder Waffeln zum Mitnehmen.

Dennoch tue der Lockdown weh: „Die Zeit vor Weihnachten ist für uns immer sehr wichtig. In dieser Zeit finden normalerweise viele Tagungen und Weihnachtsfeiern statt.“

Corona-Lockdown trifft Restaurants in München-West hart

Ähnlich ist die Lage im Café Aubinger Herzl. Weihnachtsfeiern und die Feiertage brächten normalerweise gute Umsätze, sagt Mike Schwab. Dies wäre heuer besonders wichtig gewesen, denn das Café hatte Umsatz­einbußen von 70 Prozent.

Das Aubinger Herzl bietet ebenfalls Essen zum Mitnehmen an. Aber: „Unter der Woche läuft es schleppend, an manchen Tagen fast gar nicht.“ Immerhin: „Sonntags geht Kuchen zum Mitnehmen sehr gut.“

Lieferung nach Hause und Takeaway in Münchner Westen

In der Goldenen Gans an der Planegger Straße in Pasing funktioniere der Liefer- und Abholbetrieb nur am Wochenende „ok“, sagt Marc Hunsinger. Er versucht mit Fischgerichten zum Mitnehmen zu punkten.

Hunsinger hat das Lokal erst im Februar, kurz vor dem ersten Lockdown, übernommen und schnell auf Takeaway umgestellt. „Da keiner wusste, dass wieder eröffnet wurde, war das Geschäft schwach.“ Er hofft nicht nur auf eine November-, sondern auch eine Dezemberhilfe.

Wunsch nach klarer Entscheidung

Auch die Cantina in der Pasinger Fabrik wartet auf die Novemberhilfe. „Ich schätze, dass sie erst im Januar fließen wird“, sagt Pächter Matthias Flickinger. Er und sein Team bieten aktuell einen Glühweinverkauf und Suppen zum Mitnehmen an. „Die Angebote werden gut angenommen, weil sie sie noch nicht so bekannt sind“, sagt er.

Am härtesten treffe der Lockdown die Mitarbeiter: „Sie sind in Kurzarbeit. Wir stocken zwar auf 100 Prozent auf, aber ihnen fehlen die Trinkgelder“, sagt Flickinger. Für ihn sind das „ständige Hoch- und Runterfahren“ und die Unsicherheit ein Problem. „Eine klare Entscheidung wäre besser. es wäre gut zu wissen, der Lockdown geht bis Tag X und dann geht es weiter.“

Auch in anderen Vierteln leiden Gastronomen unter dem verlängerten Corona-Lockdown. So geht es Restaurant und Gaststätten in Neuhausen-Nymphenburg, München Mitte und im Westen.

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