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Neubau an der Klarastraße raubt Nachbarn den Schlaf: Bauherr reagiert mit Prüfung der Helligkeit - erste Ergebnisse liegen vor

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Von: Ursula Löschau

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Irmin Mühlbauer und Barbara Mühlberger fühlen sich durch nächtliche „Lichtbelästigung“ von nebenan extrem gestört.
Irmin Mühlbauer und Barbara Mühlberger fühlen sich durch nächtliche „Lichtbelästigung“ von nebenan extrem gestört. © privat

Der Neubau an der Klarastraße 10 ist mehr als nur reichlich beleuchtet. Nachts sei das Licht so hell, dass benachbarte Anwohner keinen Schlaf finden würden. Das scheint ein Gutachten nun zu bestätigen...

Update, 30. November, 15 Uhr:

Neuhausen- Neue Erkenntnisse im Nachbarschaftsärger um den hell ausgeleuchteten Neubau an der Klarastraße 10: Mittlerweile gibt es ein vorläufiges Ergebnis der inzwischen vorgenommenen gutachterlichen Prüfung des Falls.

Stefan Fritz, Geschäftsführer der kirchlichen St. Antonius-Stiftung der Erzdiözese München und Freising, teilt mit: „Leider liegen uns die exakten Ergebnisse der Messung noch nicht schriftlich vor. Telefonisch wurde uns von Seiten des Fachplaners aber bereits mitgeteilt, dass die Messwerte die für derartige Verkehrsflächen gesetzlich vorgeschriebene Helligkeit überschreiten.“

Die Nachbarbeschwerden seien damit also „im Grundsatz begründet“. Fritz kündigt an: „Sobald uns die exakten Zahlen vorliegen, werden wir Gegenmaßnahmen veranlassen und die Nachbarschaft über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten.“

Originalartikel, 30. November, 10.30 Uhr

Neuhausen - Ob ein Mieter des Neubaus an der Klarastraße 10 nachts heimkommt oder frühmorgens zur Arbeit geht: Die Nachbarn in den Blocks an der Rupprechtstraße 13 und 15 bekommen es mit. „Dann geht im gesamten Gebäude nebenan das Licht an und bei uns ist es taghell“, sagt Barbara Mühlberger.

Marie Dumler, Mutter eines Babys, bestätigt: „Mein Kind und ich wachen deshalb jede Nacht mehrmals auf.“ Und sie sind nicht die einzigen, deren Schlafzimmer zum Innenhof und damit vis-à-vis zum neuen Gebäude liegen. Rund 25 Neuhauser haben sich an die St.-Antonius-Stiftung der Erzdiözese München und Freising als Bauherr gewandt und gefordert, dass die intensive „Festbeleuchtung“ auf ein „Normalmaß“ reduziert wird.

Mühlberger verweist dabei auf das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Auch Licht sei eine „schädliche Umwelteinwirkung“ für Menschen, Tiere und Pflanzen, wenn es „erhebliche Nachteile oder Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft“ herbeiführe. Und daran besteht für sie und viele weitere Anwohner keinerlei Zweifel. Zudem kritisieren die Bürger, „dass hier mit Energie so verschwenderisch umgegangen“ werde, während andernorts Lichter und Heizungen abgedreht würden.

Licht stört Nachbarn: Kirchliche Stiftung prüft Reduzierung der Beleuchtung

Die kirchliche Stiftung, die an der Klarastraße 10 für 22,5 Millionen Euro 50 Mietwohnungen errichtet hat, beteuert: „Für die Beschwerden aus der Nachbarschaft haben wir grundsätzlich Verständnis. Ein sparsamer Umgang mit den Energieressourcen liegt außerdem selbstverständlich auch in unserem Interesse und unserer Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung.“

Nach Informationen von Geschäftsführer Stefan Fritz hat die Stiftung auch schon auf das Schreiben der Bürger reagiert und „einen Gutachter damit beauftragt, zu prüfen, ob die aktuelle Ausleuchtung den gesetzlichen Vorgaben entspricht oder ob eine Reduzierung möglich ist“. Ein Ergebnis lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor. „Zum Schutz unserer Mieter und zur Vermeidung von Haftungsfällen werden wir diese Vorgaben auf jeden Fall einhalten“, sagt Fritz.

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