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Sparkasse will ihre beiden Filialen in Aubing aufgeben

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Brigitta Bacak und Roland Jung hoffen, dass zumindest eine der beiden Filialen in Aubing oder Neuaubing erhalten bleibt.
Brigitta Bacak und Roland Jung hoffen, dass zumindest eine der beiden Filialen in Aubing oder Neuaubing erhalten bleibt. © Andreas Schwarzbauer

Standorte an der Alto- und der Limesstraße in Aubing sollen schließen. Die Sparkasse verweist auf geplante Filiale in Freiham. Warum diese laut BA nicht ausreicht

Aubing Das Entsetzen bei den Aubinger Viertelpolitikern war groß, als sie aus der Presse von den aktuellen Plänen der Sparkasse erfuhren: Die beiden Filialen an der Alto- und der Limesstraße sollen Ende 2023/Anfang 2024 schließen. Zwar werden sie nicht komplett aus dem Stadtbezirk verschwinden, sondern an einen neuen Standort nach Freiham ziehen, aber: „Das ist dann schon ein gewaltiger Weg, den die aktuellen Kunden dorthin zurücklegen müssten“, kritisierte Roland Jung (Freie Wähler/ÖDP). Vor allem für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sei das ein Problem - zumal es nicht die ersten Bank-Schließungen im Stadtbezirk sind.

Die Sparkasse sieht das anders. Sprecher Tobias Sippel teilt mit, dass die Niederlassung in Freiham im neuen Stadtteilzentrum geplant sei. Dieses sei durch eine direkte Busverbindung sowie für die Bewohner im Süden Neuaubings mit der S-Bahn gut erreichbar. Die Lage sei zudem für die 25 000 Neu-Münchner in und um Freiham exzellent.

Sparkassen-Schließungen in Aubing: Bank verweist auf Online-Banking

Den Bezirksausschuss überzeugt das nicht. Brigitta Bacak (SPD) sagt: „Wenn die beiden Standorte geschlossen werden, gibt es neben dieser Filiale nur noch den Geldautomaten am Westkreuz. Für den flächenmäßig größten Stadtbezirk Münchens mit seinen fast 52 000 Einwohnern ist das unzumutbar.“

Das sieht Jung ähnlich. Er verweist darauf, dass die Sparkasse eine öffentlich-rechtliche Einrichtung sei, welche nicht die Gewinnmaximierung, sondern die öffentliche Versorgung als gesetzlichen Auftrag habe. Sparkassen-Sprecher Sippel erklärt, dass die fortschreitende Digitalisierung das Kundenverhalten geändert habe. „Wir verzeichnen immer weniger Besuche unserer Kunden.“ Trotzdem habe die Bank immer noch das dichteste Filialnetz in München.

Die Viertelpolitiker räumen ein, dass ein immer größerer Anteil der Bevölkerung das Online-Banking nutze. Dennoch gebe es noch genügend Menschen, die weiterhin den Service vor Ort benötigten. Unterstützung erhalten sie von Aubings Seniorenvertreterin Elisabeth Bremer: „Klar gibt es auch Mitbürger, denen die Handhabung von Geldautomaten oder Überweisungen per PC und Mobiltelefon einfach unsympathisch ist oder denen Übung sowie das Vertrauen in diese Techniken fehlt.“

Sparkassen-Schließungen in Aubing: Beratung per Videokonferenz soll Beratung vor Ort ersetzen

Darüber hinaus gebe es Themen, wie den Immobilienkauf oder den Abschluss von Versicherungen, bei denen fachliche Beratung nötig sei, meint Bremer. Ähnlich sehe es beim klimagerechten Bauen aus, ergänzt Jung. In diesem Bereich seien beispielsweise die verschiedenen Fördermöglichkeiten allein nur schwer zu überblicken.

Die Sparkasse biete Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr auch Beratungen per Telefon oder Video-Konferenz an, entgegnet Sprecher Sippel. Das Angebot werde von 3000 Kunden täglich genutzt.

Auf Initiative von Bacak und Jung fordert der Bezirksausschuss in einem interfraktionellen Antrag dennoch, zumindest eine der beiden Filialen zu erhalten. Bei einer Schließung beider Standorte müsse die Bank dort Geldautomaten, an denen auch Einzahlungen möglich sind, und Service-Terminals aufstellen. Zudem soll die Sparkasse eine Kooperation mit der Genossenschaftsbank ausloten.

Sippel teilt mit, dass eine Zusammenarbeit mit anderen Banken nicht in Planung sei. Eine Automatenlösung für die Alto- und die Limesstraße werde gerade geprüft. In Lochhausen ist man schon einen Schritt weiter. Dort laufen Verhandlungen, auf dem Park&Ride-Parkplatz einen Kubus mit Geldautomaten aufzustellen.

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