Mädchentreff: Nicht länger warten

BA fordert stationären Mädchentreff für Neuhausen-Nymphenburg – bisher erst zwei Vorreiter in München

Einen geschützten Beratungs- und Begegnungsort für Mädchen und junge Frauen wie im Mädchentreff in der Blumenau will der BA auch in Neuhausen-Nymphenburg schaffen.
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Einen geschützten Beratungs- und Begegnungsort für Mädchen und junge Frauen wie im Mädchentreff in der Blumenau will der BA auch in Neuhausen-Nymphenburg schaffen.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Einen Treffpunkt für junge Mädchen soll es auch in Neuhausen geben. Jedoch fordert der BA statt einem mobilen ein stationäres Angebot. Was die Stadt dazu sagt.

Neuhausen - Genug gewartet: Einen stationären Treffpunkt für Mädchen im Stadtbezirk fordert der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg schon seit längerem.

Mit einem mobilen Angebot, wie es vom Stadtrat jetzt genehmigt wurde und vom Sozialreferat gerade vorbereitet wird, will sich das Gremium deshalb nicht zufrieden geben.

„Angesichts fehlender, ausreichend großer Jugendräume und der 100 000 Einwohner im Stadtbezirk hält der BA seine Forderung für angemessen und sachlich vertretbar“, heißt es in einer einstimmig beschlossenen Erklärung des Gremiums an die Stadt.

Diese will heuer ein mobiles Angebot für Mädchen und junge Frauen schaffen und damit über einen Zeitraum von fünf Jahren Erfahrungen sammeln.

2026 soll dem Stadtrat darüber berichtet und „eine Einschätzung zum grundsätzlichen Bedarf weiterer stationärer Mädchentreffs und möglicher geeigneter Standorte in München gegeben werden“, schreibt Sozialreferentin Dorothee Schiwy an Neuhausens BA-Chefin Anna Hanusch (Grüne).

Räume und Träger müssten dringend gefunden werden.

Die Viertelpolitiker sind jedoch nicht bereit, mindestens fünf Jahre bis zu einer Standort-­Entscheidung und noch länger auf deren Umsetzung zu warten. „Den Mädchentreff brauchen wir jetzt“, so Hanuschs klare Antwort.

Räume und Träger müssten dringend gefunden werden. Ein mobiles Angebot in einem umgebauten Bus, der alle paar Monate mal vorbeikommen würde, sei kein Ersatz. So die einhellige Meinung des BA.

Das Gremium hat auch schon einen konkreten Vorschlag: Im Kreativquartier wollen die Stadtteilvertreter verschiedene soziokulturelle Nutzungen etablieren. Der Mädchentreff soll eine davon sein.

Bisher gibt es in München erst zwei solcher stationärer Treffpunkte mit diversen Beratungsangeboten speziell für Mädchen und junge Frauen: die Mädchentreffs Blumenau (Träger ist der Verein Schule Beruf) und Giesing (getragen von der Pfadfinderinnenschaft St. Georg).

Angebote für offene Begenungen, Berufsorientierung und Gewaltprävention

Die pädagogisch begleitete Einrichtung im Stadtbezirk Hadern richtet sich schwerpunktmäßig an Mädchen und junge Frauen zwischen neun und 18 Jahren, einige Angebote sind auch für Frauen von 19 bis 21 Jahren bestimmt.

„Die Besucherinnen werden in einem jungen und männerfreien Kontext gestärkt, sich gegen patriarchale Zuschreibungen und Gewalt zu behaupten“, fasst Frank Boos, Sprecher des Sozialreferats die Zielsetzung zusammen. In den Treff im Stadtteil Obergiesing kommen vor allem Mädchen im Alter von sechs bis 17 Jahren.

Die Angebote reichen von der offenen Begegnung über Berufsorientierung und zielgruppenspezifische Arbeit bis zur Gewaltprävention.

Laut Sozialreferat muss ein Standort für solch eine Einrichtung ganz bestimmte Anforderungen erfüllen. Boos nennt auf Hallo-Anfrage als Beispiele:

eine zentrale Lage, von Außen als Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit für die Zielgruppe gut erkennbar; ein Umfeld, „das zeitweise erhöhte Lautstärke und vorübergehende Ansammlung von Besucher/innen vor der Einrichtung zulässt“, ebenso Nutzungszeiten von bis zu sieben Tagen die Woche bis in die Abendstunden, sowie eine „sichere und helle Zuwegung“.

ul

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