Kampf um eine grüne Stadtoase

Kampf um Stadtoase – Aufstockung in Neuhauser Vonovia-Wohnanlage sorgt für Ärger


Die Bewohner der Neuhauser Vonovia-Wohnanlage haben große Angst um ihren Park im Innenhof.
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Die Bewohner der Neuhauser Vonovia-Wohnanlage haben große Angst um ihren Park im Innenhof.

Bewohner einer Neuhauser Wohnanlage haben Angst um ihren Innenhof – Der Grund: Die Vonovia möchte dort acht Gebäude aufstocken. Was der Bauherr, die Stadt und der BA dazu sagen...

Neuhausen – Dicke Luft in der Wohnanlage an der Sedlmayr-, Schluder- und Hirschbergstraße: Der Immobilienkonzern Vonovia will acht Gebäude aufstocken, um 31 Wohnungen zu bauen. Dafür sind laut geltendem Stellplatzschlüssel 18 Parkplätze zu schaffen.

Die Bewohner der ein­stigen Eisenbahnerwohnungen fürchten jetzt um ihre autofreie Zone im Innenhofbereich – besonders um den rund 50 Jahre alten Baumbestand dort. Sie fordern: „Keine Fahrstraße und keine Stellplätze innerhalb unseres Biotops!“ Dafür haben bereits rund 250 Bürger unterschrieben. Ihr Hilferuf ging jetzt an den Neuhauser BA (s. unten) und die Lokalbaukommission (LBK).

„Diese Wohnanlage basiert auf einem autofreien Konzept, das schon in den 70er-Jahren entwickelt wurde. Und das will man jetzt zerstören, um Stellplätze nachweisen zu können“, ärgert sich Heinrich Klaus. „Ich hab’ die Bäume wachsen sehen“, so Hannelore Langgartner, die von Beginn an dort wohnt.

Woanders heißt es, Autos raus aus der Stadt, und bei uns, Autos rein in die Anlage

kritisiert Hannelore Langgartner

Nach Auskunft von Ingo Trömer von der LBK sollen laut Bauantrag 16 Bäume gefällt werden. „Allerdings wird sich erst im Laufe des Prüfungsverfahrens zeigen, ob und gegebenenfalls wie vielen Fällungen zugestimmt werden kann“, so der Sprecher.

Um ihren großzügigen, autofreien Innenhof – insbesondere um den rund 50 Jahre alten Baumbestand, haben die Bewohner Angst.

Bauherr Vonovia erklärt: „Keineswegs soll hier der Baumbestand weitgehend gefällt werden. Wir fällen grundsätzlich immer nur so viele Bäume wie nötig. In diesem Fall wird es ein minimaler Bruchteil sein.“ Weiter sagt Unternehmenssprecherin Katja Mazurek, dass Frei- und Spielflächen erhalten bleiben sollen. Baubeginn ist nach ihrer Aussage „nicht vor 2023“.

Was der BA zum Bauprojekt sagt

Der BA Neuhausen-Nymphenburg hat sich in seiner jüngsten Sitzung (nach Redaktionsschluss) mit dem Bauantrag zur Wohnanlage Sedlmayr-, Schluder- und Hirschberg­straße befasst. Nach Auskunft von Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne) vertritt das Gremium nach Vorberatungen folgende Linie:

„Der BA wird sich nicht grundsätzlich gegen die Aufstockung wehren. Es ist aber unser Ziel, dass der Innenhof der Anlage von Stellplätzen und Verkehr frei bleibt und dafür auch keine Bäume gefällt werden dürfen.“ Ihren Informationen zufolge sind maximal zehn Baumfällungen nötig, um Unvermeidbares wie Feuerwehrzufahrten und Ähnliches herstellen zu können.

40 Prozent der geplanten 31 Wohnungen sollen laut Hanusch geförderter Wohnraum sein, 60 Prozent frei finanziert. Das sei bereits in einem vor Jahren erteilten Bauvorbescheid so festgelegt worden.

ul

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