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Bürger in Aubing als Sicherheitswacht einsetzen - sinnvolles Plus oder problematisch?

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Mitglieder der Sicherheitswacht sollen Ansprechpartner für die Bürger sein.
Die Mitglieder der Sicherheitswacht sollen Ansprechpartner für die Bürger sein. © dpa/Andreas Gebert

Die Polizei will in Aubing, Lochhausen und Langwied ab sofort Bürger als ehrenamtliche Sicherheitswacht auf Streife schicken – der Aubinger BA hat Bedenken.

Aubing - Nach einer längeren Diskussion hat sich der Bezirksausschuss knapp gegen eine Sicherheitswacht in Aubing, Lochhausen und Langwied ausgesprochen. Die Polizeiinspektion (PI) 45 würde die ehrenamtlichen Streifen gerne im Stadtbezirk einsetzen. Sie sollen bei Pro­blemen ein Ansprechpartner für die Bevölkerung sein. Außerdem dürfen sie Ausweise kontrollieren und Platzverweise aussprechen.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Ehrenamtliche Sicherheitswacht in Aubing: Bezirksausschuss sieht Probleme

Sie seien „als zusätzliche Augen und Ohren eine wertvolle Ergänzung unserer Polizeiarbeit“, erklärt Hauptkommissar Jakob Siebentritt. Zwar sei der Stadtbezirk sehr sicher, aber: „Wir müssen uns konsequent dafür einsetzen, dass die Sicherheitslage so gut bleibt.“ Zudem würde die Präsenz der Ehrenamtlichen das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen.

Grüne und SPD sprachen sich dennoch klar dagegen aus. „Die Ordnungshoheit sollte bei der Polizei bleiben“, meinte Wolfgang Bösing (Grüne). Er glaubt zudem nicht, dass sich für die Aufgabe die geeigneten Personen finden ließen. Ähnlich sahen es Robert Brenner (SPD) und Anke Roth (FW/ÖDP). „Polizist zu sein, ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Den Job von Leuten machen zu lassen, die keine so profunde Ausbildung haben, sehe ich als problematisch an“, so Brenner.

Bürger als Sicherheitswacht: Projekt in anderen Stadtbezirken erfolgreich

Siebentritt verwies auf die guten Erfahrungen anderswo. In Neuhausen beispielsweise gehen seit 2016 Ehrenamtliche auf Streife. „Insgesamt kommt die Sicherheitswacht bei den Bürgern gut an. Auch die PI 42 ist mit deren Tätigkeiten zufrieden“, sagt der zuständige Hauptkommissar Robert Masurka.

Den Aubinger BA konnte das nicht überzeugen. Thomas Hampel (SPD) meinte: „Wir müssen stattdessen die Polizei stärken, damit sie ihren Aufgaben gerecht werden kann.“ Siebentritt versicherte, dass die Sicherheitswacht keine negativen Auswirkungen auf das Personal der Polizei haben werde. „Sie ist ein reines Plus.“ Brigitta Bacak (SPD) und Dagmar Mosch (Grüne) verwiesen auf die gute Sicherheitslage im Münchner Westen.

BA spricht sich gegen ehrenamtliche Sicherheitswacht in Aubing aus

Manfred Spannagl (CSU) dagegen sah einige Einsatzmöglichkeiten. „Die Vermüllung im Stadtbezirk schreitet voran. Die Ehrenamtlichen könnten gezielt an bestimmten Örtlichkeiten zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten vor Ort sein.“ Sebastian Kriesel (CSU) meinte: „Allein die zusätzliche Präsenz im Straßenraum hätte einen Effekt.“

Letztendlich sprach sich das Gremium mit zehn zu elf aber dagegen aus. In Pasing-Obermenzing steht das Thema am Dienstag, 1. Februar, auf der Tagesordnung. Die Entscheidung trifft allerdings die PI.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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