1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München West

München: Wiederholt Brandanschläge auf Allacher Wertstoffinseln - Polizei ermittelt

Erstellt:

Von: Ursula Löschau

Kommentare

Bei einem Brandanschlag wurden die Wertstoffinseln an der Ecke Klesel-/Siberstraße am Würmgrünzug kürzlich komplett zerstört.
Bei einem Brandanschlag wurden die Wertstoffinseln an der Ecke Klesel-/Siberstraße am Würmgrünzug kürzlich komplett zerstört. © Peter Ziegler

In letzter Zeit gab es mehrere Brandanschläge auf die Müll-Sammelstelle an der Ecke Klesel-/Siberstraße – die Polizei hat nun zwei Jugendliche im Verdacht.

Allach - Die Wertstoffsammelstelle an der Ecke Klesel-/Siberstraße am Würmgrünzug entwickelt sich in vielerlei Hinsicht zum Problem-Brennpunkt – auch wortwörtlich. Allein in jüngster Zeit gab es dort wiederholt Brandanschläge. Mitte März wurden mehrere Container völlig zerstört. Kaum waren neue Behälter da, tauchten erneut Brandstifter auf. Nur, dass diesmal die Polizei vor Ort war und die Verdächtigen – zwei Jugendliche aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck im Alter von 16 und 17 Jahren – stoppte.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Ärger um Wertstoffinseln: Jugendliche zündeten Müll-Container an

Eine Streifenwagenbesatzung sah die Jugendlichen nachts gegen 23 Uhr zunächst bei den Containern und dann bei einem stillen Zeitungsverkäufer. Mit einer gestohlenen Ausgabe gingen sie zu einem Container zurück und stopften zerknülltes Papier hinein, um es anzuzünden. Auf der Polizeiinspektion gestanden die jungen Leute, in München und in ihrem Landkreis in den zurückliegenden zwei Wochen über fünf ähnliche Taten begangen zu haben.

Wie Polizeisprecher Ersin Erol auf Hallo-Anfrage bestätigt, laufen die Ermittlungen. Dabei gehe es seit 2019 um insgesamt neun Fälle, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt gewesen wären. Der Sachschaden summiere sich auf mehrere tausend Euro. Die Tatorte seien auf München verteilt, Allach-Untermenzing sei jedoch ein Schwerpunkt. Die Motive seien noch unklar.

Michael Schneider von der Entsorgerfirma Remondis bestätigt fünf Brandfälle in den vergangenen sechs Monaten. Neben dem „Hotspot“ Siberstraße brannte es unter anderem auch an der Kleselstraße, Ecke Dittmannweg. „Da sich die Situation scheinbar durch polizeiliche Ermittlungen und Ordnungsmaßnahmen nicht verbessern lässt, hatten wir kurzfristig sogar erwogen, diese Standplätze aufzulösen. Allerdings gibt es in Allach jetzt schon zu wenig Standortplätze“, sagt der Firmensprecher.

Nach mehreren Brandanschlägen auf Müll-Container: Anwohner fordert Konsequenzen

Die Brandanschläge setzen für Anwohner Peter Ziegler (53) einem seit Jahren schwelenden Problem die Krone auf: Immer wieder hat er den BA, die Stadt und die Firma Remondis über wilde Müllablagerungen, Vandalismus oder Wildbisler rund um die Container informiert. Doch nichts werde besser. „Es ist wie ein Hase-und-Igel-Spiel“, klagt er. Gründe dafür sind aus seiner Sicht „viel zu viele Zuständigkeiten“ und zu geringe Strafen, falls doch Übeltäter ermittelt werden können.

Der Allacher fordert daher neue Organisationsstrukturen, sodass bei Problemen mit und rund um Wertstoffinseln „wirklich einer für alles zuständig ist“. Insgesamt sieht er hier die Stadt stärker in der Pflicht. „Ich kann mir aus mehrfachen Gründen nicht vorstellen, dass die Firma Remondis zuständig und in Lage, ist die Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Bereich der Container zu verhindern.“

Nach mehreren Brandanschlägen auf die Wertstoffinsel an der Klesel-/Siberstraße fordert Peter Ziegler Konsequenzen.
Nach mehreren Brandanschlägen auf die Wertstoffinsel an der Klesel-/Siberstraße fordert Peter Ziegler Konsequenzen. © Ursula Löschau

Ärger um Wertstoffinseln in Allach: Zuständige erklären Situation

Firmen-Sprecher Schneider stimmt dem zu. Man stehe jedoch in Kontakt mit der Polizei, „um gemeinsam zu entscheiden, was zur Verbesserung der Situation getan werden kann“. Das Thema Vermüllung von Standplätzen sei dagegen „ein weit verbreitetes Problem, das oft nur bedingt mit der Kapazität der Behälter zu tun hat, sondern weit häufiger durch illegale Sperrmüllablagerungen verursacht wird“. Hier bleibe nur „der dringende Appell an alle Bürger, zusätzliche Mengen wie vorgesehen an den Wertstoffhöfen abzugeben und nicht einfach neben den Standplätzen zu Lasten der Anwohner sowie der Verkehrssicherheit an die Straße zu stellen“.

Wilde Müllablagerungen an der Siberstraße verunreinigen meist auch den Würmgrünzug dort.
Wilde Müllablagerungen an der Siberstraße verunreinigen meist auch den Würmgrünzug dort. © Ursula Löschau

Eine Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) erklärt auf Hallo-Anfrage: „Wenn dem AWM Beweismaterial bei wilden Ablagerungen, zum Beispiel in Form von Adressaufklebern/Fotodokumentation, zur Verfügung gestellt wird, dann leitet der AWM ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und spricht je nach Einzelfall entweder eine Verwarnung aus oder verhängt ein Bußgeld.“

Für die Reinigung in einem Umkreis von zehn Metern zur Wertstoffinsel seien die Entsorgungsfirmen oder die von ihnen beauftragten Reinigungsfirmen zuständig. „Ansonsten obliegt die Reinigung von Gehwegen der Straßenreinigung, beziehungsweise bei Grünanlagen dem Gartenbau im Baureferat“, so die AWM-Sprecherin. Sie verweist zudem auf die neue Internet-Plattform „Mach München besser“. Meldungen von Verunreinigungen an Wertstoffinseln würden direkt an die Firmen Remondis und Wittmann weitergegeben.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

Auch interessant

Kommentare