Der Wunsch eines Stadtteilhistorikers

Eine Lokomotive als Wahrzeichen ‒ Stadtteilgeschichte soll in Allach wieder sichtbar werden

Einst stand die Lok vor dem Werk auf der Nordseite des Allacher Bahnhofs. Ihren Ruhestand verbringt sie jetzt im Besitz von Siemens Mobility in einer eigens gebauten Halle. In 35 Dienstjahren hat sie fast drei Millionen Kilometer zurückgelegt.
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Einst stand die Lok vor dem Werk auf der Nordseite des Allacher Bahnhofs. Ihren Ruhestand verbringt sie jetzt im Besitz von Siemens Mobility in einer eigens gebauten Halle. In 35 Dienstjahren hat sie fast drei Millionen Kilometer zurückgelegt.
  • Ursula Löschau
    VonUrsula Löschau
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Ein Stadtteilhistoriker will die Industriegeschichte Allachs im Viertel mit einer alten Lok wieder sichtbar machen - was Unternehmen zu seinem Vorhaben sagen...

Allach - 2000 PS Leistung, 154 Tonnen Gewicht und 21,40 Meter Länge: Größer kann man sich eine Visitenkarte kaum vorstellen. Die Rede ist von einer Lok Typ S 3/6 aus der Maffei’schen Fabrik, Baujahr 1928. Nach ihrer Ausmusterung 1963 stand sie viele Jahre – für alle gut sichtbar – auf dem Werksgelände an der Nordseite des Allacher Bahnhofs. Und wenn es nach Stadtteilhistoriker Walter Demmel geht, gehört sie dort – oder an einen anderen öffentlich einsehbaren Ort – auch wieder hin.

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Allacher Stadtteilhistoriker: Alte Lokomotive soll Industriegeschichte im Viertel sichtbar machen

„Wenn KraussMaffei Technologies wegzieht, sollte etwas an die Ursprünge erinnern, als in Allach vor allem Lokomotiven gebaut wurden, und erst danach Panzer“, erklärt Demmel. Bei den heute verantwortlichen Unternehmen stößt der Vorschlag auf unterschiedliche Resonanz.

„Die Idee, die Lok als historisches Kulturgut für Allach am Stammsitz zu belassen, finde ich sehr gut“, sagt Kerstin Schleier, Unternehmenssprecherin von KraussMaffei Technologies (KMT) – nicht zu verwechseln mit dem Rüstungskonzern KraussMaffei Wegmann. Allerdings hat KMT das nicht zu bestimmen.

Alte Lokomotive als Wahrzeichen für Allach: Siemens ist im Besitz des Fahrzeugs

Die Lokomotiv-Sparte gehört seit 2001 der Firma Siemens Mobility. Deren Sprecherin Eva Haupenthal teilt mit: „Aktuell steht die Lok in einer kleinen, speziell gebauten Halle auf dem Werksgelände – für Besucher nicht zugänglich und auch nicht von außerhalb des Werksgeländes einsehbar.“

Sie sei „aus Sicherheitsgründen und um sie vor der Witterung zu schützen“ vom vorigen Standort entfernt worden. Und es sei „aus aktueller Sicht nicht geplant, das Fahrzeug für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, erklärt Haupenthal mit Hinweis auf die genannten Gründe. Zudem würde Siemens am Standort Allach auch weiterhin Lokomotiven fertigen. „Da das Fahrzeug im Besitz von Siemens ist, wird es im Rahmen des Umzuges von KraussMaffei Technologies auch nicht den Standort verlassen“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Industriegeschichte in Allach sichtbar machen: Lokalpolitiker von Lok-Idee begeistert

Der Umzug von KMT nach Parsdorf läuft nach Auskunft von Kerstin Schleier planmäßig ab und soll im Lauf des Jahres 2023 abgeschlossen werden. Das Unternehmen wird den Standort Allach nach über 100 Jahren komplett verlassen. Das bisherige Firmengelände ist angemietet. In Parsdorf im Landkreis Ebersberg sollen die Konzernzentrale, die Bereiche Spritzgieß- und Reaktionstechnik sowie die Fertigung und die Automation mit zusammen bis zu 2500 Mitarbeitenden an einem Standort vereint werden.

Der BA Allach-Untermenzing verfolgt die Entwicklung mit Spannung. Walter Demmels Lok-Idee stieß beim Gremium jedenfalls spontan auf Begeisterung, als der Stadtteilhistoriker sie vor kurzem dort vorstellte.

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