Bebauungsplanverfahren startet jetzt: BA nimmt Stellung zum Entwurf

Hirmerei Allach: Anlage mit 233 Wohnungen und öffentlichen Grünflächen geplant

Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Häuserfassade der Hirmerei von der Eversbuschstraße aus.
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Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Häuserfassade der Hirmerei von der Eversbuschstraße aus.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Jetzt wird‘s ernst: Der Entwurf für das Wohnquartier Hirmerei in Allach ist soweit, dass in Kürze das Bebauungsplanverfahren starten soll. Die Pläne und was der BA Allach-Untermenzing sagt

  • 233 Wohnungen für rund 530 Menschen geplant
  • Viergruppige Kindertageseinrichtung und Gastronomie Teil des Entwurfs
  • Öffentliche gestaltete Grünflächen im Norden und Süden vorgesehen
  • Weiter Kritik an Verkehrserschließung - Bürger und BA skeptisch

Allach - 233 Wohnungen für rund 530 Menschen, rund 11000 Quadratmeter Grün­fläche und eine viergruppige Kindertageseinrichtung: Das sind die wichtigsten Eckpunkte der geplanten Wohnanlage Hirmerei an der Eversbuschstraße Nord (siehe auch Kasten). Dafür startet jetzt das Verfahren zur Aufstellung eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit Grünordnung“. Der aktuelle Entwurf von Architekt Peter Scheller wurde diese Woche im BA Allach-Untermenzing vorgestellt und diskutiert.

Mehr Grünflächen gefordert und geschaffen

Er basiert auf den Ergebnissen eines Realisierungswettbewerbes (Hallo berichtete), die nach Vorgaben des Stadtrates und in Abstimmung mit dem Planungsreferat in den vergangenen Monaten überarbeitet wurden. Wesentliche Änderungen: Der Grünanteil wurde erhöht und die Bebauungslängen an der Eversbuschstraße verkürzt. Dafür sind Richtung Bahn und Otto-Warburg-Straße nun teils sechs statt bisher fünf Geschosse und insgesamt knapp 20 Wohnungen weniger als ursprünglich geplant vorgesehen.

So stellen sich die Planer die öffentliche Grünfläche im Norden der Wohnanlage vor.

„Wir wollen ein lebendiges und für alle Einkommensgruppen attraktives Wohnangebot schaffen“, sagte Bauherr Christian Hirmer im BA. Außerdem schütze die neue Bebauung die bereits vorhandene vor dem Bahnlärm und biete die Chance, die Verkehrssituation auf der Eversbuschstraße Nord für den ÖPNV wie für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern, warb er für das Projekt.

Plan hält Trasse für mögliche Entlastungsstraße frei

Zudem hält der Entwurf laut Stadtratsbeschluss einen 20 Meter breiten Streifen entlang der Bahn frei: eine Option für eine zusätzliche Nord-Süd-Verbindung parallel zur Eversbuschstraße. Mit dem nun anlaufenden Verfahren für das Wohnkarree Hirmerei haben diese Überlegungen nach übereinstimmenden Aussagen von Stadt und BA aktuell aber nichts zu tun. Mit diesem Projekt will sich das Viertelgremium noch gesondert befassen.

Der Lageplan des 1,6 Hektar großen Planungsgebiets zwischen der Eversbuschstraße, Otto-Warburg-Straße und der Bahnlinie.

Sorge wegen Grundwasserproblemen und Kritik an Verkehrserschließung

In der Stellungnahme zu den Hirmer-Plänen geht es dem BA vielmehr um folgende Punkte: die Vereinbarkeit mit dem dortigen regionalen Grünzug und vorhandenen Grundwasserproblemen, dass weniger Stellplätze als Wohneinheiten geplant sind und wohin die Kinder in die Schule - vor allem in weiterbildende Einrichtungen - gehen sollen. Zudem lässt der BA prüfen, ob eine Tiefgaragen-Zufahrt von der Otto-Warburg-Straße und ein Radweg an der Eversbuschstraße möglich wären. Beides ist zum Ärger des BA bisher nicht vorgesehen.

Viel Kritik am Gesamtprojekt kommt nach wie vor von den unmittelbaren Anwohnern (Hallo berichtete). Sie fordern unter anderem ein „integriertes Infrastruktur- und Verkehrskonzept“ zusammen mit Karlsfeld. Das viel zu „massive“ Karree füge sich zudem nicht in die bauliche Umgebung und die soziale Struktur ein, klagen die Bürger.

Hirmerei: Daten und Fakten auf einen Blick

Der Entwurf für das anstehende Bebauungsplanverfahren für ein 1,6 Hektar großes Grundstück der Immobilienfirma Hirmer Allach GmbH & Co. KG im Überblick:

• Auf 21000 Quadratmetern Wohnfläche sollen 233 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen entstehen, davon 90 geförderte Wohnungen.

• Eine eingeschossige Tiefgarage mit Zufahrt von der Eversbuschstraße soll 193 Parkplätze bieten.

• Im Süden des Komplexes ist eine Kindertageseinrichtung mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen vorgesehen. Im Norden gibt es eine Gastronomie als Treffpunkt für die Nachbarschaft.

• Insgesamt entstehen rund 11000 Quadratmeter gestaltete Grünfläche, knapp die Hälfte davon - jeweils nördlich und südlich der Wohnanlage - wird öffentlich sein.

• Gegenüber der bestehenden Bebauung an der Eversbuschstraße sind aufsteigend drei und vier Geschosse, Richtung Bahnlinie und Otto-Warburg-Straße fünf bis sechs Stockwerke geplant. Vor dem Bahnlärm soll eine etwa 3,5 Meter hohe Wand schützen.

• Die Fahrbahn der Eversbuschstraße wird auf 6,50 Meter verbreitert, dazu kommen ein Parkstreifen, ein Baumgraben und ein Gehweg.

Zeitplan: Baubeginn kann frühestens 2023 sein. Dazu müsste der Stadtrat nach jetziger Planung in diesem Frühjahr den sogenannten Einleitungsbeschluss fassen und das Bebauungsplanverfahren 2022 abgeschlossen werden. Die Bauzeit beträgt dann etwa zwei Jahre.

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