Fragwürdige Anwohner-Reaktionen

„Äußerste Gewalt“ angekündigt ‒ Wie ein Antrag zur Schulwegsicherheit zu Drohungen gegen BA-Mitglied führte

Nikolai Lipkowitsch (Grüne) ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses im BA Neuhausen-Nymphenburg.
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Nikolai Lipkowitsch (Grüne) ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses im BA Neuhausen-Nymphenburg.
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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Nach einem Bürgerantrag zu Kindern und deren Sicherheit auf dem Weg zur Schule bekommt BA-Mitglied Nikolai Lipkowitsch (Grüne) Drohungen aus Nymphenburg.

NYMPHENBURG - Dass Politiker für ihr Engagement beschimpft und verunglimpft werden, kommt auch auf kommunaler Ebene leider immer häufiger vor. Jetzt ist das auch dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im BA Neuhausen-Nymphenburg, Nikolai Lipkowitsch (Grüne), passiert. Ihm wurde von einem Nymphenburger Gewalt angedroht.

Der Anlass: ein Bürgerantrag zur Schulwegsicherheit in der Romanstraße.

Eine Anwohnerin hat dem BA geschrieben und eine „sichere Überquerung der Romanstraße“ im Abschnitt zwischen Romanplatz und dem Rondell Neuwittelsbach gefordert. Profitieren sollen davon vor allem die Kinder, welche die Straße auf dem Weg zur Grundschule an der Südlichen Auffahrtsallee oder zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium an der Nibelungenstraße täglich überqueren müssen.

Die Bürgerin lieferte auch gleich einige Vorschläge zur Verkehrsberuhigung dort, die bei den BA-Mitgliedern zum Teil jedoch auf unterschiedliches Echo stießen.

Bürgerantrag zur Schulwegsicherung in der Romanstraße führt zu Gewalt-Drohungen gegen BA-Mitglied

Einig waren sie sich nur in einem Punkt: Es soll geprüft werden, ob an der Kreuzung Roman-/Döllingerstraße ein Fußgängerübergang mit einer Bedarfsampel geschaffen werden kann.

Jeweils mehrheitlich unterstützte das Gremium zudem die Einführung von Tempo 30 in der gesamten Straße ab dem Romanplatz sowie eine Prüfung, ob mehrere angrenzende Viertelstraßen in Fahrradstraßen umgewandelt werden könnten. Vorgeschlagen sind hier die Rheingoldstraße, die Ferdinand-Maria-Straße, die Döllingerstraße und die Palestrinastraße.

Drohungen gegen BA-Mitglied Lipkowitsch aus der Palestrinastraße in Nymphenburg

In letzterer hat der Bürgervorstoß allerdings schon vor der jüngsten BA-Sitzung offenbar für mächtigen Ärger gesorgt, der sich dann gegen das BA-Mitglied entladen hat. Nikolai Lipkowitsch berichtete von „unangenehmen“, ja „bedrohlichen“ Mails und Anrufen aus der Palestrinastraße.

Einmal sei sogar „äußerste Gewalt“ angekündigt worden, sollte der BA in der Palestrinastraße etwas ändern wollen. „Ich war schockiert. Es geht hier um Schulkinder und deren Sicherheit“, kommentierte Lipkowitsch die fragwürdigen Anwohner-Reaktionen.

BA-Chefin Anna Hanusch (Grüne) betonte: „Die Bürger können sich jederzeit an uns wenden, auch mit Kritik. Aber bitte in einem respektvollen Ton. Die Androhung von Gewalt geht gar nicht.“ Das erklärten auch die Sprecher aller anderen BA-Fraktionen geschlossen. Die Prüfungsaufträge sind derweil auf dem Weg ins neue Mobilitätsreferat

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