Durchs Jahr geklickt - das war unser 2020

Hallo-Rückschau: Diese Themen haben die Leser aus dem Münchner Westen am meisten interessiert

Martin Holzäpfel und Katharina Spannraft präsentieren einen der seltenen Wildapfelbäume.
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Martin Holzäpfel und Katharina Spannraft präsentieren einen der seltenen Wildapfelbäume.
  • Andreas Schwarzbauer
    vonAndreas Schwarzbauer
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  • Ursula Löschau
    Ursula Löschau
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Illegale Baumfällungen, ein umstrittener Schulstandort und die Kommunalwahl sind einige der Themen, die die Leser im Münchner Westen – neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie – in den ersten Monaten des vergangenen Jahres besonders interessierten und die auf unserer Homepage entsprechend oft geklickt wurden. Die Geschichten und wie sie weitergingen.

Januar: Der Kahlschlag und Wirbel um die Erbeerwiese

Dicke Luft in der Siedlung Ludwigsfeld: Auf dem Grundstück gegenüber der Kristallstraße 22 und 24 wurde eine größere Fläche gerodet. Erlaubt war aber nur die Fällung von zwei Pappeln. Der Ärger zieht im Lauf des Jahres noch weite Kreise. Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt hat inzwischen ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Zudem wurde der Eigentümer verpflichtet, die Fläche wieder aufzuforsten. Einige junge Triebe sprießen bereits.

Die ersten Corona-Fälle und die übliche Grippe-Welle ergeben eine beunruhigende Mischung. Das zeigt die Resonanz auf einen Hallo-Artikel über neue Rekordzahlen an Krankheitsfällen in Schulen.

Für Schlagzeilen sorgt außerdem die Standortsuche für eine Feuerwache und eine Realschule für den Münchner Westen: Obermenzinger Vereine wehren sich gegen eine Bebauung der sogenannten Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße. Der Plan, dort einen Neubau für die Carl-Spitzweg-Realschule zu errichten, sorgt im Frühjahr für große Aufregung. Eine Entscheidung wird zunächst auf nach der Kommunalwahl verschoben. Corona verhindert dann bis Jahresende eine gemeinsame Infoveranstaltung der Bezirksausschüsse 21 und 23. Diese – gegebenenfalls auch online – steht jetzt 2021 an. Kurz vor dem Jahreswechsel lehnen beide BAs eine Bebauung der Grünfläche ab und fordern von der Stadt, sowohl für die Realschule als auch für die Feuerwache auch weitere Standorte „vertieft“ zu prüfen.

Franziska Miroschnikoff, Angelika Schervier und Andreas Ellmaier (v.li.) treten zum Kampf um die Erdbeerwiese an.

Februar: Abbruchhaus und Apfel-Entdeckung

Das Schicksal von 31 Mietern in einem Abbruchhaus in Obermenzing berührt Tausende Leser. Die Menschen leben in dem Zweifamilienhaus an der Dr.-Blaich-Straße unter unwürdigen Umständen und für überzogen hohe Mieten. Bis die Nachbarn Alarm schlagen. Im Sommer wird das Haus dann zwangsgeräumt. Heute ist das alte Gebäude verschwunden. Auf dem Grundstück beginnt der Neubau für ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten plus Tiefgarage.

Am Rand der Allacher Lohe wird ein bisher unbekannter Bestand des seltenen Wildapfels (Malus sylvestris) entdeckt. Forstamt, Landesbund für Vogelschutz (LBV), Grundeigner Deutsche Bahn und Untere Naturschutzbehörde lassen den Bestand kartieren. Zwei Bachelorarbeiten befassen sich im Lauf des Jahres wissenschaftlich mit dem wertvollen Vorkommen. „In einer hoffentlich bald stattfindenden Expertenrunde soll besprochen werden, wie man den Bestand vor Ort schützt und ob eine Nachzucht machbar ist“, teilt Katharina Spannraft vom LBV mit.

Außerdem vielgeklickt: Das Hauptwerk und die Firmenzentrale der KraussMaffei-Gruppe werden 2022 bis 2023 von Allach nach Parsdorf verlagert. Von diesem Umzug unabhängig will die Gruppe bis 2022 weltweit 510 Stellen abbauen, davon 430 in Deutschland.

März: Kommunalwahl führt zu Machtverschiebung in BAs

Die Kommunalwahl bestimmt die lokalen Schlagzeilen im März. Die Leser interessiert vor allem, wer sie in den Bezirksausschüssen vertritt. In Pasing-Obermenzing gewinnen die Grünen die meisten Sitze. In Allach-Untermenzing verliert die CSU ihre absolute Mehrheit, bleibt aber stärkste Fraktion. Das bedeutet aber nicht, dass im BA 21 die Grünen und im BA 23 die CSU später auch den Vorsitzenden stellen.

Was sonst noch passiert: Der Stadtrat genehmigt 6,5 Millionen Euro für den Bau der sogenannten Junkersstraße zwischen der Ludwigsfelder- und der Pasteurstraße. Baubeginn ist 2021, Fertigstellung 2023.  

April: Corona Schock im Pasinger Krankenhause

Anfang April wird bei 14 Patienten und zwei Mitarbeitern im Pasinger Krankenhaus das Coronavirus festgestellt. Um weitere Infektionen zu verhindern, entscheidet sich die Klinik, vorsorglich keine Patienten mehr aufzunehmen, zu verlegen oder zu entlassen. Die rund 1200 Mitarbeiter und Patienten werden auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis: 82 positive Fälle.

Doppel-Premiere Ende April auf dem Oertelplatz in Allach: Mit einem Wochenmarkt und einem offenen Bücherschrank hat die neu gestaltete Ortsmitte jetzt zwei Anziehungspunkte mehr. Seitdem ist jeden Dienstag von 10 bis 18 Uhr Markttag mit einer Auswahl an Obst und Gemüse, Fisch und Metzgereiwaren, Käse und Brathendl zum Mitnehmen. Der Lebensmittelverkauf findet auch während des aktuellen Lockdowns weiter statt.

Mai: Neue Viertelchefs für Stadtbezirke 21 und 23

Schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung des BA Allach-Untermenzing bahnt sich eine Sensation an: Pascal Fuckerieder (44) von der SPD, die mit drei Sitzen nun drittstärkste Fraktion ist, strebt den BA-Vorsitz an. Und zwar mit Unterstützung durch die CSU. Am 12. Mai ist es dann offiziell: Fuckerieder wird Viertel-Chef. Stefanie Martin (CSU) ist erste stellvertretende Vorsitzende, Falk Lamkewitz (Grüne) zweiter Stellvertreter.

Mit einem Machtwechsel endet auch die Vorstandswahl im BA Pasing-Obermenzing: Frieder Vogelsgesang von der CSU ist neuer Viertel-Chef. Der 57-Jährige erhält bei der Wahl auch die Stimmen der Grünen und setzt sich gegen Franziska Messerschmidt von der SPD durch.

Juni: Mängelliste und Start im neuen Schulzentrum

Im BA Allach-Untermenzing wird eine lange Mängelliste für den Oertelplatz diskutiert. Einiges davon ist noch bis Jahresende nicht behoben, unter anderem ist die P+R-Garage noch immer geschlossen.

Nach den Pfingstferien startet der Unterricht in der neuen Realschule an der Blutenburg im weitgehend fertiggestellten Schulzentrum für Obermenzing an der Grandlstraße. 500 Schüler erleben nach langer Corona-Pause damit erstmals auch wieder Präsenzunterricht. Bis Jahresende wird weiter an den Außenanlagen und der Umgestaltung der Grandlstraße dort gearbeitet.

Juli: Weichenstellung für ein neues Wohngebiet

Der städtebauliche Wettbewerb zum Kirschgelände ist entschieden. 1300 Wohnungen, eine Grundschule, Grün­flächen und eine leicht verlagerte Elly-­Staegmeyr-Straße ohne Schwerlastverkehr: Das sind die Eckpunkte und Grundlage für das nun anstehende Bebauungsplanverfahren. Ziel: Aus dem Gewerbe- soll ein Wohngebiet werden.

Landschaftsarchitektin Regine Keller und Architektin Rita Ahlers (v. re.) im Gespräch mit (v. li.) Stadträtin Heike Kainz, Viertel-Chef Pascal Fuckerieder und Fritz Schneller vom BA. 

Außerdem aktuell: Die Planunterlagen zur Genehmigung der Panzerteststrecke der Firma KraussMaffei liegen noch bis 6. Juli öffentlich aus. Anwohner mehrerer angrenzender Siedlungen schließen sich zum gemeinsamen Protest zusammen. In der BA-Sitzung im Juli verteidigt KraussMaffei den weiteren Betrieb der Anlage in Allach unter anderem mit dem Erhalt von 400 Arbeitsplätzen.

indeutig ist der aktuelle Bürgerprotest gegen die Panzerteststrecke des Allacher Rüstungsunternehmens .

August: Schritt hin zum neuen S-Bahn Halt

Der Freistaat sieht einen S-Bahn-Halt Berdux-Straße für die Bewohner des angrenzenden Neubaugebiets positiv. Er könnte sogar vor Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke realisiert werden. Voraussetzung, so das Verkehrsministerium im August: Die Stadt übernimmt einige der Kosten. Der Stadtrat hat dafür inzwischen grünes Licht gegeben. Er will sich an den Planungs- und Baukosten beteiligen.

September: Bürger gegen Brummis und für „Würmpark“

Fast alle Nord-Süd-Verbindungen zwischen Pasing und Obermenzing sind für Lastwagen gesperrt. Ausgerechnet die schmale Grandlstraße ist neben der Pippinger Straße die einzig verbliebenen Option für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen, die von der Verdi- auf die Landsberger Straße fahren wollen und umgekehrt. Der Kampf von Anwohnern für ein Lkw-Fahrverbot in der Grandlstraße stößt auf großes Leser-Interesse.

Das gilt auch für die Bürger­initiative Grünes Obermenzing, die eine Bebauung der „Erdbeerwiese“ grundsätzlich ablehnt und dort einen „Würmpark“ fordert. Die BI hat dafür 3500 Unterschriften gesammelt, die sie dem Oberbürgermeister nur persönlich übergeben will. Bis Jahresende kommt kein Termin zustande. Die Stadt hält bislang an ihrem Konzept fest: Der beste Schulstandort sei die „Erdbeerwiese“. Die neue Feuerwache für den Münchner Westen soll auf dem Sportgelände des SVU entstehen.

Oktober: Spannende Funde und Front gegen Panzertest

Ein Untermenzinger Hobbyhistoriker macht auf Funde an einer Baustelle von KraussMaffei an der Ludwigsfelder Straße aufmerksam. Er ist davon überzeugt, dass es sich um Überreste eines Zwangsarbeiterlagers des Rüstungsunternehmens aus der NS-Zeit handelt. Das Landesamt für Denkmalpflege, das Stadtarchiv und Stadtteilhistoriker Walter Demmel sind informiert. Die Auswertung von Fotos und Funden steht an.

Funde bei Bauarbeiten an der Ludwigsfelder Straße könnten auf ein ehemaliges Zwangsarbeiterlager von KraussMaffei in der NS-Zeit hindeuten.

Neuer Panzer-Protest: Die Stadt päsentiert einen „Kompromiss“ mit reduzierten Betriebszeiten für die Allacher Panzerteststrecke. Und das noch vor einer öffentlichen Erörterung. Die Bürger sind erbost und kritisieren, dass damit vorzeitig Fakten geschaffen werden sollen. Die Erörterung findet dann ab 29. Oktober Corona-bedingt online statt. Der Anwalt der Teststreckengegner fordert bis auf Weiteres die Stilllegung der Anlage und erklärt die am „Kompromiss“ beteiligten Vertreter der Stadt für befangen.

November: Junge Raser und Kloster auf Abruf

Auf die meisten Klicks im November im Münchner Westen kommt ein 16-jähriger Raser ohne Führerschein, der sich mit der Polizei in Neuaubing eine Verfolgungsjagd liefert. Sein Versuch, sich mit bis zu 100 Stundenkilometern einer Kon­trolle durch Beamte der Pasinger Polizei zu entziehen, endet mit dem Aufprall auf ein geparktes Auto. Der Jugendliche wird wegen einer ganzen Reihe an Verstößen angezeigt.

Das russisch-orthodoxe Kloster in Obermenzing startet eine Spendenkampagne, um Geld für eine neue Immobilie zu sammeln. Wie Hallo im November berichtet, hat die Bruderschaft als neue Heimat Schloss Seyfriedsberg im Kreis Günzburg bei Augsburg im Auge. Das Spendenziel liegt bei vier Millionen Euro für den Kauf und die Grundsanierung des Schlosses. Der Standort Obermenzing soll aber für klösterliche Nutzungen erhalten bleiben, auch wenn die Mönche umziehen. 

Dezember: Gewalttat in Obermenzing

Der gewaltsame Tod der 66-jährigen Obermenzingerin Mira Kostov erschüttert die Hallo-Leser. Eine Mieterin findet die Deutsche mit serbischen Wurzeln nach den Weihnachtsfeiertagen leblos in deren Haus. Die Polizei kann nur noch den Tod der 66-Jährigen feststellen. Die Obduktion bestätigt, dass es sich hier um ein Tötungsdelikt handelt. Die Ermittlungen der „SOKO Mira“ laufen aktuell auf Hochtouren.

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