Durchs Jahr geklickt - das war unser 2020

Hallo-Rückschau: Diese Themen haben die Leser aus Neuhausen am meisten interessiert

Der im Mai neu gewählte BA-Vorstand um die in ihrem Amt bestätigte Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne, 3. von links).
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Der im Mai neu gewählte BA-Vorstand um die in ihrem Amt bestätigte Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne, 3. von links).
  • Ursula Löschau
    vonUrsula Löschau
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 Ein Striptease-Skandal, die Kommunalwahl und Ärger um Baustellen sind einige der Themen, die die Leser im Stadtbezirk – neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie – in den ersten Monaten des vergangenen Jahres besonders interessierten und die auf unserer Homepage entsprechend oft geklickt wurden. Die Geschichten und wie sie weitergingen.

Januar: Strip-Skandal und viele Krankmeldungen

Die ersten Corona-Fälle und die übliche Grippe-Welle ergeben eine beunruhigende Mischung. Das zeigt die Leser-Resonanz auf einen Hallo-Artikel über neue Rekordzahlen an Krankheitsfällen in Schulen. In der Margarethe-Danzi-Grundschule in Nymphenburg Süd zum Beispiel sind Ende Januar 116 von 403 Kindern krankgemeldet.

Schlagzeilen macht auch Thomas Neuberger, Kinderbeauftragter des BA Neuhausen-Nymphenburg: Der Auftritt einer Striptease-Tänzerin bei der Weihnachtsfeier seines Matrosenchors hat ein Nachspiel. Die Freien Wähler nominieren ihn nicht mehr als Kandidaten für den BA. Für den Einzug in den Stadtrat bekommt er nicht genug Stimmen.

Februar: „Backstage Pläne“ wieder auf dem Prüfstand

„Backstage“-Betreiber Hans-­Georg Stocker blickt nach wie vor in eine ungewisse Zukunft. Zwar wurde die Genehmigung für sein Kultur- und Veranstaltungszentrum an der Reitknechtstraße bis 2023 verlängert. Doch eine Klage der Post gegen den Vorbescheid für den Neubau und die weitreichenden Wohnungsbau-Pläne der Büschl-Gruppe auf dem angrenzenden Areal der ehemaligen Paketposthalle könnten Stockers Pläne komplett infrage stellen. Er schlägt ein Gesamtkonzept für das Paketpostareal und das Backstage-Gelände vor. Im Laufe des Jahres entwickeln sich laut Stocker „gemeinsame Planungsgespräche“. Ergebnisse gibt es allerdings noch keine.

Hans-Georg Stockers Kulturzentrum „Backstage“ feiert heuer 30-jähriges Jubiläum.

März: Sechs Stadträte und erste Schulschließungen

Die Kommunalwahl ist das zentrale Lokalthema im März: Der 9. Stadtbezirk ist künftig mit sechs Stadträten im Rathaus vertreten: Wiedergewählt werden Anna Hanusch (Grüne) und Kathrin Abele (SPD). Neu gewählt sind Christian Köning (SPD), Leo Agerer (CSU), Fritz Roth (FDP) und Thomas Lechner (Linke).

Mehr und mehr beherrscht zudem Corona die Schlagzeilen: Neuhausen-Nymphenburg ist gleich zu Beginn der Infektionswelle von Schulschließungen stark betroffen. Bereits am 10. März müssen fünf Schulen im Stadtbezirk dichtmachen.

Und eine Geschichte mit Happy End: Bevor sie in Rente geht, will Susanne Renner, Direktorin des Botanischen Instituts und Gartens, das Hauptgebäude an der Menzinger Straße wieder mit jeweils vier Dachziervasen auf der Straßen- und der Gartenseite versehen. Diese schmückten das 1914 eröffnete Gebäude bis in die 50er-Jahre. Dann wurden sie aus Sicherheitsgründen entfernt. Renners Bemühungen haben Erfolg: Im September werden die rekonstruierten Zierstücke auf das Dach des Instituts gesetzt.

An der Savoyen­straße beginnt im März der Abriss der sogenannten Kakteen-Villa. Bürger hatten für einen Erhalt des rund 100 Jahre alten Wohnhauses gekämpft und verloren. Dort entsteht gerade ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und einer Tiefgarage.

Die Kakteenvilla wurde im März abgerissen.

April: Schreckstunden und Baustellengeschichten

Der Fund verdächtiger Metallgegenstände auf der Baustelle der S-Bahn-Stammstrecke an der Laimer Unterführung sorgt Ende April für Aufregung. Bei einer Weltkriegsbombe hätte das Viertel während der Entschärfung evakuiert werden müssen. Die Feuerwehr konnte jedoch Entwarnung geben. „Es waren Gott sei Dank keine Bomben, sondern ein alter Hydrant und ein Stück Wasserrohr“, so ein Sprecher.

Auch in der Corona-Krise wird auf Bayerns größter staatlicher Baustelle weitergearbeitet. Hallo lieferte Einblicke und erntete damit viele Klicks. Mit rund 40 000 Quadratmetern Fläche entsteht am Leonrodplatz das neue Strafjustizzentrum. Es soll ab 2024 das bisherige Strafjustizzentrum an der Nymphenburger Straße ersetzen.

Der Romanplatz ist nach wie vor Baustelle, Verkehrsbehinderungen sind an der Tagesordnung. Bis zum Herbst soll alles fertig sein. Schließlich teilt die MVG Anfang Dezember mit: „Alles fertig. Wir haben unseren Auftrag erledigt.“

Der Romanplatz sorgt wiederholt für Ärger. Im Januar war es diese Gefahrenstelle.

Mai: Weichenstellungen für den Stadtbezirk

Ein Hallo-Artikel vom November 2018 stößt auf neues Interesse: der Umzug der Post mit dem Briefzentrum, nachdem das Gelände der ehemaligen Paketposthalle an die Büschl-Gruppe verkauft wurde. 2018 ist noch die Rede davon, dass die Post mit ihrem Briefverteilzentrum im Jahr 2021 in einen Neubau nach Germering ziehen will. Inzwischen ist vom ersten Halbjahr 2024 die Rede, wie Post-Sprecher Dieter Nawrath auf Nachfrage mitteilt. Auf dem Areal sollen unter anderem 1100 Wohnungen und zwei 155-Meter-Türme entstehen.

Der neue BA Neuhausen-­Nymphenburg nimmt die Arbeit auf und organisiert zuerst sich selbst, sprich: wählt einen Vorstand, Unterausschuss-Vorsitzende und Beauftragte. Anna Hanusch (Grüne) wird mit 32 von 41 Stimmen erneut zur BA-Chefin gewählt. Ihre Stellvertreterinnen für die nächsten sechs Jahre sind Sabine Nasko (CSU) und Anna-­Lena Mühlhäuser (SPD).

Juni: Verunsicherungen und Vorstoß im Hirschgarten-Viertel

Vier Wochen nachdem die Biergärten wieder öffnen dürfen, herrscht im Juni bei vielen Gästen noch immer große Verunsicherung, was erlaubt ist und was nicht. Darüber, und über Sicherheitsvorkehrungen und Corona-Auswirkungen in der Gastronomie, spricht Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier in Hallo und erreicht damit viele Leser.

Die Südliche Auffahrtsallee wird zum Start der Sommerferien auf Höhe des Grünwaldparks zur Spiel- und Begegnungsstraße. Neuhausen bekommt damit eine der ersten „Sommerstraßen“. Ob der Pilotversuch erfolgreich war und wiederholt werden soll, wird derzeit im BA ausgewertet und diskutiert.

Das Jugendherbergswerk lädt zur Baustellenbesichtigung an den Winthirplatz. Der Neubau dort soll bis Sommer 2021 fertig werden, die Generalsanierung und Umgestaltung des Altbaus an der Wendl-Dietrich-Straße bis Januar 2022. Zusammen bietet die Neuhauser Jugendherberge dann 402 Betten in 101 Zimmern. Gesamtkosten: rund 31 Millionen Euro.

August: Ärger um Rotkreuzplatz Anträge

Für Ärger sorgt ein BA-Antrag unter dem Titel „Mehr Platz für Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr auf dem Rotkreuzplatz“, der im Ferienausschuss des Gremiums im August mit neun zu vier Stimmen beschlossen wurde. Unter anderem soll die Furt am Rotkreuzplatz für ein Jahr probeweise für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden. Für die Nymphenburger Straße werden zwischen Ro­manstraße und Landshuter Allee beidseitige Radstreifen zulasten der Fahrspuren vorgeschlagen. Gegen die Initiative von Grünen, SPD, Linke und ÖDP wettern CSU und FDP. Bis Jahresende hat sich die Stadt dazu noch nicht näher geäußert.

BA Anträge für den Rotkreuzplatz sorgen für Ärger.

September: Radweg Initiative und Raum für Kultur

Radeln statt Parken: Das ist der Kern eines BA-Antrags für die Dachauer Straße. Der dortige Radweg stadt­einwärts soll im Abschnitt zwischen der Heideck- und der Lothstraße als durchgehender Radstreifen gestaltet und der bestehende Radweg zurückgebaut werden. Dafür sollen die Parkplätze am Fahrbahnrand zwischen dem Leonrodplatz und der Lazarettstraße entfallen. CSU, FDP und Freie Wähler sind dagegen, werden aber überstimmt.

Außerdem interessant: der Spatenstich im Kreativlabor für eine Interims-Spielstätte für das „schwere reiter“. Das Theater muss aus seinem jetzigen Domizil am Leonrodplatz ausziehen, weil das Gebäude baufällig ist. Der Neubau soll im Spätsommer 2021 bezugsfertig sein und für vorerst zehn Jahre Platz für die Bereiche Tanz, Theater und Musik bieten. Baukosten: 3,6 Millionen Euro. Über die Zukunft des jetzigen „schwere-­reiter“-Baus wird noch entschieden.

Oktober: Kampf um Bäume erfolgreich

Anwohner des Romanplatzes fordern Nachbesserungen wie „würdige Sitzgelegenheiten“, mehr Blumen sowie eine Offenlegung der Kosten. Sie sprechen damit viele Hallo-Leser an. Der BA fordert für den Platz weiterhin ein öffentliches WC.

Die Bewohner der Vonovia-Wohnanlage wehren sich gegen die Fällung der Bäume.

Die Bewohner der Vonovia-­Wohnanlage an der Sedlmayr-, Schluder- und Hirschberg­straße wehren sich dagegen, dass für die Aufstockung ihrer Häuser um insgesamt 31 Wohnungen alte Bäume im Innenhof der Anlage gefällt werden sollen. Der BA interveniert und kommt mit der Lokalbaukommission zu folgendem Kompromiss: Um Rettungswege für die Feuerwehr zu gewährleisten, müssen zwölf Bäume fallen. Für Parkplätze wird aber kein Baum geopfert. Notfalls sollen Stellplätze über eine Ablösezahlung abgegolten werden.

Der BA startet ein Projekt zur Entwicklung der Volkartstraße zwischen der Nymphenburger und der Frundsbergstraße. Los geht’s mit einer Umfrage unter Bewohnern und Gewerbetreibenden.

November: Eklat im BA

Ein Eklat im BA 9 sorgt für Schlagzeilen: Aus Protest gegen eine Äußerung von Willi Wermelt (SPD) verlässt die CSU-Fraktion vorzeitig geschlossen die November-­Sitzung. Der Vorsitzende des Unterausschusses Kultur hatte der CSU vorgeworfen, nicht kinderfreundlich zu sein. Das empfand Fraktionssprecherin Gudrun Piesczek als „unsachlich und ehrverletzend“.

Dezember: Gutes zum Schluss

Wieder Ärger im BA: Diesmal geht es um den Extra-Weihnachtsbaum auf dem Rotkreuzplatz. Genau gesagt ums Geld. Statt der veranschlagten 7500 kostet der BA-Baum nun 8700 Euro.

Und schließlich wird gut, was lange währt: Vor Weihnachten wird der Arnulfsteg für Fußgänger und Radfahrer für die Nutzer freigegeben. Die 240 Meter lange Brücke über 37 Bahngleise verbindet ab sofort die Stadtteile Neuhausen und Schwan­thalerhöhe miteinander. Kosten: 26,9 Millionen Euro.

Der Arnulfsteg wird zum Jahresende endlich eröffnet.

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