Über 500 Verkleidungs-Fans treffen sich in Pasing

Cosplay: Mehr Platz für Kostüm-Helden

+

Sie sind verkleidet wie ihre Helden aus Manga-Comics und Anime-Filmen: Einmal im Monat treffen sich rund 500 Jugendliche und Erwachsene zum Cosplay-Treffen im Jugendzentrum Aquarium. Doch dort ist kaum noch Platz für die Kostüm-Fans.

Ob Einhörner, Mädchen mit extrem kurzen Röcken, Stiefeln und Schwertern oder Männer in Shinigami Uniform (schwarze Kutte mit weißem Gurt) – sie alle pilgern einmal im Monat aus ganz Bayern ins Jugendzentrum Aquarium nach Pasing. Der Grund: Es findet eines der größten Cosplay-Treffen statt. Jugendliche und Erwachsene verkleiden sich als ihre Lieblingsfigur aus Japanischen Manga-Comics und Anime-Filmen.

„Mittlerweile kommen immer mehr Besucher“, sagt Tobias Erlacher vom Verein Animexx (info@animexx.de). „Wir können aber nur 500 Teilnehmer reinlassen und suchen deshalb neue Räume.“ Seit 2004 organisiert er die Treffen an der Alois-Wunder-Straße. Ursprünglich entstanden sie bereits 1998. „Eine Gruppe von 15 Leuten hat sich regelmäßig in München zu einer Art Stammtisch getroffen“, erzählt Erlacher. „Damals war Anime noch ein exotisches Hobby.“

Jetzt ist der Andrang groß: Jeden ersten Samstag im Monat wird von 13.30 bis 23 Uhr Musik gemacht, gekocht und gespielt. „Eine neue Unterkunft müsste nicht nur größer sein, sondern sollte auch mehrere Räume und eine Bühne haben“, sagt Erlacher. Die treusten Fans, siehe Kästen.

Marie-Anne Hollenz

Diese Kostüm-Helden trifft man in Pasing

Ein absoluter Levi-Ackerman-Fan ist Jasmin Enners (16 aus Geretsried). „Er ist eine schöne Figur“, sagt sie. Ackerman gilt im Anime als der Menschheit stärkster Soldat im Kampf gegen Titanen, die die Menschen bedrohen. „Ich verkörpere heute keine besondere Figur“, sagt Enners. „Ich möchte einfach nur Freunde treffen.“ © Hollenz
Seit vier bis fünf Jahren gehen die vier Freunde Albina Matern (19 aus Augsburg, v.li.), Christopher Riedl (22 aus Oberschleißheim), Mario Seiffert (19 aus Erding) und Franziska Rosenberger (20 aus Forstenried) jeden Monat auf das Cosplay-Treffen in Pasing. „Wir kleiden uns zwar im Gothik-Stil, lesen aber auch Mangas und schauen Anime. Das eine schließt das andere nicht aus“, sagt Seiffert. Als Verkleidung sehen sie ihren Aufzug allerdings nicht. „Gothic ist mein richtiges ich“, sagt Rosenberger. So fühle sie sich auch auf offener Straße und am Arbeitsplatz am wohlsten. „Einige schauen zwar geschockt. Viele sind aber begeistert von unserem Style und machen Fotos.“ © Hollenz
K-Pop, also koreanischsprachige Popmusik, ist die Leidenschaft von Joey Rodreguez (24 aus Haar, li.), Selina Nagel (14 aus Mammendorf, 2.v.li.), Alexander Biber (33 aus Mindelheim, 2.v.re.) und ihrer Freunde. „Jede Band hat ein bestimmtes Symbol und jedes Lied seine eigene Choreographie“, erklärt Rodreguez. „Wir wollen andere Cosplayer dazu herausfordern, gegen uns zu tanzen. Möge der Bessere gewinnen!“ Tatsächlich haben sich die Freunde bisher nur selbst herausgefordert und gegeneinander die Hüfte geschwungen. „Die anderen Teilnehmer sind heute noch nicht so in Stimmung“, sagt Nagel. © Hollenz
Mit Twilight Sparkle, dem Alihorn und einem der Hauptcharaktere in „My Little Pony – Freundschaft ist Magie“, identifiziert sich Lukas R. Künstlername: OC1024) aus Kaufbeuren. „Wir haben einen ähnlichen Charakter“, sagt der 22-Jährige. „Wir sind lernbegierig und intellektuell.“ © Hollenz

Auch interessant:

Kommentare