Guter Radweg statt dunkler Verhau

Mit dem Rad zur Arbeit: Ausbau der Verbindung Pasing-Martinsried gefordert

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Christian Gebhardt ärgert sich über die zahlreichen Pfützen und die fehlende Beleuchtung.

Christian Gebhardt, Doktorand an der LMU, ärgert sich über fehlende Straßenlaternen und Matsch zwischen Pasing und Martinsried. Welche Forderungen er für die Route stellt und wer ihn unterstützt...

Pasing/Würmtal – Eigentlich ist der Arbeitsweg von Christian Gebhardt idyllisch. Mit dem Fahrrad fährt er an Feldern vorbei und durch den Wald, wenn er von Pasing zum LMU-Campus nach Martinsried will. Doch sobald es regnet, macht die Fahrt nur noch wenig Spaß. „Es gibt überall Pfützen und man wird mit Dreck besprenkelt“, berichtet der Doktorand.

Bei Freizeitradwegen sei das kein Problem. Man könne sie einfach nur bei gutem Wetter nutzen. Aber wichtige Pendlerrouten sollten in einem guten Zustand sein, so Gebhardt. Und auf der Strecke von Pasing nach Martinsried herrsche viel Betrieb, denn in dem Planegger Ortsteil sind die Biofakultät der LMU, das Max-Planck-Institut und ein großes Gewerbegebiet angesiedelt.

Zwei Forderungen für Radweg nach Martinsried

Unterstützung erhält er von der SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat. Sie fordert in einem Antrag, dass die Stadt gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden Gräfelfing und Planegg eine „wassergebundene und beleuchtete Fußgänger- und Fahrradroute“ schafft. Denn, so Doktorand Gebhardt: „Wenn es im Winter dunkel wird, sieht man nichts mehr.“ Er wünscht sich deshalb Straßenlaternen und am liebsten einen asphaltierten Weg. Wenn das zu teuer und aufwändig sei, zumindest einen wetterfesten Belag.

Unterstützung durch ADFC und Mobilitätsexperten

Ähnliche Forderungen stellt der ADFC Würmtal schon seit Jahren. „Die Sicherheit, Breite, und Geradlinigkeit der Radwege nach Martinsried sollte verbessert werden“, so Sprecher Lotar Krahmer. „Wenn eine Beleuchtung vorgesehen wird, so sollte diese abschnittsweise durch Bewegungsmelder gesteuert werden. So wird Energie gespart und zudem die Fauna nachts nicht unnötig irritiert.“

Die Gemeinde Planegg würde einen Ausbau des Radwegs begrüßen, teilt Sprecherin Bärbel Zeller mit. Allerdings liegt laut Planeggs Mobilitätsexperten Roman Brugger der größte Teil des Wegs, den er selbst „einen ganz schönen Verhau“ nennt, auf Gräfelfinger Flur. Der Münchner Stadtrat Christian Müller hofft, dass es spätestens nächstes Jahr einige Verbesserungen geben wird. Insbesondere auf Münchner Flur könnte es schnell gehen, ist sich Müller sicher.

Was bei aller Diskussion nicht vergessen werden sollte: Mittelfristig könnte der Radweg sogar komplett verschwinden. „Die von der Gemeinde Gräfelfing veröffentlichte Planung für eine Entlastungsstraße mit neuem Autobahnanschluss beeinträchtigt oder zerstört circa die Hälfte der vorhandenen Radwege, die für die Verbindung Pasing-Martinsried wichtig sind“, so ADFC-Sprecher Krahmer. Der Verein hätte der Entlastungsstraße bisher vergeblich widersprochen. Nachdem der Kreistag sie kürzlich ablehnte, ist derzeit nicht klar, ob und wann sie kommen könnte.

Romy Ebert-Adeikis und Andreas Schwarzbauer

Radlrouten vom Zentrum nach Aubing

Bei einer Informationsveranstaltung des Landratsamtes konnten die Bürger Ideen einbringen, wo Radschnellwege die Stadt mit dem Umland verbinden könnten. Für den Aubinger Bezirksausschuss war Siegfried Liedl vor Ort. Er schlug vor, eine Verbindung zwischen der Gotthardtstraße in Laim und der Aubing-Ost-Straße zu schaffen. Sie könnte über die Baumschule, den Stadtpark, die Paosostraße und die Gotthardt-Trasse verlaufen. Zudem forderte er den Ausbau der Route nördlich der Stammstrecke vom Hauptbahnhof nach Pasing. Zwischen den Kleingärten und der Bahntrasse, parallel zur Haberlandstraße, könnte sie weiter nach Neuaubing führen.

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