Tief greifende Pläne

Marienplatz-Neubau erhält mehr Untergeschosse als geplant

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Am Pasinger Marienplatz wird ein Hotelkomplex samt Geschäften entstehen.

Vier statt wie bisher angedacht nur zwei Untergeschosse soll der geplante Hotelkomplex am Pasinger Marienplatz bekommen. 151 Parkplätze werden darin integriert sein.

Es kommt Bewegung ins Neubau-Projekt am Pasinger Marienplatz. Nicht nur, dass dort kürzlich Bäume gefällt wurden. Zudem gibt es nun einen überarbeiteten Bauantrag des Grünwalder Investors Martin Bucher. Dem zufolge soll der geplante Hotel- und Geschäftskomplex nun vier statt wie bislang geplant zwei Untergeschosse bekommen. Die Zufahrt zu den Tief-Etagen ist über eine Rampe an der Institutstraße angedacht – und nicht mehr, wie früher überlegt, per Aufzug am deutlich kleineren Schmiedwegerl.

Während im Erd- und im ersten Untergeschoss Läden vorgesehen sind, sollen der übrige Untergrund 151 Parkplätze beherbergen – 100 mehr als zwischenzeitlich mal geplant.

Gegen die geringere Stellplatz-Zahl hatte vor allem die CSU mobil gemacht (Hallo berichtete). Gegen die höhere ist indes die SPD: „Wir befürchten ein Verkehrschaos im Pasinger Zentrum“, sagt die Fraktionssprecherin im Pasinger Bezirks­ausschuss (BA), Dr. Constanze Söllner-Schaar. Nur ihr Stellvertreter Willy Schneider teilt diese Ansicht unter den Sozialdemokraten nicht. Wie die BA-Mitglieder der anderen Parteien hält er die erhöhte Parkplatz-Zahl im Untergrund für sinnvoll.

„Oberirdisch werden so Plätze gespart, diese Flächen könnte man schön gestalten“, meint etwa Andreas Bergmann von den Grünen. Die stellvertretende BA-Chefin Maria Osterhuber-Völkl (CSU) ergänzt: „Die Kritik an den zusätzlichen Parkplätzen teile ich auch deshalb nicht, weil wir ja planen, Teile der Verwaltung an der Institutstraße anzusiedeln, wenn die Polizei von dort weggezogen sein wird. Und die Verwaltungsmitarbeiter müssen auch irgendwo parken.“

Doch die neuen Pläne zum Marienplatz-Projekt berühren nicht nur das Thema Stellplätze: An der Nordwestseite soll ein öffentlicher Gastronomiebetrieb einziehen.

Der BA stimmt diesen Ideen nun grundsätzlich zu – mit Ausnahme der SPD-Fraktion, aber inklusive SPD-Mann Schneider. Allerdings schlägt er eine Verlegung der Hotelrezeption vom Marienplatz an die Institutstraße vor, um den Marienplatz vor Stau durch den Hotelverkehr zu bewahren. Außerdem möchte der BA den neuen Sachstand noch mal im Unterausschuss Planung vorgestellt bekommen und behält sich eine Bürgerinformation zum Marienplatz-Projekt vor; Investor Bucher hält eine Einwohnerversammlung indes nicht mehr für nötig. Darüber hinaus will der BA wissen, was aus dem sogenannten „Confetti“-Gebäude werden soll. Auf Hallo­-Nachfrage wollte Bucher dies nicht beantworten.

Wann Buchers Bauantrag nun genehmigt wird, ist laut dem zuständigen Planungsreferat noch offen. Sprecher Dr. Martin Klamt sagt, die Prüfung des Antrags werde „voraussichtlich noch einige Bearbeitungszeit in Anspruch nehmen“.

Christopher Beschnitt

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