Zoff am Westkreuz: Muss der Maibaum weg von seinem Stammplatz?

Streit ums Stangerl

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Herbert Hochmuth von der Interessenvereinigung Westkreuz (IVW)

Seit 30 Jahren steht der Maibaum am Westkreuz auf Privatgrund an der Mainaustraße. Mit der Tradition könnte jetzt aber Schluss sein: „Der Grundstücksverwalter will unser Stangerl weghaben“, sagt Herbert Hochmuth. Was dieser zu den Vorwürfen sagt, wo der Maibaum künftig stehen könnte, lesen Sie hier.

Johann Slezak und Herbert Hochmuth sind sauer. In der jüngsten Sitzung des Aubinger Bezirksausschusses haben die Vorsitzenden der Interessenvereinigung Westkreuz (IVW) die Versetzung ihres Maibaums beantragt – von der Mainaustraße auf die Verkehrsinsel an der Aubinger- Ecke Radolfzeller Straße. Der Grund: „Wir haben Ärger mit dem derzeitigen Grundstücksverwalter. Der will unser Stangerl weg haben“, sagt Slezak.

Maibaum-Umzug? Die IVW möchte den Maibaum von der Mainaustraße (Foto o.) auf die Verkehrsinsel an der Radolfzeller Straße (Foto u.) versetzen.

Der Maibaum steht am Westkreuz auf einem Privatgrund. Der Verwalter der Wohnanlage an der Mainaustraße habe laut Hochmuth nun Sorge, dass das Stangerl bei Wind umfällt. „Der Baum hat 30 Jahr so gestanden und es ist nix passiert. Das ist eine Douglasie, die hält mehr aus als eine Fichte“, sagt Slezak. Vorsichtshalber seien die Wappen abmontiert und verkleinert worden. Das genüge dem Hausverwalter allerdings nicht. 

Der zeigt sich von den Anschuldigungen überrascht. „Ich bin nicht gegen den Maibaum, sondern für mehr Sicherheit“, sagt Peter Riedenauer. Der TÜV habe in einem Gutachten gravierende Mängel festgestellt. „Die Standsicherheit des Baums ist bei starker Windstärke nicht gewährleistet. Das kann ich nicht verantworten“, sagt Riedenauer. „Wenn der Baum auf die Kreuzung fällt, haften wir.“ Die IVW habe zwar die Schil- derwappen abgenommen und verkleinert, der TÜV müsse aber erst mit einem erneuten Gutachten prüfen, ob der Baum auch mit neuen Wappen sicher sei, sagt Riedenauer.

Slezak und Hochmuth sehen das als Schikane. „Der will ein Gutachten für jedes Wappen. Das kann unser kleiner Verein nicht zahlen“, sagt Slezak. Deshalb beantragte er die Versetzung des Baums auf öffentlichen Grund. Zudem habe er mit den Eigentümern vom Paul-Ottmann-Zentrum gesprochen. „Nach unserem Umbau werden wir versuchen die Möglichkeit für einen Maibaumplatz zu schaffen“, bestätigt Besitzer Roman Müller.

Die Stadt hält sich hingegen alles offen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir zur Versetzung keine Einschätzung abgeben“, heißt es aus dem Baureferat. „Wenn der Antrag bei uns eingegangen ist, wird dieser zunächst geprüft und das Ergebnis dann dem Bezirks- ausschuss mitgeteilt.“ Marie-Anne Hollenz

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